DIVINE CHAOS - Hate Reactor
Mehr über Divine Chaos
- Genre:
- (Modern) Thrash Metal / Metalcore
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Eigenproduktion / Eigenvertrieb
- Release:
- 27.03.2026
- Regicide
- Hate Reactor
- Where Gods Are Last In Line
- Condemned To The Void
- The New Reality
- Without A Trace
- Blood Of The Earth
- This Coming Storm
- Shadows Of The Wasteland
Starker Sound, gute Hooklines und ein gelungener Grenzgang zwischen Moderne und Tradition.
Auch wenn die Briten DIVINE CHAOS bisher auf dem europäischen Festland noch keinen großen Fußabdruck in der Thrash-Metal-Szene hinterlassen haben, konnte der im Jahr 2006 gegründete Fünfer in der eigenen Heimat doch einige Erfolge einfahren. Nicht zuletzt liegt das am unbestrittenen handwerklichen Talent der Band, der bis 2019 sogar James Stewart (DECAPITATED, Ex-VADER und viele mehr) angehörte. Inzwischen wird er am Drumkit von Mariusz Marecki ersetzt, mit dem nun auch das nunmehr dritte Studioalbum "Hate Reactor" produziert wurde. Selbiges stellt nun einen erneuten Angriff auf die erste Thrash-Liga dar, denn mit Chris Clancy (MACHINE HEAD, ARCHITECTS und weitere) wurde ein sehr namhafter Produzent verpflichtet, der den insgesamt neun Tracks einen amtlichen Sound verpassen sollte.
Gelungen ist dieses Unterfangen in jedem Fall, denn schon der Opener 'Regicide' knallt mit unheimlicher Wucht aus den Boxen. Gerade Gitarren und Drums klingen hier hervorragend und verpassen der flotten Nummer den nötigen Biss. Musikalisch verbindet das Quintett dabei Traditionalismus mit einer guten Portion moderner Grooves, was dafür sorgt, dass "Hate Reactor" in Thrash-Kreisen auf viele offene Ohren stoßen sollte. Am ehesten könnten hier noch TESTAMENT als Beispiel für die klassischen Seiten des Bandsounds herhalten, während MACHINE HEAD durchaus den groovigeren Anteil mit dem eigenen Frühwerk inspiriert haben dürfte. Ein plötzlicher Wechsel hin zu überraschend hymnischen Klargesängen und melodischen Gitarren im Mittelteil bringt dann aber sogar Prog-Metal-Referenzen und eine Prise KILLSWITCH ENGAGE als Würze mit ins Spiel, was die Eröffnungsnummer schlussendlich nicht nur zu einer sehr abwechslungsreichen, sondern auch unheimlich einprägsamen Angelegenheit macht.
Da ist es natürlich nicht überraschend, dass die Briten auch im Anschluss nach dem gleichen Schema weiterkomponieren und eigentlich primär nur die Dosis, in der uns die Klargesänge serviert werden, und das Tempo der jeweligen Nummern variieren. So ist 'Where Gods Are Last In Line' etwa ein wuchtiger Groove-Stampfer mit hymnischem Refrain, während der Titeltrack mit viel Tempo aus den Boxen peitscht und die melodischen Anteile eher etwas in den Hintergrund stellt. 'Condemned To The Void' geht dann aber doch noch einen Schritt weiter und präsentiert sich als melodische Halbballade, die immer wieder zwischen atmosphärischen Strophen und wuchtigen Refrains pendelt. Mit diesem stilistischen Ausbruch wird die Nummer schnell ein klarer Anspieltipp, der sich auch im Albumkontext als Auflockerung zwischen vielen wuchtigen Kompositonen sehr gut macht.
Ein weiterer Blick über den Genre-Tellerrand in diesem Stil hätte der Scheibe vielleicht auch danch gut zu Gesicht gestanden, denn nachdem 'Without A Trace' nochmal einen massiven Ohrwurm im Gepäck hatte, gibt es mit 'Blood Of The Earth' und 'This Coming Storm' eher blasse Riff-Attacken zu hören, die lange nicht mit den Hooklines der ersten Plattenhäfte mithalten können. So muss 'Shadows Of The Wasteland' zum Abschluss die Wogen noch einmal etwas glätten und für einen gelungenen Schlusspunkt sorgen, was dank toller Gitarrenarbeit auch durchaus gelingt, auch wenn die Höhenflüge der Anfangsminuten hier nicht mehr erreicht werden.
Insgesamt ist "Hate Reactor" trotzdem ein gelungener Grenzgang zwischen modernem und traditionellem Thrash Metal, der dank starker Metalcore- und Melodie-Schlagseite auch Fans von Kollegen aus dem Core-Sektor gefallen dürfte. Der eine ganz große Hit fehlt dem Fünfer dabei zwar noch, um wirklich in die allererste Liga aufzusteigen, doch mit der starken ersten Hälfte ist der Silberling auf jeden Fall ein Ohr und eine Notiz auf dem Merkzettel wert.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


