HOSTILIA - Face The Fire
Mehr über Hostilia
- Genre:
- Thrash Metal
- ∅-Note:
- 8.50
- Label:
- Hammerheart Records
- Release:
- 24.10.2025
- Power Out
- Face The Fire
- P.T.D.
- Bone Collector
- Shadow People
- Lord Of Lies
- Eternal Death
- The Storm
- The Domino Effect
Da zuckt die Luftgitarre.
Göteborg hat metallisch weitaus mehr zu bieten als den so typischen, so durchschlagenden, so legendären Melodic Death Metal. Dass auch junge, hungrige Thrash-Metal-Bands aus der schwedischen Westküste zu uns schwappen, beweisen uns heuer die Musiker von HOSTILIA, von denen man 2023 und 2024 bereits zwei verheißungsvolle EPs in Augenschein nehmen konnte. Nun scheint die Stunde geschlagen zu sein, dass Fronter Tim Angelini und Co. zum full-length-Schlag ausholen und auf knapp 45 Minuten zeigen, wie energisch und frisch ihr Thrash Metal klingen kann. Für "Face The Fire" hat der Fünfer drei Songs ihrer "All The Blood Spilt"-EP genommen, verfeinert und mitsamt sechs brandneuen Songs der hungrigen Meute jetzt zum Fraß vorgeworfen. Und wie schmeckt der das Süppchen?
Nun, die Riffs haben Biss und Wumms, Bass und Drums geben einen zackigen, flotten Takt vor und der Old-School-Vibe einstiger Bay-Area-Meisterwerke schwingt auch bis nach Göteborg durch. Dabei muss ich nochmals den Gesang Tims erwähnen, der - ob nun die Nummern mehr Zunder haben oder den melodischen Fokus wählen - immer on Point ist und extrem gut passt. Über das vernachlässigungswürdige Artwork hüllen wir den Mantel des Schweigens, doch inhaltlich ist "Face The Fire" ein feuriges, bockstarkes Melo-Thrash-Metal-Album. Dezente NWoBHM-Einflüsse sorgen für den Rest.
Von Null auf Hundert brettert das beginnende Eröffnungsduo munter und unbekümmert drauf los, hat sogar leichte POWER TRIP-Momente, ehe im weiteren Verlauf die Grenzen etwas ausgelotet werden: 'P.T.D.' legt nochmal einen Zahn zu, 'Shadow People' und 'Bone Collector' hüllen einen unheilvollen Mantel um das thrashige Geschehen. Dass die Truppe auch spielerisch viel auf dem Kasten hat, beweisen 'Lord Of Lies' und vor allem das grandiose Finale 'The Domino Effect' - ein tolles Aha-Erlebnis, nachdem man die knapp 41 Minuten vorher schon ordentlich in die Mangel genommen wurde.
Ob es das 'The Storm'-Instrumental unbedingt gebraucht hat, muss jeder für sich selbst wissen - als Anheizer für den wirklich famosen Abschluss eignet sich der Track jedoch definitiv. So dürfte die Zukunft des Thrash Metals doch in trockenen Tüchern sein, falls die Veteranen der deutschen und US-amerikanischen Szene irgendwann in den wohlverdienten Feierabend treten. HOSTILIA hingegen befindet sich noch am blutjungen Anfang einer verheißungsvollen Karriere, wenn auch die kommenden Werke es schaffen, das lodernde Feuer von "Face The Fire" aufrecht zu halten. Wir werden sehen.
- Note:
- 8.50
- Redakteur:
- Marcel Rapp


