BLACKWATER DROWNING - Obscure Sorrows
Mehr über Blackwater Drowning
- Genre:
- Melodic Death Metal / Metalcore
- ∅-Note:
- 7.50
- Label:
- Blood Blast Distribution
- Release:
- 27.02.2026
- The Sixth Omen
- Devour
- Eye Of The Storm
- Incubus
- Heir Of The Witch
- Washed Out, Washed Away
- Where Men Fear To Tread
- Death By 1000 Cuts
- Teeth And Claws
- Chains Of Ages
Modern und teils symphonisch interpretierter Melodic Death Metal mit Core-Anleihen.
Moderner Melodic Death Metal ist das Spezialgebiet der Amerikaner BLACKWATER DROWNING, die uns dieser Tage mit "Obscure Sorrows" den zweiten Langspieler vorlegen. Gegründet wurde die Band um Fronterin Morgan Riley dabei bereits im Jahr 2014, veröffentlichte zuerst allerdings "nur" zwei EPs, bevor im Jahr 2022 mit "Sonder // Satori" auch der Einstand auf Albumdistanz erfolgte. Mit den zehn frischen Songs des Zweitwerks sollen nun die ersten Erfolge ausgebaut werden, die den Fünfer bereits mit namhaften Kollegen wie SOULFLY, CRYPTA oder JINJER auf die Bühne brachten.
Nun müssen wir uns aber natürlich erst einmal mit der groben Einordnung der Band befassen, denn bekanntlich ist Melodic Death Metal ja nicht gleich Melodic Death Metal. Im Falle von BLACKWATER DROWNING macht aber schon der Opener 'The Sixth Omen' schnell klar, dass Göteborg-Töne hier eher weniger Pate gestanden haben. Vielmehr orientiert sich das Quintett an modernen amerkanischen Interpretationen des Gothenburg Sounds, wobei ich das Gehörte insgesamt eher im progressiven und technisch angehauchten Metalcore verbuchen würde, der phasenweise sogar über den Black-Metal-Tellerrand schielt. Und ja, auch die europäischen Melodic-Death-Bezüge verschwinden nicht ganz, denn gerade im Refrain erinnert die Nummer mit einem leichten Thrash-Vibe doch ein wenig an ARCH ENEMY und markiert so ingesamt einen durchaus abwechslungsreichen und gelungenen Einstieg in die Spielzeit des Zweitwerks.
'Devour' treibt die stilistische Vielfalt dann sogar noch etwas weiter, denn hier kommt mit ausladenden Klargesängen und orchestralen Versatzstücken noch eine symphonische Note mit ins Spiel, die den Track insgesamt sogar noch etwas runder und besser machen als den Opener. Trotzdem wird der kompositorische Höhepunkt erst mit 'Eye Of The Storm' erreicht, das die ARCH ENEMY-DNA mit symphonischer Epik und orientalisch angehauchter Melodieführung kombiniert und damit zu meinem persönlichen Liebling auf "Obscure Sorrows" wird.
Danach verabschieden sich die Amerikaner nämlich in ein kleines Tief, denn auch wenn 'Incubus' oder 'Heir Of The Witch' handwerklich weiterhin unheimlich stark sind, nimmt der Fünfer kompositorisch doch ein paar Abzweigungen, die für mich nicht gänzlich nachvollziehbar erscheinen und die Songs gerade mit sperrigen Mittelteilen etwas ausbremsen. Nein, generell bleiben die eher von ARCH ENEMY inspirierten Momente der Platte, die mit zunehmender Spielzeit immer häufig auftauchen und die Symphonic-Metal-Anleihen weitestgehend außen vorlassen, meine persönlichen Höhepunkte, sodass ich euch auch 'Washed Out, Washed Away' und 'Where Men Fear To Tread' als Anspieltipps ans Herz legen würde.
So trifft die grobe Kategorisierung als Melodic Death Metal vielleicht bei BLACKWATER DROWNING doch am Ende ins Schwarze. Ja, die Amerikaner interpetieren ihren Sound sehr modern, mögen auch mal das eine oder andere Frickel-Riff und verschließen sich vor Klargesängen nicht, doch die besten Momente finden sich immer dann auf "Obscure Sorrows", wenn der Blick eher gen Skandinavien wandert.
So gibt es am Ende starke 7,5 Zähler, weil eben noch nicht alle Songs komplett rund und überzeugend klingen, gleichzeitig aber eben auch das handwerkliche Fundament und die vereinzelten Hits vorhanden sind, um die Scheibe für Freunde und Freundinnen des Genres relevant zu machen.
- Note:
- 7.50
- Redakteur:
- Tobias Dahs


