MONSTROSITY - Screams From Beneath The Surface
Mehr über Monstrosity
- Genre:
- Death Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- Metal Blade
- Release:
- 13.03.2026
- Banished To The Skies
- The Colossal Rage
- The Atrophied
- Spiral
- Fortunes Engraved In Blood
- Vapors
- The Thorns
- Blood Works
- The Dark Aura
- Veil Of Disillusion
Mehr Thrash, weniger Brachialität.
Dass MONSTROSITY mal wieder mit einem neuen Album um die Ecke schaut, hat in den letzten Jahren eher Seltenheitswert bekommen. Bereits der letzte reguläre Silberling hatte eine halbe Ewigkeit auf sich warten lassen, und auch zwischen der Veröffentlichung von "The Passage Of Existence" und "Screams From Beneath The Surface" liegen stolze acht Jahre, in denen die Herren um Mastermind Lee Harrison sich auch auf den Bühnen dieser Welt extrem rar gemacht haben.
In der Zwischenzeit hat die Band jedoch wieder die Ur-Rhythmusformation beisammen, nachdem Gründungsmitglied Mark van Erp nach knapp drei Dekaden wieder zur Band zurückgekehrt ist und gemeinsam mit dem anderen verbliebenen Original Harrison einen satten Groove vorgibt, in dem sich die geschichtsträchtige Gewalt des Florida-Todesbleis umgehend wieder manifestiert. Denn wenn man sowohl diesem Duo als auch MONSTROSITY eines nachsagen darf und zur Veröffentlichung der neuen Scheibe auch wieder muss, dann dass sie im Grunde genommen eine Art Blaupause für jenen Ostküsten-Sound sind, den nur wenige Kollegen über die Jahre hinweg so gut konservieren konnten wie eben das frühere Betätigungsfeld des kannibalischen Corpsegrinders.
Auf "Screams From Beneath The Surface" geht es MONSTROSITY aber dennoch etwas verhaltener an, soll heißen, die ganz großen brachialen Schlachten will das Quintett anno 2026 nicht mehr austragen. Die Vocals sind nicht ganz so tief, die Gitarren sind auch nicht sonderlich low gestimmt, und durch den Einsatz vieler thrashiger Riffs bekommt das neue Album eine nicht zwingend typische, aber dennoch beachtliche Dynamik, in der ich neben den üblichen Florida-Versatzstücken auch so manche skandinavische Note wiederfindet. Inwiefern das eher zufällig ist, ist natürlich nicht überliefert. Doch wenn MONSTROSITY in 'The Atrophied' fast schon melodisch klingt oder im flotten 'Spiral' ein bisschen TESTAMENT einbaut, muss man hier auf jeden Fall von einer markanten Entwicklung sprechen, die den Sound ein wenig frisch hält - und die aufgrund der souveränen Darbietung auch herzlich willkommen ist.
Trotzdem würde man sich zum Ende hin wünschen, die Jungs würden noch mal kurz die Kontrolle verlieren und einfach auch mal wieder den ganz groben Knüppel aus dem Sack herausholen, doch diesen Gefallen bleibt die Legende schuldig. Das mindert den Gesamteindruck zwar nicht besonders, aber nimmt "Screams From Beneath The Surface" ab und an ein bisschen rohe Kraft und damit ein Trademark, das ich persönlich immer an dieser Band geschätzt habe.
Sei's drum: Nach einer knappen Dekade ist die neue Scheibe dennoch über weite Strecken ein erneuter Befreiungsschlag, bei dem man sich wünscht, dass er im laufenden Jahrzehnt nicht schon wieder eine Eintagesfliege in der Diskografie bleibt. Die Bereitschaft, noch mal so lange zu warten, werden viele langjährige Fans nämlich womöglich nicht mehr aufbringen - schon gar nicht wenn sie mit einem weiteren Leckerbissen wie diesem angeteasert werden!
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


