DISSENTIENCE - Kaiju
Mehr über Dissentience
- Genre:
- Death Metal / Thrash Metal
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Eigenproduktion
- Release:
- 20.02.2026
- Obsidian Tomb
- Chaos Absolute
- Kaiju
- Death Shroud
Anspruchsvolle Gourmet-Ware mit Hang zur Überforderung.
Einer derart ambitionierten Band wie DISSENTIENCE über die Dauer einer EP zu folgen und zu erwarten, dass am Ende in sich geschlossene Ergebnisse präsentiert werden, erscheint insofern befremdlich, da die Truppe aus Bethlehem so viele unterschiedliche Einflüsse in ihren meist angeproggten Death/Thrash-Mix einbringt, dass man ohnehin schon schwer den Durchblick bekommt, welche Klanglandschaften die Band am Ende abbilden möchte.
Ein Release wie "Kaiju", der anfangs noch eher straighten Stoff bietet, dann aber wieder in die experimentelle Haltung abdriftet, ist daher auch schwer greifbar, da er nach 23 Minuten die Reißleine zieht, viele extrem kontrastreiche Ideen bearbeitet und in der Kürze der Zeit schlichtweg keinen roten Faden entwickeln kann. Ungeachtet dessen, dass alle vier neuen Stücke für sich betrachtet absolut brauchbare Challenges mitbringen.
Gelegentlich erinnert die EP an das aktuellste Werk aus dem Hause SYLOSIS, präsentiert sich vergleichbar verspielt, dann aber auch wieder fest entschlossen und sehr aggressiv, bevor man dann auch noch die Brücke zu manchen Modern-Metal-Acts schlägt und sich zumindest im Hinblick auf das Riffing Core-Elementen nicht verschließt. Das klingt alles spannend, wird dementsprechend aufregend zubereitet und erhält auch den nötigen, individuellen Raum in jedem Song, sich ohne großen Druck breitzumachen, braucht auf der anderen Seite aber auch ein paar Anläufe, bis man sich darin festbeißen kann.
Hier kommt dann eben der Faktor EP ins Spiel, der im Prinzip ein eher schmales Dach über die vielschichtigen Ausrichtungen baut und vielleicht nicht jeden Gedanken mit genügend Fläche schützen kann. "Kaiju" klingt eben so, als hätten die Urheber gerade erst losgelegt, bevor dann das abrupte Ende folgt und man ein wenig verblüfft aus der Wäsche schaut, weil DISSENTIENCE irgendwie noch nicht fertig zu sein scheint.
Dass es sich bei Nummern wie 'Chaos Absolute' und 'Death Shroud' jedoch um echte Vorzeigestücke handelt, steht dennoch außer Frage und sollte potenzielle Interessenten auch dazu führen, sich diesen rein digitalen Release mal zu gönnen. Mit der Zeit festigen sich auch hier die Gedankenstrukturen und bringen eine Menge Wertvolles zutage.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


