METAL CHURCH - Dead To Rights
Mehr über Metal Church
- Genre:
- Heavy Metal
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Reaper Entertainment
- Release:
- 10.04.2026
- Brainwash Game
- F.A.F.O.
- Dead To Rights
- Deep Cover Skahedown
- Feet To The Fire
- The Show
- Heaven Knows (Slip Away)
- No Memory
- Wasted Time
- My Wrath
Auf zum erneuten Gebet!
Dass Hohepriester Kurdt Vanderhoof bei den ständigen Besetzungswechseln dennoch regelmäßig in die METAL CHURCH einlädt, ist schon verwunderlich. Nach dem tragischen Tod von Mike Howe hatte sich die Band gerade wieder gefangen, dem ehemaligen Sänger auch livehaftig mit Würde Tribut gezollt und eigentlich auch wieder ein Line-up gefunden, das auf Jahre hinweg super hätte funktionieren können. Doch der Mastermind und seine Mitstreiter haben offensichtlich wieder mal keine Einigkeit erzielt, so dass die komplette Mannschaft im Anschluss an die letzte Tour wieder ausgetauscht wurde. Erstaunlich ist allerdings, dass Vanderhoof nach all den vermeintlichen Allüren wieder ein so namhaftes Ensemble um sich scharen konnte, um den Betrieb seiner stählernen Kirche aufrechtzuerhalten. Niemand geringeres als Dave Ellefson bedient fortan den Bass, der einstige VICIOUS RUMORS-Sänger Brian Warner ist für das Shouting verantwortlich, und am Schlagzeug gibt Ken Mary von nun an den Takt mit ähnlicher Präzision vor, wie er es seinerzeit schon bei FLOTSAM & JETSAM, HOUSE OF LORDS und FIFTH ANGEL getan hat. Kann man bei dieser All-Star-Combo schließlich sauer sein, dass sich ihr Anführer immer wieder Steine in den Weg legt und damit wiederkehrend die Zukunft der Band in Gefahr bringt?
Diese Frage soll nun das immerhin bereits 14. Studioalbum der METAL CHURCH beantworten und findet hier auch klare Töne und deutliche Statements. Hatte man nämlich vor drei Jahren schon geglaubt, die Post-Howe-Ära könnte nicht glänzender bestritten werden als mit dem herausragenden "Congregation Of Annihilation", belehrt uns die Truppe auf "Dead To Rights" eines besseren und katapultiert sich gleich mal ganz weit zu den Bandanfängen zurück. Die Songs sind bisweilen thrashiger, Warner klingt wie David Wayne in seinen besten Zeiten, die typischen MC-Trademarks werden in allen Nummern wiederbelebt, und an vermeintlichen Hits mangelt es der Scheibe auch nicht. Gleich zu Beginn haut METAL CHURCH bereits deftig auf die Pauke und zaubert mit der ersten Auskopplung 'Brainwash Game' einen künftigen Klassiger aus dem Hut, der die etwas rauere Attitüde der 2026er Inkarnation sofort auf den Tisch bringen soll. Und auch das vergleichsweise ruppige 'F.A.F.O.' knüpft hier an und betont den deutlich thrashigeren Ansatz der neuen Platte.
Doch "Dead To Rights" ist nicht ausschließlich fast forward, sondern zu gegebener Zeit eine Art Rückblende in alle Phasen, die seit dem gloreichen Debüt beackert wurden: 'The Show' und 'No Memory' erinnern partiell an das Material von "The Human Factor", allerdings mit einer zeitgemäßen Produktion, "Hanging In The Balance" wird in 'Deep Cover Shakedown' gekreuzt, 'Feet To The Fire' erinnert an seelige "The Dark"-Zeiten, und mit dem bereits erwähnten Anfangsdoppelpack ist das Debüt sofort wieder ins Gedächtnis gerufen, und diesem Vergleich können die Songs auch tatsächlich standhalten.
Von daher mag es sich wie eine wiederkehrende Floskel anhören, doch es ist letzten Endes erlebte Realität: Die METAL CHURCH ist zum x-ten Mal neu auferstanden, hat allen Unkenrufen zum Trotz die richtigen Schlüsse gezogen und erweist sich auch im neuen Line-up dem Vermächtnis dieser Legende durchweg würdig. Vanderhoof ist eben schlicht und ergreifend einer der besten Songwriter im gesamten Heavy-Metal-Zirkus, und sollte er diesen Beweis irgendwem bislang noch schuldig geblieben sein, wurde er mit "Dead To Rights" ein weiteres Mal abgeliefert. Weltklasse!
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Björn Backes


