ANTRISCH - Expedition III: Renitenzpfad
Mehr über Antrisch
- Genre:
- Black Metal
- ∅-Note:
- 7.00
- Label:
- AOP Records
- Release:
- 20.03.2026
- Conquista - Prolog
- Hidalgo Infernal
- Nattern & Narren
- Bittergrün
- Abkehr
- Verschanzt
- Canis Lupum
Anständiger, melodischer Black Metal - nicht mehr, nicht weniger.
Eine typische deutsche Black-Metal-Band? Nun, rein klangtechnisch hat die hiesige Szene bereits in den späten 90ern einige Alleinstellungsmerkmale manifestiert, die sich auf diverse Releases von Last Episode seinerzeit gefestigt haben, seit geraumer Zeit allerdings nur noch sporadisch aufgerufen werden. Die Herren von ANTRISCH gehören allerdings ohne jeglichen Zweifel zu jenen Acts, die diesen speziellen Sound von der Pike auf gelernt und auf ihren bisherigen beiden Releases auch arg befeuert haben.
Heißt im Einzelnen: Es gibt ordentliches Gekeife und Geschrei, die Grundatmosphäre ist grimmig und gemein, und an den Kesseln knattert es auch sehr markant und signifikant. Hier wird gerne mal das Dauerfeuer bedient, das sich dann irgendwann auch in den Chakteristika der jeweiligen Songs etabliert - denn Raserei ist letztendlich die logische Konsequenz.
Bands wie DER WEG EINER FREIHEIT haben diesen Sound in den vergangenen Jahren deutlich weiterentwickelt, sich ein bisschen von der üblichen Handschrift befreit und damit auch verdientermaßen Erfolge feiern können, die ANTRISCH nun natürlich gerne ebenfalls auskosten möchte. Dies kann man der Truppe sicherlich gönnen, allerdings sollte sie sich in einzelnen Punkten noch ein wenig steigern, um auch ein ähnliches Level zu erreichen. Die atmosphärische Untermalung des neuen Albums mag hier schon einen Fingerzeig zu den bestehenden Optionen liefern, doch wenn es um die Eigenanteile von "Expedition III: Renitenzpfad" geht, bleibt ANTRISCH gerne noch in den üblichen Strukturen gefangen. Die sind stellenweise genau so aufgebaut wie die Ausläufer der späten zweiten Welle, wie sie seinerzeit von AGATHODAIMON, EMINENZ und Co. zelebriert wurde - nur nicht in jener Qualität, die von den Protagnoisten seinerzeit geliefert wurde.
Die Melodien gehen in Ordnung, die aggressive Attitüde ist ebenfalls ansprechend, und auch die Dynamik, mit der die Band durch die sieben neuen Kompositionen führt, kann sich hören lassen. Aber irgendwie fehlt dann doch das i-Tüpfelchen, welches das dritte Werk zu einem echten Highlight formen könnte. Hier sind wir unwiderruflich im Bereich der Eigenständigkeit, die auch "Expedition III: Renitenzpfad" nur selten wirklich mal ankratzt.
Es ist eine anständige, gutklassige, aber eben nicht überragende Platte aus dem melodischen Black-Metal-Sektor, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Das Potenzial mag gegeben sein, aber schlussendlich muss es irgendwann auch mal ausgereizt werden, damit die Herren den nächsten Schritt machen Könen. Die zweite Full-Length ist jedenfalls noch nicht der finale Heilsbringer.
- Note:
- 7.00
- Redakteur:
- Björn Backes


