SYBERIA - Quan tot s'apagui
Mehr über Syberia
- Genre:
- Post Metal / Instrumental
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Moment Of Collapse Records
- Release:
- 30.01.2026
- En la foscor una llum que brilla
- Llampecs d'oblit d'uns records en vida
- Naixença d'una mort tranquil·la
- Dins la meva ànima la sang em bull...
- Quan me'n vagi no em tanqueu els ulls
Grandiose Sounds in einer schwankenden Spannungskurve.
Eigentlich verhält es sich mit dem aktuellen SYBERIA-Album kaum viel anders als mit den vorangegangenen. Die ambitionierte Instrumental-Combo aus der katalanischen Hauptstadt startet regelrecht furios und wirbelt eine Reihe von sehr unterschiedlichen Emotionen durch ihre Post-Metal-Welten. Sie gibt sich inhaltlich und kompositorisch anspruchsvoll und macht einen geradezu hervorragenden Job, der nicht zuletzt aus der fulminanten Performance und der damit einhergehenden, sehr lebendigen Produktion in Erscheinung tritt.
Doch analog zum bisherigen Schaffen ist es auch auf "Quan tot s'apagui" nicht möglich, der Spannungskurve einen steilen Verlauf zu geben und das Interesse und vor allem die Intensität gleich hoch zu halten. Entpuppt sich der Opener 'En la foscor una llum que brilla' noch als wilde Achterbahnfahrt, die auch genau das sein soll, gibt es mit dem extrem dynamischen 'Llampecs d'oblit d'uns records en vida' einen Track auf Augenhöhe, bevor dann die melancholischen Parts das Zepter übernehmen und sich in zu viele Wiederholungsschleifen verirren, die speziell den mittleren Teil der neuen Platte ein Stückweit herabstufen. Zwar wird auch hier auf richtig gutem Niveau gearbeitet, aber man erlebt mit jeder weiteren Sekunde, dass man nicht mehr so gebannt und gefesselt unter den Kopfhörern sitzt und fasziniert jede weitere Note entdecken möchte.
Es ist natürlich kaum zu unterschätzen, solche Ambitionen und solch eine Vielfalt unter einen Hut zu bekommen und dabei immer wieder Neuland entdecken zu wollen. Besonders die Post-Metal-Szene liefert ein schier unendlich großes Portfolio an Kontrasten und gegensätzlichen Stimmungen, so dass der Experimentierfreude sicher kaum Grenzen gesetzt sind, doch irgendwie ist es bei der Truppe aus Barcelona immer so, dass auf einen großen Knall der prompte (wenn auch nicht allzu tiefe) Fall folgt, und das leider immer auch im Rahmen eines Albums.
Glücklicherweise rehabilitiert sich SYBERIA mit dem starken Schlusstrack 'Quan me'n vagi no em tanqueu els ulls' vom dezenten Stimmungsabfall, aber wieder einmal diskutiert man am Ende eines neuen Releases darüber, was möglich gewesen wäre, wäre die Intensität gleichbleibend hoch geblieben. Sei's drum: Für Fans instrumentalen Post Metals ist "Quan tot s'apagui" definitiv einen Lauschangriff wert, so wie auch der Backkatalog der Spanier - aber das Ende der Fahnenstange ist dennoch auch im fünften Anlauf nicht erreicht.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Björn Backes


