OBSCURITY - Ascheregen
Mehr über Obscurity
- Genre:
- Melodic Death Metal / Melodic Black Metal
- ∅-Note:
- 6.50
- Label:
- Trollzorn
- Release:
- 29.01.2026
- Initium Dekadentiae
- Flammentaufe
- Schwur
- Blutgebet
- Dreifaltigkeit
- Ascheregen
- Ketzerjagd
- Läuterung
- Bekehrung
- Runenwinter
- Rúnar Víg
- Dystopie und Schwanengesang
Solides Album, ohne die ganze großen Höhepunkte.
Seit dem letzten Langspieler "Skogarmoars" war das Fahrwasser für die Melodic-Black-Deather OBSCURITY nicht unbedingt ruhig. So mussten die Posten an Bass und Gitarre im Jahr 2022 mit Vidar und Grimnir neu besetzt werden, womit mit Dormaz und Agalaz nur zwei Gründungsmitglieder in der aktuellen Besetzung der Band verbleiben. Nun können solche Wechsel auch immer frisches Songwriting-Blut mitbringen, was durchaus für das neue Album "Ascheregen" auch nötig gewesen sein könnte, denn vom eingangs erwähnten Vorgänger "Skogarmoars" war mein Kollege Marcel vor gut viereinhalb Jahren nicht restlos begeistert.
Der größte Kritikpunkt von Marcel war dabei, dass auf dem letzten Langspieler zwar solides Handwerk, aber eben auch zuviel durchschnittliche Songkost geboten wurden. Hier legt "Ascheregen" zumindest schon einmal gut vor, denn das eröffnende 'Initium Dekadentiae' ist ein typischer OBSCURITY-Song, der gekonnt die sägenden Gitarrenmelodien mit einem Fundament aus wuchtigem Death Metal und prägnanten Screams und Growls verbindet. Da sich der Melodiebogen auch schnell im Gedächtnis festsetzt, wird der Opener vom Fleck weg zu einem wirklich unterhaltsamen Song, den ich Fans der Band guten Gewissens direkt als ersten Anspieltipp mit auf den Weg geben kann. Und auch das folgende 'Flammentaufe' bedient die Trademarks des Bandsounds sehr gut, was sowohl für die Texte, als auch den musikalischen Kontext gilt. Gerade die Melodien gefallen mir hier wieder sehr gut, was die Hoffnung weckt, dass wir es bei "Ascheregen" wieder mit einem gewohnt starken Album der Truppe aus Velbert zu tun haben.
Die ersten Kritikpunkte tun sich aber nach zwei Songs ebenfalls auf, denn klanglich ist mir das alles hier doch etwas zu dumpf ausgefallen. Nicht, dass die Scheibe schlecht produziert wäre und ich möchte OBSCURITY auch sicher nicht im heute so üblichen Breitwandsound hören, aber etwas mehr Biss in den Gitarren, Klarheit im Gesang und Punch bei den Drums hätten dem Silberling sicher nicht geschadet. In 'Schwur' kommt dann noch erschwerend hinzu, dass die Vocals plötzlich zu viel Platz im Klangbild einnehmen und dem instrumentalen Fundament zusätzlich Wucht rauben, weshalb der dritte Track auch zum ersten Füller der Spielzeit wird.
Damit ist dann irgendwie auch ein wenig die Luft raus, denn ab hier wird sich meine Kritik recht ähnlich lesen wie die von Marcel zum Vorgänger. Wirkliche Highlights sind ab der vierten Position der Trackliste nämlich eher rar gesät. Das heißt nicht, dass OBSCURITY nicht solides Songmaterial abliefern würde, aber richtige Hits mit Klassikerpotential höre ich kaum noch. Einzig der Titeltrack bäumt sich mit massiver Black-Metal-Schlagseite und ein paar feinen Melodien noch einmal auf und auch das abschließende 'Dystopie und Schwanengesang' hat feine epische Melodie-Widerhaken. Doch abseits davon bekommt "Ascheregen" zusehends mehr Längen und schleppt sich förmlich zum Ende der Spielzeit.
So geht der Trend trotz Besetzungswechsel leider irgendwie weiter wie zuletzt, sodass "Ascheregen" wohl am Ende eher nur beinharte Fans der Truppe aus Velbert zufrieden stimmen wird. Dass sich der Silberling aber langfristig als Höhepunkt der Karriere etablieren oder gar außerhalb der Fangemeinde hohe Wellen schlagen wird, möchte ich leider bezweifeln. So muss ich am Ende, gemäß unserer Punkteskala, 6,5 Punkte für ein ordentliches Album zücken, das nicht wirklich mitreißen kann.
- Note:
- 6.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


