SPLENDIDULA - Absentia
Mehr über Splendidula
- Genre:
- Atmospheric Black Metal / Doom Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Argonauta Records
- Release:
- 03.04.2026
- Absentia
- Echoes Of Quiet Remain
- Donkerte
- Dalkuldar
- Kilte
- Let It Come To An End
Polarisierend, kitschig, übertrieben? Na und - geiles Album!
Sollte "Absentia" tatsächlich das breite Ventil sein, das die Musiker benötigt haben, um ihren jüngsten Frust aus ihrem Körper zu spülen, darf man auf jeden Fall zu einer sehr authentischen Darbietung gratulieren. Die belgische Doom/Black-Metal-Formation bedient sich aller düsteren Emotionen, überspielt viele depressive Passagen mit unkontrollierten Wutausbrüchen, gestaltet intime Momente mit gegensätzlicher Aggression und lässt der sich bietenden Epik auch nur so viel Raum, dass eine gewisse Niedertracht immer wieder den Konter auslösen kann. Kurz zusammengefasst: Hier ist eine Band dabei, sich von allen Lasten zu erleichtern, die sich spätestens nach dem Tod ihres Bassisten Peter Chromiak aufgestaut haben.
Das kompositorische Vermögen blieb derweil nicht unentdeckt, so dass sich auch diverse, teils prominente Gastakteure auf dem neuen SPLENDIDULA-Album einfinden, allen voran ex-MY DYING BRIDE-Frontmann Aaron Stainthorpe, der sich zu einer brillanten Darbietung in 'Echoes Of Quiet Remain' hinreißen lässt und als Gegenstimme zur teils hysterischen Performance von Frontdame Kristien Cools Ruhe und Balance in die Songs bringt. Letzteres ist an manchen Stellen von "Absentia" auch notwendig, weil die Sängerin gerne keift, krächzt, schreit und ungefiltert wirklich alles herauslässt, was sich in ihr befindet, dabei manchmal gar die Kontrolle zu verlieren scheint und eine gewisse Kompensation erfordert, um den Songs wieder die individuelle Bodenhaftung zu verpassen. Dass Cools dies manchmal gar selbst in die Hand nimmt und mit elegischen Momentaufnahmen und bittersüßem Sprechgesang den Gegenpart oft selbst mimt, spricht für die kreativen und künstlerischen Qualitäten der jungen Dame, aber auch für ihre durch und durch ambitionierte Performance, deren polarisiender Charakter dann auch schnell verschwindet.
Doch "Absentia" ist mitnichten die Soloshow der Frontdame, sondern ein auch instrumental hochwertiger Release in den übergeordneten Segmenten des düsteren Metals, flankiert von pechschwarzen Attacken, aber auch von episch-hymnischen Fragmenten, die den meisten Songs ihren Wiedererkennungswert sichern. Außerdem kann SPLENDIDULA definitiv von sich behaupten, erfrischend anders und nicht wie jede x-beliebige Kapelle aus diesem Spektrum zu klingen. Eine Errungenschaft, die der Lohn harter, aber auch leidenschaftlicher Arbeit in der Vorbereitung zu dieser Platte ist, die aber auch dokumentiert, wie wild und enthusiatisch Female-Fronted-Passagen abseits der Norm aufgenommen werden können.
Dieses belgische Ensemble bietet Kunst im Setting ganz finsteren Metals - und auch wenn manches hier kitschig erscheinen mag, ist "Absentia" in jeder Sekunde ein echter Hochgenuss!
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Björn Backes


