REMEMBER TWILIGHT - Gedächtnispalast
Mehr über Remember Twilight
- Genre:
- Akustik
- Label:
- Eigenproduktion
- Release:
- 16.01.2026
- Contre la liberté
- Gedächtnispalast
- Das Amulett (Coppelius)
- Zu Real
- Todestheologie
- Hallelujah (Cohen)
Im Inneren schön.
Die Kammermusiker von REMEMBER TWILIGHT blicken auf eine sehr reichhaltige Palette verschiedenster Stilrichtungen zurück und wissen selbst im 25. Bandjahr - passend zum Jubiläum also - noch zu überraschen und daher zu überzeugen. Wenn sich Violinen und der Folk Rock die Klinke in die Hand drücken, harte Gitarrenriffs und sanfte Streicher miteinander vergnügen und brennende Fragen nach dem Sein des Menschen ebenso versuchen, zu beantworten, wenn eine sehr intime und dramatische Atmosphäre erzeugt wurde, war die Erinnerung an das musikalische Zwielicht nicht weit entfernt. Wenige Jahre nach der musikalischen "Verdammnis" tanzt das Leben endlich wieder und hält in Form von "Gedächtnispalast" eine EP der besonderen Töne bereit: Die Schwaben üben sich an Akustik-Klängen.
Und dieses Zusammenspiel aus Streichern, Cello und Akustikgitarren funktioniert sehr gut: Die Atmosphäre trieft im positiven Sinne vor bittersüßer Melancholie, der innere Film schreibt bei allen sechs Songs düstere, aber irgendwie heimische Kurzfilme. Während die vergangenen Veröffentlichungen eher extrovertiert ausfielen, weiß nun vor allem die introvertierte, gemütliche und zutiefst nachdenkliche Ausrichtung zu gefallen.
"Gedächtnispalast" funktioniert als Ganzes, weil Songs wie der Titeltrack, 'Zu Real' oder 'Todestheologie' ineinander übergehen und jeder Track für sich eine sehr schöne, wohlig warme Aura inmitten eines doch sehr ungemütlichen, verregneten und bitterkalten Jahresstarts schaffen. Gemeinsam mit Gästen von TALES OF NEBELHEYM, THE VISION BLEAK und CONCENTRIC BAND ist den Kammerspielern aus Stuttgart jedenfalls ein sehr geschmackvoller Coup gelungen.
Eine Mischung aus konzeptioneller Schwere und stilistischem Leichtfuß liegt in der Luft, denn am Ende hat jeder Zuhörer auf die wirklich sinnstiftenden Fragen im Leben eine andere Antwort. Wenn die E-Gitarren verstummen, die Hauptaugenmerke einzig auf den Streichern und Timos sehr gut passenden Vocals liegt, man REMEMBER TWILIGHT einfach gebannt zuhört und man sich im Zusammenspiel mit seinem eigenen, inneren Ich verliert, dann schreit "Gedächtnispalast" lautstark nach einer Fortsetzung. Oder sollte es eher hauchzart ins Ohr geflüstert werden? Ich weiß es nicht...
- Redakteur:
- Marcel Rapp


