ROCKSTROM - Zwischen Spiegeln und Schatten
Mehr über Rockstrom
- Genre:
- Deutschrock
- ∅-Note:
- 5.00
- Label:
- 7HARD / ZYX
- Release:
- 13.02.2026
- Schatten oder Licth
- Melodien der Straße
- Lass mich liegen
- Ich bin so wie ich bin
- Tritt in den Spiegel
- Adrenalin
- Das erste Mal
- Gruß an den Himmel
- Wölfe, Schlangen Dämonen
- Vorhang auf
- handpuppen
- Weg der Freiheit
- Das Ende
Gähn...
Es mag erst einmal kein genrespezifisches Problem sein, aber dennoch ist es in manchen Sparten deutlich häufiger präsent und immer wieder Grund genug für zahlreiche Fragezeichen. Wenn das Gefühl nämlich im Raum steht, dass es kaum noch frische Impulse geben kann und grundsätzlich alles gesagt ist, aber dennoch genügend Bands den Nachahmerposten gerne einnehmen und sich munter durch die üblichen Standards zitieren. Dann herrscht ein gewisser Stillstand, den man auch nicht mit offenkundig erzwungenen Maßnahmen besiegen kann. Dass dieses Phänomen vor allem in der Deutschrock-Szene ein wiederkehrendes ist, ist definitiv kein Geheimnis, aber gerade für so manchen Newcomer eigentlich Grund genug, noch einmal in sich zu gehen, bevor man mit einem typischen Schnellschuss vorwiegend wiederkäut und eigentlich nichts Eigenständiges bringt.
Beispiel gefällig? Für den Fall empfehle ich die aktuelle Platte von ROCKSTROM, die in der völlig groben Draufsicht vielleicht gar nicht schlecht gemacht ist, dann aber doch nur erneut all das wiederholt, was der radiotaugliche Mainstream mit pathetischer Emotionalität und künstlicher Attitüde Woche für Woche neu raushaut. Klingt übertrieben? Nun, das mag man als Verfechter deutschsprachiger Rockmusik vielleicht so sehen, zerlegt man die Songs von "Zwischen Spiegeln und Schatten" jedoch in seine Einzelteile, entdeckt man dort dann doch wieder das übliche lyrische Einerlei, vollgestopft mit ziemlich lahmen Gefühlsduseleien, ermüdenden Durchhalteparolen und völlig abgestumpften Zeilen wie 'Ich werde niemals vor euch knien', die im pop-rockigen Gesamtkontext in etwa so glaubwürdig klingen wie Weihnachtslieder im Hochsommer.
Natürlich klingt das gemein, vielleicht mag man mir hier auch Respektlosigkeit vorwerfen. Aber es ist irgendwie auch nicht zu fassen, dass ROCKSTROM den Eigenanteil so verschwindend gering hält, das kleine bisschen Rock & Roll dann auch noch wegpoliert und dabei den Pathos so sehr in den Fokus stellt, dass man sich schon abwenden mag, wenn man die ersten Textfragmente aufgeschnappt hat. Zumal die kompositorischen Inhalte nun auch nicht wirklich der Bringer sind.
Ich bin ein großer Fan davon, bestehende Talente zu betonen und sie auch weiterzutragen. Was ich aber irgendwie gar nicht leiden kann, ist eine gespielte Lässigkeit im Namen der harten Rockmusik, hinter der sich nicht mehr als plastische Popsongs ohne jegliches Potenzial verbergen - so wie eben leider auf dieser Scheibe. Für die morgendliche Radiobeschallung auf dem Weg zur Arbeit kann das noch gutgehen, darüber hinaus aber definitiv nicht.
- Note:
- 5.00
- Redakteur:
- Björn Backes


