RAIBARD - Postscript
Mehr über Raibard
- Genre:
- Classic Rock / Americana / Alternative
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Reicher
- Release:
- 02.03.2026
- Time
- Postscript
- Still Your Name
- Path Of Day
- Steppin' & Trippin'
- Forest Queen
- End Of Summer
- Moment's Pride
- Unbroken Soul
- Scobedoy Bop (Did Someone Say Something?
Verkopfte Americana.
Gegen ein paar entspannte Americana-Klänge war und ist einfach nie etwas einzuwenden - und gegen eine relaxte Mixtur aus Country, Folk und klassischer Rockmusik auch nicht. Ein recht homogener Zusammenschluss von Bob Seeger und Bruce Springsteen? Ja, auf jeden Fall gekauft. Und wenn dazu auch noch ein bisschen Roots Rock am Start ist und die Mundharmonika ab und zu die Sinne betören kann, dann ist eigentlich alles perfekt.
Die Musiker von RAIBARD bringen definitiv alle Voraussetzungen mit, um genau diesen Querschnitt bedienen zu können, soll heißen sie sind tief in der amerikanischen Folklore verwurzelt und fassen mehrere Generationen heimischen Liedguts in einer recht eigenwilligen Interpretation zusammen. So weit, so gut. Aber es gibt nun mal auch eine Einschränkung: Denn egal wie emotional, bewegend oder heiter die Band auf ihrem neuen Album vorgeht, so will außer der sehr, sehr angenehmen Atmosphäre nicht viel hängen bleiben. Und so sehr man auch möchte, dass die Nummern von "Postscript" etwas eindringlicher durch die Gehörgänge fließen, so bleibt am Ende doch die Feststellung, dass man mehr als 'nett gemacht' nicht anheften möchte.
Störend ist dabei nicht vieles, außer vielleicht der Umstand, dass RAIBARD manchmal zu weit um die Ecke denkt und gelegentlich vielleicht zu verkopft an die Sache herangeht. Die Songs werden immer wieder von abrupten Breaks durchsetzt und durchlaufen Wendungen, die den Fluss immer wieder herausnehmen. Da mag garantiert auch eine gewisse Vorliebe für den frühen Jazz Bestand haben, und natürlich möchten die Musiker diese auch einfließen lassen, aber zwischen beschwingtem Rhytm & Blues und besagter Americana-Tradition sollte man hin und wieder vielleicht auch mal Fünfe gerade sein lassen und den Songs ihre Harmonien gönnen. "Postscript" gelingt dies viel zu selten, und das nicht etwa weil die entsprechenden Fähigkeiten nicht gegeben sind, sondern weil die Band zwei Schritte vor dem nächsten macht und manchmal den Kern der Songs aus dem Auge verliert.
RAIBARD ist eine coole Combo, die eine sehr geruhsame Stimmung auf Platte bannt. Musikalisch ist der Kopf hier aber zu weit vor dem Bauch, so dass "Postscript" leider nicht so mitreißend gestaltet ist, wie es sicher möglich gewesen wäre.
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Björn Backes


