LAST TEN SECONDS OF LIFE, THE - The Dead Ones
Mehr über Last Ten Seconds Of Life, The
- Genre:
- Deathcore
- ∅-Note:
- 5.50
- Label:
- Metal Blade Records
- Release:
- 17.04.2026
- The Dead Ones
- Make It To Heaven
- Rat Trap
- Freak Reflection
- 1-800-DO YOU WANT TO DIE?
- Stiletto
- Stereo
- Dollar To A Dime
- Corruption Concerto
- XXXXXXXXXX
Den Schuss nicht gehört?
Der titelgebende Opener 'The Dead Ones' lässt zunächst befürchten, dass man auch bei THE LAST TEN SECONDS OF LIFE - analog zu vielen Möchtegern-Deathcore-Emporkömmlingen - nicht verstanden hat, wie tiefgreifend und umfassend das Genre mittlerweile von innovativen Vertretern wie FIT FOR AN AUTOPSY, LORNA SHORE oder auch WHITECHAPEL weiterentwickelt wurde. Verzerrter Schreigesang, stumpfes Gehacke, maximale Brutalität, mehr ist beim Auftakt nicht zu holen. Im weiteren Verlauf zeigt das Quartett immerhin, dass dieses Problem wohl doch bekannt ist, beispielsweise, wenn bei 'Make It To Heaven' eine beschwörerische Atmosphäre und eine gewisse Abwechslung in Sachen Geschwindigkeit an den Tag gelegt wird. Oder wenn 'Rat Trap' mit Sludge-Schwere vorwärts stampft und diese Herangehensweise beim genüsslich verschleppten 'Freak Reflection' noch gesteigert wird. Zudem streuen die Wüstlinge hier und da auch als solche erkennbare und in Nuancen eingängige Refrains unter die zehn kompakten Nummern.
Das Problem auf "The Dead Ones" ist somit auch nicht die fehlende Abwechslung. Leider zündet der Zehn-Tracker einfach zu selten: Die genannten Refrains stellen nicht gerade die Krönung in Sachen Eingängigkeit dar, die Spannung, das mitreißende Moment suche ich hier leider vergeblich. Als EP mit den gebündelten stärksten Momenten wäre die Darbietung der US-Amerikaner womöglich konkurrenzfähig, auf Albumlänge wirkt sich die Schwäche beim Songwriting jedoch zu deutlich aus. Kaum ein Riff, das hängen bleibt, kaum ein brachialer Höhepunkt, der zum Abriss der Inneneinrichtung animiert.
Kann diese bereits seit 16 Jahren aktive Band das Ruder noch herumreißen? Das nachdenkliche Moment der Songs, die verschleppten Sludge-Einlagen, die Bereitschaft, immer wieder den Fuß vom Gaspedal zu nehmen, all das sind gute Ansätze, die womöglich mit einem erfahrenen Produzenten ausgebaut und verstärkt werden könnten. Die Probleme waren allerdings, wie Kollege Päbst 2014 analysierte, vor einer Dekade schon die gleichen. "The Dead Ones" offenbart also ebenso viel Potential wie Probleme.
- Note:
- 5.50
- Redakteur:
- Timon Krause


