BLACK LUNG - Forever Beyond
Mehr über Black Lung
- Genre:
- Psychedelic Rock / Stoner / Fuzz
- ∅-Note:
- 9.00
- Label:
- Magnetic Eye Records
- Release:
- 06.03.2026
- Traveler
- Death & Co.
- Savior
- Follow
- Forever Beyond Me
- Border Hoarder
- Scum
Ohrwurmeliges in gechillter Atmosphäre.
Im Spannungsfeld von Psychedelic und Stoner Rock sind so viele Kapellen beheimatet, dass man kaum einen Überblick behalten kann. Ein Name, der aber genannt werden muss und gekannt werden darf, ist nach über einem Jahrzehnt des Bestehens und der nunmehr fünften Langrille: BLACK LUNG aus Baltimore.
Die Songs auf "Forever Beyond" kommen schließlich als echte Statements daher. Die Hooklines sind ganz ausgezeichnet, aber auch die ausgedehnten, verspielten Passagen gehen hervorragend ins Ohr. Das verzückende Leadgitarrenspiel und der harmonische Gesang lassen das Suchtpotenzial der Musik in die Höhe schnellen. Das geht beim perfekten, weil extrem griffigen Opener 'Traveler' los, danach galoppiert BLACK LUNG durch 'Death & Co.' und spaziert durch 'Savior'. Das eindringliche 'Follow', das fast schon swingende 'Forever Beyond Me', und schließlich die mehr im fuzzigen Space Rock angesiedelten 'Border Hoarder' und 'Scum' komplettieren das kurze und knackige Septett.
BLACK LUNG gönnt sich gern immer wieder etwas gechilltere Passagen und ausgefeilte melodische Gitarrenexzesse, aber packt dann jedes Mal unverschämt eingängige Refrains aus, die Genrefreunden ausgesprochen gut munden dürften. Einen Downer im konstant hohen Niveau dieser Scheibe sucht man ohnehin vergebens. Nachdem ich mir nun jeden einzelnen Song noch einmal gegeben habe um herauszukristallisieren, welches nun der größte Volltreffer auf "Forever Beyond" ist, muss ich feststellen, dass ich sie irgendwie alle gleichermaßen gern habe. Aber wenn ich mich festlegen müsste, dann ist die Stelle, wo in 'Border Hoarder' das fuzzige Gedröhn ausbricht, der Moment schlechthin für mich auf "Forever Beyond". Erwähnenswert ist auch die textliche Tiefe und Gesellschaftskritik, die auf dem Album enthalten ist, da sich die Band ausgesprochen kritisch mit der derzeitigen politischen Lage in ihrer Heimat auseinandersetzt.
Die Songs sind hochmelodisch und ausgesprochen eingängig - und vielleicht ist das der einzige kleine Kritikpunkt an "Forever Beyond": Selbst wenn mal etwas kraftvolleres Riffing zum Zuge kommt, fehlen dem Klangbild die sinnbildlichen Ecken und Kanten oder wenigstens etwas Rotz. Da die einzelnen Songs aber so flüssig und stimmungsvoll ins Ohr gehen, ist das nur ein kleiner Malus, der von der Kunstfertigkeit, solcherlei Einprägsamkeit und Wohlklang in einzelne Songs zu gießen, vollumfänglich in den Schatten gestellt wird. Fuzzy, psychedelisch und mit vereinzelten Space-, aber auch Alternative-Rock-Ausflügen - das reicht, um diese ansprechenden 35 Minuten zu füllen. Somit wirkt zwar alles relaxter und eingängiger als noch auf dem Vorgänger "Black Waves" (2022), das sicherlich in einigen Punkten roher und wilder war, was natürlich auch seinen Charme hat, aber im positiven Gesamteindruck nicht an "Forever Beyond" heranreicht, und das doch ziemlich deutlich.
Ich weiß nicht, wie die Band das selbst sieht, aber für mich hat BLACK LUNG auf diesem fünften Studioalbum den eigenen Sound und Stil perfektioniert und auf eine Ebene gehoben, von der aus man in diesem musikalischen Segment nur noch Nuancen wird verbessern können. Daher bin ich sehr gespannt, ob man mit dem nächsten Output dann doch ein Stückweit neue Wege beschreiten wird oder tatsächlich versucht, aus diesem "Erfolgsrezept" noch mehr herauszuholen. Eines möchte ich zum Schluss zudem noch festhalten: Angesichts der Tatsache, dass vor zwölf Jahren zwei der drei Gründungsmitglieder von BLACK LUNG einen THE FLYING EYES-Hintergrund hatten, stand das ganze Unterfangen von Anfang an unter einem guten Stern, denn die fliegenden Augen sind einfach über jeden Zweifel erhaben.
- Note:
- 9.00
- Redakteur:
- Stephan Voigtländer


