EVILDEAD - The Underworld (Re-Release)
Mehr über Evildead
- Genre:
- Thrash Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- SPV / Steamhammer
- Release:
- 27.03.2026
- Intro (Comshell 5)
- Global Warning
- Branded
- Welcome To Kuwait
- Critic Cynic
- The 'Hood
- The Underworld
- He's A Woman, She's A Man
- Process Elimination
- Labyrinth Of The Mind
- Reap What You Sow
- Darkness (Live '92)
- The 'Hood (Live '92)
Grandioser Remaster eines eher schwierigen Albums.
Sicherlich mögen mir eingeschworene Fans hier widersprechen, doch irgendwie konnte man auf dem zweiten Release der damaligen Thrash-Kings von EVILDEAD schon absehen, dass die Band gerade dabei ist, ihren Kultstatus wieder zu zerstören und sich langsam aber sicher zu verabschieden. Im Vergleich zum ersten Album sind die Arrangements wesentlich progressiver, die Songs teilweise arg verschachtelt, der Gesamtsound aber eben auch von einer leichten Crossover-Note durchzogen, der nicht immer mit den anspruchsvolleren Strukturen konform geht.
Technisch mag zwar auch "The Underworld" ein erstklassiges Thrash-Album mit Bezug zur alten Schule sein, doch der sperrige Charakter, die wenigen ersnthaften Gassenhauer und die teils doch sehr verspielten Nummern, konnten mit dem dikrekten Vorgänger nicht mithalten. Vielleicht auch, weil dem Album letztendlich ein ganzes Stück jener Spontaneität fehlte, mit der "Annihilation Of Civilization" seinerzeit einen Volltreffer landete.
Dennoch sollte man auch die zweite Scheibe von EVILDEAD in der Sammlung stehen haben, kann sie doch zumindest in Sachen Gittarrenarbeit viele Glanzpunkte setzen und handwerklich als Demonstration anerkannt werden, die den eher konventionelleren Strömungen in der Szene (remember METALLICA?) den Stinkefinger zeigte. 'Welcome To Kuwait' und der straighte Groove 'Critic Cynic' gelten hier als Paradebeispiele für Thrash Metal abseits der gängigen Linie und machen definitiv eine Menge Spaß, sobald man sie endlich erschlossen hat - und das lässt sich letzten Endes auch für das Gros der zehn regulären Stücke sagen.
Denn das größte Problem, das "The Underworld" definitiv mitbringt, ist die Tatsache, dass das Album sich mit einem phänomenalen Debüt messen muss - und mit der deutlich veränderten Herangehensweise und dem leichten Energieverlust ist das schier unmöglich. Aber vergleicht man die Songs mit vielen Nummern aus dem heutigen Old-School-Spektrum, muss man doch konstatieren, dass "The Underworld" heute viel stärker wirkt als bei der damaligen Erstlauschung. Fakt!
Fakt ist auch, dass Bill Metoyer der Platte einen richtig starken Sound über das erneute Mastering eingepflanzt hat und die einzelnen Bausteine viel differenzierter aus den Boxen schallen. Das war beim Re-Release von "Annihilation Of Civilization" schon zu spüren, ist hier aber noch effizienter umgesetzt, weil die Platte deutlich technischer ausgefallen ist. Und sollte man das Original noch nicht in der Sammlung stehen haben, muss auch nicht lange überlegt werden - dann ist diese Neuauflage Pflicht.
"The Underworld" ist eine schwierige Platte, ein Album, das Geduld braucht und Thrash Metal mit recht weitreichenden Einflüssen zelebriert. Es ist kein Klassiker, aber dennoch eine Scheibe aus jener Zeit, die den beängstigenden Entwicklungen noch trotzen wollte. Das ist am Ende auch gelungen - wenn auch nicht so vorzüglich wie auf dem Debüt.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


