Jesus hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:01.The White Birch – Riot
Das ist wieder Musik, bei der man nicht auf "irgendetwas" warten sollte. Man soll und kann sich fallen lassen. Musik, zum treiben. Gedanken verlieren sich. Alles ist offen und weit. Dazu ein sehr gefühlvoller Sänger, der manchmal kurz vor dem Verlust seiner zerbrechlichen Stimme steht. Gefällt mir heute Abend sehr gut. Allerdings ahne ich, dass ich das selten hören würde, wenn ich besitzen würde.
Ja, das ist natürlich nicht Deine Welt, hast Dich aber hier gut geschlagen. An weniger guten Tagen wäre es "Fußpilz" gewesen
"weniger gute Tage" klingt spaßig ... aber ich glaube nicht. Das war zu unschrammelig und gelangweilt klingt da auch nichts.
Jesus hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:02. Sophia – Another Trauma
Ist das jetzt der God-Machine Nachfolger? Ja, oder? Schon wieder so eine tolle Stimme. Oh ja, eine fantastische Stimme. Da braucht es nicht viel instrumentale Untermalung. Das ist so stimmungsvoll, warm und wohlig. Yeah, yeah. Love it.
Das ist der mit Abstand ruhigste Song auf dem Album. Hätte auch hier erwartet, dass Dir das zu fußpilzig wäre. Keine Sorge, es wird auch ein bisschen gerockt auf der Platte.
*notier*
Jesus hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:03. Emmy The Great – Creation
Hier kenne ich nicht einmal den Namen des Interpreten. Ich bin also sehr gespannt. Eine sehr smarte Frolleinstimme säuselt zu verspielten Zupfeinheiten und imitierten Walgesängen – oder ist es eine singende Säge – verträumte Poetry ins Mikrophon. Irgendwie hatte ich bei Jesus mehr knarzige Rüpelmusik befürchtet. Das ist auch wieder sehr fein, im direkten Vergleich zu den Vorgängern mir aber etwas zu unspektakulär.
Ach komm, Du als alter Kate-Bush-Fan müsstest doch solche Sachen zu schätzen wissen. Ich persönlich finde die Musik wahrscheinlich voll doof, aber bei niedlichen Asiatinnen mit phallischen Instrumenten in den Händen werde ich immer schwach und höre gar nicht mehr so genau hin, weil zwischen den Ohren eh kein Blut mehr fließt. Verflucht seist Du, Gelbfieber!
Hm, nach Kate oder early Tori klingt das aber gar nicht. Und niedliche Asiatinnen interessieren mich überhaupt nicht.
Jesus hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:04. Rishloo – Feathergun in the graden of the sun
Jetzt höre ich die auch endlich mal. Kubi feiert die in seinen weekly playlisten ja regelmäßig ab und weiß jedes Mal nicht so genau, ob ich das gut finde. Das ist Kubi-Musik. Aber volle Kante! Spannend, etwas verspielt, modern, aber dabei nicht unangenehm. Die ganz hohen Passagen des Stimmwunders sind gewöhnungsbedürftig. Höre ich da etwas Coheed & Cambria zu guten Zeiten? Das könnte Musik sein, die ich nach unzähligen Durchläufen total knorke finde. Unglaublich wie viel da in fünf Minuten passiert. Ein kurzer Longtrack. Doch, das kann einiges.
Recht typische Kubimucke, aber progressiv genug, um auch Holgern zu gefallen. CO&CA höre ich da wesentlich weniger heraus als TOOL.
TOOL habe ich da tatsächlich nicht wahr genommen. Wo sind die Bässe?
Jesus hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:05. Christian Death – Stairs – Uncertain Journey
Von denen besitze ich soagr ein Vinyl. "Ashes" und das mag ich echt gern. Mein skurilles Erlebnis mit Christian Death war ein Konzert, zu dem mich mein Kumpel mit geschleppt hat. Der gute Mister Williams war sehr schlecht drauf an dem Abend (ist er vielleicht auch immer). Schräg vor uns stand ein Typ im Publikum, der permanent einen bestimmten Song hören wollte. Offenbar sollte dieser aber nicht gespielt werden, was der Sänger mehrfach in extrem gereiztem Tonfall sagte. Trotzdem wollte der Jüngling nicht still schweigen, was nach etwas 40 Minuten zur Folge hatte, das der Sänger mitten in einer Ansage von der Bühne sprang, sich den armen Kerl unter den Arm geschnallt hat und ihm so zu sagen eyeIIeye erklärt hat, dass er diesen "scheisssong" nicht spielen wird. Danach ging er auf die Bühne zurück, lächelte und beendete das Konzert. Schräg.
Ich liebe Deine AnekdotenHier mag ich den staubtrockenen und hypnotischen Klang des Stücks. Wie der improvisierte Exorzismus einen Feuer-und-Schwefel-Predigers inmitten der Wüste des Wilden Westens.
Herrliche Beschreibung.
Freut mich, wenn ich dich unterhalten konnte und nicht wie ein alter Opa, der aus seiner Kindheit berichtet daher komme.
Jesus hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:01. The Legendary Pink Dots – Wax And Feathers
Die Band habe ich wohl seit 1984 nicht mehr gehört. Die hat mein damals bester Freund, ein Popper mit Lacaste-Spleen und toller Tolle sehr gern gehört. Mochte ich natürlich überhaupt nicht. Jetzt kann ich mir das gut geben. Mag auch daran liegen, dass dieser Song eventuell neueren Datums ist und die Band anders klingt als damals. Wahrscheinlich habe ich nur einfach andere Ohren. Hier mag ich sogar das Saxophon. Insgesamt schon wieder eine getragene Nummer, beinahe sphärisch. Du magst diese offenen Klänge, gelle? Gibt mir auf jeden Fall mehr als der schwarz verwurstelte Krach, der mir wohl noch bevor steht;)
Das Ende ist mir dann allerdings doch ein bisschen zu verraucht. Oder ist das bereits der Übergang zu einem nächsten Song?
Das ist der letzte Song von einem ihrer beiden 2002er Alben. Ist also nicht mehr ganz taufrisch und Übergänge zu anderen Stücke gibt es auch keine, allerdings kann es gut sein, dass Last.fm da was abgeschnitten hat. Krass verändert hat sich die Band nicht, der Herr Ka-Spel hat eigentlich eine sehr genaue Vorstellung davon, wie seine Band zu klingen hat. Eingängiger sind sie vielleicht geworden. Für jemanden wie Dich, der ab und an Neo-Prog hört, dürften die Klangwelten der rosa Punkte gar nicht allzu fremdartig wirken, nicht oder?
Nee, stimmt.
Jesus hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:03. Fugazi – Greed
Hahaha. Von denen besitze ich "Repeater" als Vinyl. Der Grund? Eine Band, die so heißt wie mein liebstes Album von Mary Lion kann nicht schlecht sein. Nun denn. Schlecht ist es auch nicht. Indierock mit Punkflair. Mag ich weitaus lieber als Pilze im Rock. Das hat Kraft, das rockt, das fetzt. Ganz viel Garage, ganz viel Attitüde.
3 Akkorde und raus aus der Garage. Wir finden unsere Überschneidungen bei den ungewöhnlichsten Bands.
Das dachte ich auch schon.
Jesus hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:04. Crowbar – I Only Deal In Truth
ich weiß, die finden alle toll. Ich nicht. Ich mag den Gesang gar nicht und dieser furztrockene Sound geht für mich nur bei Prong. Und da auch nur auf der BTD. Ich musste jetzt schnell einen halben Liter Kaffee dazu trinken, weil mir das sonst zu staubig geworden wäre. Sicherlich völlig coole Typen, aber eben nicht meine Mucke.
Mittlerweile bin ich der Ansicht, dass die "Sever the Wicked Hand" das beste Album von Kirk und Co. ist. Jeder Song ein Hit, tonnenschwere Riffs, brauchbare und vor allem häufig positive Texte, Unmengen von nicht nervigen Hooks und noch mehr tonnenschwere Riffs. Wo sich früher immer ein oder drei weniger markante Songs eingeschlichten haben, trifft auf dem neuen Album ein jeder meinen Nerv. Kann gar nicht verstehen, dass es Metalfans gibt, die dem nichts abgewinnen können.
Bin wohl kein Metalfan. Aber da bist Du nicht der erste, der das sagt.
Jesus hat geschrieben:Holger Andrae hat geschrieben:05. Starkweather – Hushabye Goodnight
Das ist kratzig, core- ig und irgendwie auch proggy. Der Gesamtsound liegt mir naturgemäß wenig, da muss ich mich hinein arbeiten. Und bei flockigen acht Minuten Länge, ist das nicht mal eben so erledigt. Ich könnte jetzt wieder so etwas, wie beim Blautier schreiben, aber diese Musik hier klingt nicht zu verkopft, sondern ambitioniert und auch gefühlvoll. Die langsame Passage am Schluss mit der zweiten (Frauen-)Stimme, könnten böse Zungen jetzt als doomig bezeichnen. Es ist langsam, mir aber zu langatmig. Da gefallen mir die abgedrehten Breakpassagen weitaus besser. Insgesamt klingt solche Musik halt kalt für mich. Ich mag den altmodisch-warmen – oder auch muffeligen – Metalsound.
Das hat eine für meine Begriffe angenehme Kühle im Sound. Es bratet und doomt, sludget und crustet, windet und schiebt sich in 8 kurzweiligen Minuten recht progressiv dahin. Genau meine Sorte Musik. Die einzige Band, die vergleichbar originell und heavy klingt wäre NEUROSIS.
Von Neurosis kenne ich nur "Word As Law" richtig. Danach klang es nicht.


Hier mag ich den staubtrockenen und hypnotischen Klang des Stücks. Wie der improvisierte Exorzismus einen Feuer-und-Schwefel-Predigers inmitten der Wüste des Wilden Westens.