DISPYRIA - Redemption Part 1 - Twisted World
Mehr über Dispyria
- Genre:
- Melodic Metal / Progressive Metal
- ∅-Note:
- 8.00
- Label:
- El Puerto Records
- Release:
- 20.02.2026
- After Dawn
- I Am Nothing
- Master Of Mirrors
- The Revelation
- Father
- David's Nightmare
- The First Of Its Kind
- Light Of A Dream
- Red Requiem
- Twisted World
Erneut überzeugende Symbiose aus Storytelling und Prog Metal.
DISPYRIA-Mastermind Jürgen Walzer sieht sich nicht nur als Musiker, sondern definitiv auch als Geschichtenerzähler, der die konzeptionelle Entwicklung seiner Projekte auf die gleiche Stufe stellt wie die musikalische Aufbereitung. Meines Erachtens ist dies der exakt richtige Ansatz, sollte man mit den Ambitionen ins Renenn gehen, allumfassend anspruchsvolles Entertainment auftischen zu können. In der Vergangenheit ist der Musiker aus der Pfalz dabei schon recht erfolgreich vorgegangen und hat Kritiker und Fans Vergleiche mit AVANTASIA und gar SAVATAGE ziehen lassen, sprich den namhaften Schwergewichten des metallischen Musicals, mit denen sich Walzer sicherlich eines Tages messen muss, sollte er ebenfalls die Idee verfolgen, mit aufwendingen Bühnenproduktionen die großen Hallen zu füllen. Doch ist DISPYRIA bereits so weit, sich dieser Herausforderung zu stellen?
Eine klare Antwort auf diese Frage kann das Bandprojekt aus Kaiserslautern auf seinem neuen Album leider noch nicht liefern oder zumindest keine zufriedenstellende. Die Band verarbeitet einmal mehr zahlreiche Einflüsse aus den unterschiedlichen Strömungen des klassischen, melodischen Heavy Metals und öffnet sich auf "Redemption Part 1 - Twisted World" noch offensiver den symphonischen Klängen, was insofern gefährlich erscheint, weil man hier schnell in einen Topf mit den zahlreichen überproduzierten Acts aus eben jener Szene geworfen wird.
Zwar ist das künstlerische und kompositorische Vermögen des Chefdenkers dem Gros der dort auflaufenden Protagonisten weit überlegen, jedoch lässt sich nicht abstreiten, dass so mancher pompöse Abschnitt, speziell in der zweiten Hälfte des aktuellen Werkes, doch ein bisschen viel Kitsch aufgeladen hat und von der Produktion schließlich auch glattgebügelt wird. Wer jetzt jedoch fürchtet, die noch recht dienstjunge Band würde an ihrem bisherigen Vermächtnis rütteln, kann relativ schnell beruhigt werden. Denn neben dem elegant ausgeführten Storytelling überzeugt "Redemption Part 1 - Twisted World" vor allem mit wunderbaren progressiven Arrangements, bombastisch, aber doch natürlich inszenierten Stimmungswechseln und einer sehr abwechslungsreichen vokalen Performance, die nur selten auch mal zu cheesy klingt. Doch gerade das sollten Fans von AVANTASIA locker verkraften können!
So bewegen sich die zehn neuen Stücke durch so manche Ohrwurmmelodie, eine Reihe von einprägsamen Chorus-Passagen, wiederkehrend verspielte Strukturen und ausnahmslos fantastisches Handwerk, speziell an den Gitarren und Keyboards - eben das, was man von DISPYRIA in der Vergangenheit auch gewohnt war. Das mag manchem Gatekeeper vielleicht immer noch nicht traditionell genug sein, muss aufgrund der erneuten musikalischen Qualität aber nicht weiter diskutiert werden. Denn wo SABATON und Co. ihre orchestralen Arrangements einfach nur künstlich auffetten, hat diese Truppe auch die entsprechende Siubstanz, sie glaubwürdig und souverän an den Mann (und die Frau) zu bringen. Dafür verdient DISPYRIA Respekt - und die Zielgruppe gerne auch eine Empfehlung, sich auch mit der neuen Scheibe einzudecken.
- Note:
- 8.00
- Redakteur:
- Björn Backes


