SEPULTURA - The Cloud Of Unknowing (EP)
Mehr über Sepultura
- Genre:
- Thrash Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Nuclear Blast Records
- Release:
- 24.04.2026
- All Souls Rising
- Beyond The Dream
- Sacred Books
- The Place
Spannender und hochgradig kreativer Schlusspunkt einer großen Karriere.
Eigentlich befindet sich die Thrash-Legende SEPULTURA gerade auf großer Abschiedstour, doch auch wenn das Ende der langen Karriere naht, scheinen die kreativen Säfte von Andreas Kisser und Co. noch nicht versiegt zu sein. Entscheidend für den kreativen Schub, der uns nun die EP "The Cloud Of Unknowing" beschert, war dabei der Abgang von Schlagzeuger Eloy Casagrande, der SEPULTURA noch vor der Abschiedstour in Richtung SLIPKNOT verließ. Ersetzt wurde er vom jungen Greyson Nekrutman, der nicht nur ein Meister hinter dem Drumkit ist, sondern auch einen ganz frischen Wind in die Band brachte, den Kisser, Green und Paulo Xisto Pinto Jr. für die Nachwelt festhalten wollten.
Eine gute Idee, denn aus kreativer Sicht ist die Kurzrille ein bunter Blumenstrauß geworden, der gerne einmal über den eigenen musikalischen Tellerrand blickt. So ist der Opener 'All Souls Rising' im Kern ein wuchtiger und eher typischer SEPULTURA-Track mit starker Hardcore-Schlagseite, bekommt dank feiner Leads im Mittelteil und einigen orchestral-pompösen Tönen, die sehr gekonnt und wenig aufdringlich eingeflochten werden, aber eine ganz eigene Note. Die Vocals von Derrick Green sind mir persönlich zwar etwas zu stoisch und repetitiv, trotzdem macht die Eröffnung der EP sehr viel Spaß. Ein Umstand, der sich dank 'Beyond The Dream' fortsetzt, auch wenn die Power-Ballade mit Sicherheit der ungewohnteste Song der gesamten Kurzrille ist. Irgendwie muss ich hier zwangsläufig an die balladesken Töne aus dem Hause METALLICA denken, wobei gerade Green mit seinem kehligen Gesang und Mr. Kisser mit fantastischen Gitarrenleads dafür sorgen, dass die Nummer herrlich prägnant aus den Boxen schallt. Hier lohnt es sich, die Thrash-Scheuklappen abzulegen!
Selbige darf man auch für 'Sacred Books' nicht zu eng schnallen, denn auch wenn der wuchtige Track wieder deutlich mehr in gewohnten Gewässern fischt, wird er doch von einem überraschenden Piano im Mittelteil aufgebrochen. Für mich tatsächlich sogar etwas zu sehr, denn so richtig in Schwung kommen will der dritte Track der EP nach diesem Intermezzo nicht mehr. Auch das abschließende 'The Place' braucht durchaus ein paar Anläufe, um sich im Gehörgang einzunisten. Denn mit seinem Mix aus brachialen Riff-Attacken und düster-beschwörererischen Strophen ist der längste Song der EP überraschend proggy ausgefallen, nur um schlussendlich im rasanten Finale doch wieder zu den Thrash-Wurzeln zu finden und gerade an der Gitarrenfront wieder auf ganzer Linie zu punkten.
Ist "The Cloud Of Unknowing" damit unter dem Strich ein essenzielles und gleichzeitig finales Kapitel der Bandgeschichte? Nicht unbedingt, denn an die Qualitäten von Spätwerken wie "Machine Messiah" oder "Kairos" reicht das Material in meinen Ohren nicht heran, demonstriert aber gleichzeitig, dass noch sehr viel kreatives Potential in den Brasilianern steckt, was den anstehenden Abschied umso unerklärlicher erscheinen lässt.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


