LöWE, LILY - Beautiful Disaster
Mehr über Löwe, Lily
- Genre:
- Hardrock
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Löwe / Distrokid
- Release:
- 06.02.2026
- Demons
- Haunted House
- Puppet Master
- Beg For Your Life
- Beautiful Disaster
- Glitter & Gore
- Our Secret
- Wild
- Love Like This
Tigern sie zum Löwen...
Mein Vater hat mir so oft beigebracht, dass ich niemals lügen soll, weshalb es mir gar nicht sonderlich schwerfällt, direkt zugegeben, dass mich ein Künstlername wie Lily Löwe nicht nur extrem beunruhigt, sondern gewissermaßen auch amüsiert hat. Stellt man sich bei fehlendem Wissen zum musikalischen Background der Musikerin doch vor, wie sie gemeinsam mit Andrea Kiewel durch den Fernsehgarten schunkelt oder mit Andy Borg im Musikantenstadl die Vorhänge wechselt. Glücklicherweise bewahrheiten sich die phantastischen Assoziationen letzten Endes nicht, da die schwedische Sängerin durchaus im modernen Heavy Rock beheimatet ist und mit ihrer angenehm rotzigen Stimme bestens geeignet scheint, die größeren Bühnen im Sturm zu nehmen. Und das ist doch gleich mal richtig erfreulich!
Rein musikalisch ist die erste Scheibe ihres Soloprojekts zwar ziemlich konventionell geraten und bedient sich vertrauter Mainstream-Mechanismen und einer Dynamik die zwischen PINK und den GUANO APES ihre goldene Mitte findet, doch man kann keinesfalls abstreiten, dass die neun Nummern von "Beautiful Disaster" ein gehöriges Hitpotenzial haben und im Grunde genommen auch sofort mitgeträllert werden können. 'Glitter & Gore' gefällt mit seiner punkigen Energie, 'Puppet Master' und 'Haunted House' verzücken mit einem dezent düsteren Touch, 'Our Secret' beinhaltet sogar ein paar Glam-Vibes und mit dem entspannten 'Love Like This' kann man gerne auch mal einen Schlussstrich ziehen, ist es doch eine der stärksten Nummern, die Miss Löwe ans Ende ihres Debüts stellt. DOch reicht das für den sofortigen Durchbruch?
Nun, mit entsprechendem Radio-Airplay und cleverem Booking kann die skandinavische Sängerin es durchaus schon frühzeitig weit bringen, schließlich haben ihre Songs neben anständigen Hooks auch eine klare Massenkompatibilität und laden jederzeit dazu ein, beschwingt mitzuwippen und zu -singen. Dass hier die kreative Brille in den abgedunkelten Modus geschaltet wird, ist aber auch nicht zu verleugnen, denn spektakuläre Sprünge werden auf "Beautiful Disaster" nicht unternommen. Aber warum auch, wenn es zünftig rockt? Und genau das muss man der Dame mit dem merkwürdigen Namen zugestehen: (rotz-)frech rocken kann sie!
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Björn Backes


