TOWERING - The Oblation Of Man
Mehr über Towering
- Genre:
- Blackened Death Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Dolorem Records
- Release:
- 03.04.2026
- Asceticism
- To Die Once And Emerge
- Shattering Individuality
- The Devouring Presence
- Herald Of The Black Sun
- Embraced Atonement
Die perfekte Schnittmenge von GOJIRA und BEHEMOTH!
Die Intensität, mit der die Herren von TOWERING in ihren zweiten Release starten, ist mehr als bemerkenswert. Diese unglaublich brachialen Grooves, diese pure Boshaftigkeit, dazu diese immens finsteren, beklemmenden sphärischen Parts und obendrein ein Gebrüll, welches die BEHEMOTH-Präferenzen ziemlich offensichtlich erscheinen lässt - und in jenem Moment, in dem 'Asceticism' die Ziellinie erreicht, will man fast vermuten, dass "The Oblation Of Man" tatsächlich das Potenzial hat, Nergal und seine Truppe zu überholen.
Im weiteren Verlauf des zweiten Releases dieser 2019 erstmalig aufgechlagenen Franzosen kann die Band diesen Maßstab aber nicht immer bedienen. Die frostige musikalische Präsenz ist zwar genauso allgegenwärtig wie dieser martialische Ansatz, mit dem TOWERING diese bedrohliche Atmosphäre inszeniert, doch im weitesten Sinne versteift sich die Band ein bisschen zu sehr auf eine recht engstirnige und letztlich durchschaubare Formel. Dies ändert sicherlich nichts daran, dass auch Stücke wie 'The Devouring Presence' und 'Embraced Atonement' dem Beispiel des bereits angesprochenen Openers folgen, doch der Überraschungseffekt ist nicht mehr ganz so krass, wohingegen der Klangwall definitiv ähnlich drückt. Doch vermeintlichen kreativen Engpässen zeigen die Westeuropäer immer wieder den Stinkefinger, so zum Beispiel im durch und durch aggressiven, zudem auch technisch überragenden 'Herald Of The Black Sun', bei der Eindruck entstehen könnte, GOJIRA und so manche moderne Black-Metal-Combo hätten bei der Entstehung die Finger im Spiel gehabt - wild, ungezügelt, einfach geil!
Und Letzteres lässt sich schließlich auf den gesamten Release übetragen, der zwar einzelne Schemata wiederholt, dabei aber eine Entschlossenheit in der gesamten Performance an den Tag legt, die regelrecht elektrisierend ist. "The Oblation Of Man" ist eine recht zeitgemäße Demonstration ungestüm dargebotenen schwarzen Edelstahls, manchmal sogar von einer punkigen Attitüde umgeben, die dem Ganzen noch eine spezielle Note verpasst. Hoffentlich macht die Truppe nun nicht den Fehler und nimmt sich wieder eine längere Auszeit, denn schon mit "Obscuring Manifestation" hätte TOWERING vor sieben Jahren das Zeug gehabt, richtig durchzustarten. Die Zeit ist nämlich genau jetzt - daran lassen die sechs neuen Stücke nicht den Hauch eines Zweifels!
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Björn Backes


