HORSEMAN - No Surrender In Dark Days
Mehr über Horseman
- Genre:
- Hardcore / Metalcore / Groove Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- Eigen / recordJet
- Release:
- 20.02.2026
- Dark Days
- No Surrender
- Time To Defend
- Shards And Lies
- Codeine Cowboys
- View
- Banish The Fake
- Trouble Will Find Me
- Sending Fire
- The Core
- Kissing Dirt
Solider und traditionsbewusster Core-Brocken aus Bielefeld.
Es sind schon ein paar Jahre vergangen, seit die Nordrhein-Westfalen HORSEMAN letztmalig auf unseren Seiten mit ihrem damaligen Langspieler "Distortion Of Liberty" vorstellig wurden. Mein Kollege Björn attestierte dem Fünfer damals, sich angenehm aus der modernen Metal-Masse abzuheben und einen insgesamt spannenden Langspieler geschaffen zu haben. Seither sind 14 Jahre ins Land gezogen und mit "Of Hope, Freedom And Future" wurde 2018 ein drittes Studioalbum veröffentlicht, dem nun mit "No Surrender In Dark Days" das vierte Album zur Seite gestellt wird, das wir heute einmal genauer unter die Lupe nehmen wollen.
Los geht es dabei erst einmal unerwartet schön mit einem akustischen Instrumental namens 'Dark Days', das mich von der Komposition her an ein klassisches Intro eines Thrash-Krachers aus den Achtzigern erinnert. Spätestens mit dem folgenden 'No Surrender' befinden wir uns dann aber doch in Core-Gefilden wieder, wobei ein gewisser Thrash-Einschlag mit Hardcore-Würzung bei der rasanten Gitarrenarbeit und den doch recht ungeschliffenen Shouts erhalten bleibt. Angeführt von selbigem wuchtet sich dann ein solider, teilweise bei der Gitarrenarbeit aber auch repetitiver Track aus den Boxen, der allerdings im hinteren Drittel dank ein paar dezent eingeflochtener Melodie-Fäden einen leicht hymnischen Charakter bekommt. Schade, dass die Drums ingesamt recht pappig und kraftlos klingen, denn mit etwas mehr Punch im Gesamtsound hätte der Einstand durchaus überzeugender ausfallen können.
Wo wir von überzeugenderen Songs sprechen, kommt 'Time To Defend' mit seinem groovigen Riff, brutalen Shouts und einem coolen Solo goldrichtig, übertrifft der Track seinen Vorgänger doch locker und bekommt mit dem melancholischen 'Shards And Lies' gleich noch einen weiteren Höhepunkt zur Seite gestellt, der recht eindrucksvoll zur Schau stellt, wie viel Potential eigentlich in HORSEMAN steckt. Schade, dass selbiges über die restliche Spielzeit nicht durchweg auf gleichem Niveau abgerufen wird, denn Songs wie 'Codeine Cowboy' oder 'Banish The Fake' laufen schnell auch mal Gefahr, sich in bekannten Mustern und damit auf etwas ausgelatschten Pfaden zu verlieren und eher blass zu bleiben. So sind es im hinteren Teil der Platte dann nur noch das starke 'Sending Fire' und die rasante Riff-Abfahrt 'Trouble Will Find Me', die mich so richtig überzeugen können und die ich euch als Anspieltipp mit auf den Weg geben würde.
Insgesamt hört sich mein Fazit dann auch etwas kritischer an als das meines Kollegen Björn vor zwölf Jahren an, denn auch mit "No Surrender In Dark Days" ist HORSEMAN nicht der ganz große Wurf gelungen. Eher würde ich das Album als solide und munter groovende Metal-Hardcore-Scheibe beschreiben, die aber eben nicht die ganz großen Hits im Gepäck hat. Der etwas rohe Sound, der mich bis zuletzt nicht wirklich abholt und neben dem Schlagzeug auch die Gitarren nicht immer ins beste Licht rückt, sorgt dann am Ende dafür, dass ich bei guten sieben Zählern lande.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Tobias Dahs


