Round 1: In der linken Eeeeckeeee mit einem Lebendgewicht von vielen tausend truen Metal-Platten... Le Holg! Und in der rechten Eeeeckäääääää... Das federne Kraftpaket aus dem hohen Norden! Der rechte Flügel Odins! Das Flatterfedervieh! Let's get rääääädddäääääääää tuuuuuuuuuu rrrraaaaammmmmbbbbääääällllllll!
AUTOPSY 'Ridden With Disease'
Joah, die Gerichtsmediziner halt. Feines, early-DEATH-lastiges Todesblei. Ganz klassisch. Der Ami hat's erfunden und macht es bis heute besser als der Schwede oder sonstwer. Natürlich nicht bezogen auf die kastrierte, melodische Variante; diese wiederum wurde von den Göteborgern in den 90ern perfektioniert. Aber diesen verwesenden, BLACK-SABBATH-meets-SLAYER-Sound kriegen nur die Amis richtig gut hin. Hm... OBITUARY sind ja zurück, warum dann nicht auch INCUBUS? Egal. Ein "Wuaaägh!" zum Schluss gemahnt uns noch an die seligen CELTIC FROST - falls es das Hauptriff nicht schon getan haben sollte - und erinnert uns daran, dass es in den 80ern auch guten Metal gab.
versus:
RIVAL 'Insane'
Das ist ja ziemlich fett produziert für diesen altmodischen Stil. Fettes Riff. Schlagzeugspiel etwas zu basisch, Aufbau sehr altbacken. Aber kann man sich gut anhören. Schöner Gesang, gefälliges Fistraising. Schon recht cool. Wenn die laut dem Raben noch besser waren als hier, wäre mein Interesse fast schon geweckt. Oh nein! Ich habe mich doch nicht etwa mit Truemetallitis angesteckt?! *Hände zittern* Muss... Drone... Fußpilz... Black Metal hören... *nervös an Hufen knabber*
Der erste Punkt geht aber knapp an Holger.
Round 2:
SATAN 'Key to Oblivion'
Rein vom Namen her sind die in meinem Gedächtnis abgelegt als eine der wenigen typischen 80er-Metal-Bands, die nicht schwul klingen. In der gleichen Schublade wie jetzt RIVAL? Klingt auch okay. Vielleicht 'ne Spur zu poppig im Refrain und zu wenig markant in Sachen Riffs und Schlagzeugspiel für meinen Geschmack, doch recht gefällig. Blass, aber okay.
versus:
OBTEST 'Apeigos'
Litauisch ist meine liebste, weil ursprünglichste indogermanische Sprache. Auch wenn ich kaum ein Wort davon kenne. Aber väterlicherseits ist einer meiner Vorfahren Litauer gewesen, bin also irgendwie zu einem Zweiunddreißigstel oder einem Vierundsechzigstel litauschen Blutes - bin jetzt allerdings zu faul, um das genau auszurechnen

Musikalisch wird einem halt ganz typisches modern-melodisches Humppa-Pagan-Heathen-Gedöns mit einem kaum zu erahnenden schwarzen Anstrich geboten. Naja.
Hier wissen beide Songs mich nicht so recht zu begeistern, aber Holgs US-Metal hatte dann doch irgendwie noch etwas Schmackes, während die Litauer mir zu glatt gelutscht klangen. Zwei zu null.
Round 3:
MEYVN 'How Far We Fall'
Dudeldudeldudel. Frickelfrickelfrickel. Moderner Groove. Nervtötende Hüpfcore-Riffs und ebenso nervtötendes Griffbrettgewichse aus dem zu tief gestimmten Siebensaiter in Kombination mit altmodischem Eunuchengejodel. Und Keyboard-Teppiche, wie ich euch hasse! Hat alles schon bei SYMPHONY X, INTO ETERNITY und NEVERMORE häufiger nicht funktioniert. Hier muss ich vorzeitig ausmachen, weil mir sonst die Wolle ausfällt.
versus:
VARDIS 'Radio Learn How to Shoot Straight'
Hehe, Rock'n'Roll! Erinnert mich etwas an SLADE in heavy. Für irgendjemanden hier nachvollziehbar? Keine Ahnung... Ist auch nicht unbedingt meine Welt, aber wesentlich (wesentlich!) besser als dieses sterile Gefrickel vom Holg. Witzig, lässig, rockend.
Punkt 3 geht mit zerschlissenen Jeans, Lederjacke und 70er-Helmfrisur eindeutig ans Federvieh.
Round 4:
HOLOCAUST 'Coming Through'
Old school, baby! Rotzig, punkig, lässig. Herrlich simpler Garagenrock, der nicht zwischen Punk und Heavy Metal entschieden hat, sondern frei aus dem Bauch heraus nach vorne rockt. Nice.
versus:
RAGE 'Missing Link'
Das hingegen hat sich eindeutig entschieden. Hmpf. Naja. Tralalala. Tralalalalaaa. Deutsche haben für meine Begriffe noch nie guten Heavy Metal gemacht, weil sie damals einfach nicht verstanden, was die Briten da schufen und es naiv nachzuspielen versuchten. Erst mit dem Thrash entstand für meine Ohren so etwas wie guter, eigenständiger deutscher Metal. Dazu kommt noch die Vorliebe des Deutschen für schlechte Sänger wie diesen hier oder die Herren Dirkschneider, Meine und Boltendahl. In den extremeren Spielarten fällt es wenigstens nicht auf, wenn ein Sänger keinen einzigen Ton halten kann und einen dickeren Akzent als der typische Hollywood-Film-Nazi hat: "Doktor Dshonnz, ve haff more zan vun vay of making you obey to ze Führer!"
3:1 für Holg.
Round 5:
LUCIFER'S HERITAGE 'Halloween'
Uffz, das klangtechnisch unzumutbare Rerumpel von YT soll wohl eine verschlissene Kassette imitieren

Old school as fuck. Joah. Gerade noch rotzig genug, um von mir das Prädikat "Recht cool für den Stil" zu erhalten.
versus:
AEBA 'More Than Hate'
Yes, please! Eine Band, mit der ich mich schon lange mal näher befassen wollte und sollte. Genau meine Welt. Blastblastblast for Satan!
Die Runde geht eindeutig an den Raben.
Round 6:
EVIL WINGS 'Chrysalis'
Oy vey. Hirnverknoting. Wachturmig. Würde mir als Progrockband à la MAGMA vielleicht besser
gefallen. Als Metalband sagt mir das nicht zu.
versus:
DISSECTION 'The Somberlain'
Klassiker. Hier brauche ich doch gar nichts weiter dazu schreiben. Punkt geht automatisch an den Gefiederten.
Round 7:
JIM MATHEOS 'The Last Light of August'
Glatter, schwülstig-barocker Genre-Prog, der mich mit genretypischem Eunuchengejodel verschont. Die Drum Machine ist etwas nervig. Generell zu klinisch steril für meine flauschigen Ohren.
versus:
DEMON 'Better the Devil You Know'
Rumpeliger, ganz typischer NWOBHM. Ganz okay.
Holg gewinnt, weil die gefällige Fahrstuhlmusik des Herrn Matheos mich nicht weiter stört.
Round 8:
TRIBE 'Sons of Bukowski'
Etwas schwülstig, hat aber Drive. Moderne Variante des klassischen Heavy/Prog-Gemisches. Recht knuffig.
versus:
ANTHRAX 'I'm the Man'
Eigentlich brauchte ich hier bei TRIBE gar nicht reinzuhören, der Punkt muss einfach an Holg gehen.
Round 9:
TORANAGA 'The Shrine'
Auf etwas düster getrimmter True Metal of Steel mit 'ner Prise Speed/Thrash. Geht so, brauche ich aber wahrlich nicht zu kennen.
versus:
PERISHED 'Forged to Bloodshed'
Schon nach 40 Sekunden besser als Holgers Song

Geschepper, garstiges Fauchen und schlechte geklaute Versatzstücke klassischer Pianisten. Haut mich aber nicht vom Hocker im Gegensatz zu AEBA. Brauche ich auch nicht zu kennen, ist aber immerhin Black Metal

Der Punkt geht knapp an Rüdiger. Damit steht es 5:4 für Holger.
Round 10:
SIAM 'Sacrifice Divine'
Hmpf. Nicht meins.
versus:
RIOT 'Cover Me'
Hmpf. Noch weniger meins.
Fatality! Mit 6:4 ist der Holg ein Meister aus Deutschland. Keine Ahnung, wie ich gerade auf diese unpassende literarische Anspielung komme.
