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von enemy-of-reality » Freitag 6. Januar 2012, 16:28
Mit "erwachsen werden" hat das IMO schon zu tun, allerdings nicht mit "erwachsen werden" im Sinne von sich anpassen, alles hinnehmen, anderen das denken zu überlassen, einer von diesen 08/15-Menschen zu werden. Ganz im Gegenteil. Aber mit "erwachsen werden" als Definition eines Reifungsprozesses im musikalischen Sinne. Sich halt mehr auf die Musik einlassen, eine Scheibe auch öfter hören, ihr die Chance zu geben, sich zu erschliessen, in die Tiefen der Musik (und die Intentionen des Künstlers) einzutauchen. Das soll jetzt nicht abgehoben klingen, aber Prog ist nunmal anspruchsvollere Musik als der traditionelle Metal und dass bedeutet eben, dass die Musik an den Hörer Ansprüche stellt und diesen zu entsprechen ist nunmal nicht jeder bereit und die, die es sind, sind oftmals (nicht immer!) fortgeschritteneren Alters. Ich hör ja auch hauptsächlich proggiges Zeug aber natürlich nicht nur und nicht immer. Ich brauch generell stets Abwechslung und daher muss es eben auch bei der Msuik ab und zu mal knüppeliger und straighter sein. Hör ich ständig nur das selbe, stellt sich bei mir sehr schnell ein gewisses Sättigungsgefühl ein und wenn ich dann nicht entsprechend reagiere kann das auch schnell zur Übersättigung führen. salisbury hat geschrieben:Bei STEELWING und RAM, da spür ich meinen Rücken, suche nach grauen Haaren und hab den Drang, nach draußen zu gehen...
Naja, solange du die grauen Haare noch SUCHEN musst ist es noch nicht so schlimm..... 
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enemy-of-reality
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von Frozen » Freitag 6. Januar 2012, 16:47
Jhonny hat geschrieben:Ich hab nicht unbegrenzt Platz für CDs - und erst recht nicht unbegrenzt Geld. Da muss der größte Teil der Sammlung schon qualitativ hochwertig sein. 6 Punkte sind mir da für einen Kauf deutlich zu wenig.
Da hast du deine Antwort auf den ganzen Post bereits nachgelegt: Ich habe zwei Stunden arbeitsweg pro Tag und verbringe auch zu Hause normalerweise noch mindestens eine Stunde mit Musik. Ich habe also Zeit für 4 Alben pro Tag plus-minus. Ich verdiene sehr gut, besser als ich müsste und kann, Steuern inklusive, mit 2/3 meines Lohns leben. Der Rest steht zur freien verfügung. Dabei kaufe ich viele CDs Spontan und/oder auf Empfehlung der hiesigen Redaktion. Auf eine Niete kommen dabei 9 Treffer. Und viele Bands, die dir entgehen, habe ich im Regal stehen, weil ich weniger wählerisch bin. Und was dann gar nicht geht wird früher oder später verkauft, an einen ders will, der mir noch zusätzlich Geld einbringt um weiter die 90% Trefferquote zu verfolgen. Auf Geld und Zeit muss ich in der Hinsicht nicht schauen, und Inspiration kriege ich von euch, darum mach ich das Spiel immer: Sag mir eine CD aus deiner Sammlung, ein Must-Have, das in meiner Sammlung nicht (länger) fehlen darf. Sollte ich das album nicht haben, wird es noch heute Abend gekauft, WENN ich es finde. Schicks mir per PM  Du hast aber nur ca. eine gute halbe Stunde zeit 
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von Rüdiger Stehle » Freitag 6. Januar 2012, 17:30
enemy-of-reality hat geschrieben:Das soll jetzt nicht abgehoben klingen, aber Prog ist nunmal anspruchsvollere Musik als der traditionelle Metal

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von Frozen » Freitag 6. Januar 2012, 18:02
Rüdiger Stehle hat geschrieben:enemy-of-reality hat geschrieben:Das soll jetzt nicht abgehoben klingen, aber Prog ist nunmal anspruchsvollere Musik als der traditionelle Metal

ganz ruhig, wir haben nicht weniger oder kleinere ansprüche als progger, nur ANDERE 
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von salisbury » Freitag 6. Januar 2012, 18:03
Rüdiger Stehle hat geschrieben:enemy-of-reality hat geschrieben:Das soll jetzt nicht abgehoben klingen, aber Prog ist nunmal anspruchsvollere Musik als der traditionelle Metal

Ich wollte das auch schon kommentieren, aber dachte dann, es ist nicht an mir das zu tun 
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von enemy-of-reality » Freitag 6. Januar 2012, 18:22
Wat? Ihr findet Prog im allgemeinen nicht anspruchsvoller als traditionellen Metal? (BTW Frozen, genau verkehrtrum, ich sprach von den Ansprüchen, die die Musik an den Hörer stellt, nicht umgekehrt). Euch lief z.B. Dream Theaters "Train Of Thought" beim ersten mal hören genauso gut rein wie Priests "British Steel"? Ihr konntet jeden Song von Devin Townsends "Terria" beim zweiten Durchlauf mitgröhlen genauso wie das bei Warlocks "Triumph and Agony" der Fall war? Ihr entdeckt bei Motörheads "Ace of Spades" auch nach dem 17. Durchgang noch spielerische Details, die euch zuvor nicht aufgefallen sind? Tja, dann seit ihr wohl anders gestrickt als ich. 
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von salisbury » Freitag 6. Januar 2012, 18:34
enemy-of-reality hat geschrieben:Wat? Ihr findet Prog im allgemeinen nicht anspruchsvoller als traditionellen Metal? (BTW Frozen, genau verkehrtrum, ich sprach von den Ansprüchen, die die Musik an den Hörer stellt, nicht umgekehrt). Euch lief z.B. Dream Theaters "Train Of Thought" beim ersten mal hören genauso gut rein wie Priests "British Steel"? Ihr konntet jeden Song von Devin Townsends "Terria" beim zweiten Durchlauf mitgröhlen genauso wie das bei Warlocks "Triumph and Agony" der Fall war? Ihr entdeckt bei Motörheads "Ace of Spades" auch nach dem 17. Durchgang noch spielerische Details, die euch zuvor nicht aufgefallen sind? Tja, dann seit ihr wohl anders gestrickt als ich. 
Ich nicht, Enemy. Ich hab das nämlich auch nicht als irgendwas Negatives oder Wertendes aufgefasst. Die alten Hasen, die Power- und Tradmetal gern haben (und da schließ ich mich selber auch nicht aus...) haben aber die Tendenz, auf solche Aussagen allergisch zu reagieren.
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von Rüdiger Stehle » Freitag 6. Januar 2012, 18:36
Es ist ja durchaus auch die Frage was man überhaupt unter "Anspruch" versteht bzw. welche Ansprüche die Musik an den Hörer stellen mag. Ist es ein höherer Anspruch der Musik an den Hörer, ihm abzuverlangen, sich intensivst mit irgendwelchen kompositorischen oder instrumentalen Finessen auseinanderzusetzen, oder ist vielleicht sogar der Anspruch höher, den Verstand und das analytische Denken abschalten zu müssen und sich auf Gedeih und Verderb mitreißen zu lassen?
Auch was den Anspruch an die Musik angeht, ist keineswegs klar, was denn nun der höhere Anspruch ist. Ist es schwieriger, komplexe Schachtelprogsongs über 15 Minuten zu komponieren, oder ist es vielleicht sogar viel anspruchsvoller, einen knackigen Dreiminüter zu schreiben und so darzubieten, dass er dem Hörer nach einmaliger Einfuhr noch in dreißig Jahren im Oberstübchen herumschwirrt? Ist vor dem Hintergrund nicht vielleicht "Breaking The Law" die größere musikalische Leistung als "Stream of Consciousness"? Man weiß es nicht, gell?
Was Prog angeht, habe ich dazu nicht unbedingt eine distanzierte Haltung, weil er mir zu anspruchsvoll wäre, mich auf die Musik einzulassen, sondern weil ich einen Großteil davon einfach sterbenslangweilig finde. Dass es mir nicht am Willen fehlt, mir Alben intensivst zu erarbeiten, kann man - denke ich - ganz gut an meinem Vorgehen bei Scheiben wie "St. Anger", "Prometheus", "Ordo Ad Chao" und dergleichen ablesen.
Ich hab neulich ganz ernsthaft über die Frage nachgegrübelt, ob denn nun Richard Wagner oder Varg Vikernes der größere Musiker ist. Kein Witz. Ich hab keine schlüssige Antwort gefunden.
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von Rüdiger Stehle » Freitag 6. Januar 2012, 18:43
Ach ja, zu den Detailfragen auch noch kurz: enemy-of-reality hat geschrieben:Euch lief z.B. Dream Theaters "Train Of Thought" beim ersten mal hören genauso gut rein wie Priests "British Steel"?
Nein, beim ersten Mal hören nicht. Beim letzten Hören aber auch nicht. Und würde ich es noch 1000x hören (wollen), dann vermutlich immer noch nicht. Das ist aber nicht unbedingt ein Indiz dafür, dass es anspruchsvoller ist, sondern vielleicht einfach dafür, dass es schlechter ist. Ihr konntet jeden Song von Devin Townsends "Terria" beim zweiten Durchlauf mitgröhlen genauso wie das bei Warlocks "Triumph and Agony" der Fall war?
Das ist ja auch wieder keine Frage des Anspruchs, sondern der Eingängigkeit. Ich kann die erste Beherit auch nicht mitgrölen, und das werte ich jetzt auch mal nicht als Zeichen für einen besonders hohen Anspruch derselben. Ihr entdeckt bei Motörheads "Ace of Spades" auch nach dem 17. Durchgang noch spielerische Details, die euch zuvor nicht aufgefallen sind?
Ich bin mir sehr sicher, dass ich bei "Ace Of Spades" auch heute, nachdem ich den Song seit über 20 Jahren kenne, noch spielerische Details entdecken könnte, die mir bisher nicht aufgefallen sind. Das liegt allerdings nicht daran, dass der Song besonders komplex wäre, sondern daran, dass ich Musik nicht auf diese Weise höre. Außer wenn ich vorhabe, einen Song nachzuspielen, versuche ich nie, irgendwelche spielerischen Finessen heraus zu hören, sondern den Song in seiner Gesamtheit zu erleben und mich von ihm mitreißen zu lassen. Ein Song ist für mich nicht dann toll, wenn ich ihn mit dem Notizblock analysieren kann, sondern wenn er es schafft, einen Zustand auszulösen, bei dem mir egal wird, was die Musiker tun, sondern mir nur noch wichtig ist, dass sie es tun und dass ich dabei zuhören darf.
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von salisbury » Freitag 6. Januar 2012, 19:03
Was Rüdiger sagt, hat was. Es ist durchaus eine Kunst - und sehr viele Menschen werden damit übereinstommen - einen Song zu schreiben, den man nach 30 Jahren noch erkennt. Das ist ein riesiger Anspruch, aber an den Künstler, und ich glaube wirklich nicht, daß man es lernen kann, einen großen Song zu schreiben. Man kann es und macht es oder nicht. Ganz unabhängig davon ob es einem gefällt oder nicht, sind - folgt man Rüdigers Argumentation - so unterschiedliche Küstler wie Paul Mc Cartney oder aber auch Dieter Bohlen, die etliche Lieder für Millionen verfassen nun einfach deshalb große Künstler, weil sie genau das getan haben.
Und dennoch, da bin ich beim Enemy, beschäftige ich mich meinstens (nicht immer) mit Künstler, die eben nicht den Anspruch haben, Musik für Massen zu schreiben und knobel mich lieber durch den 10-Minüter also ein zweites Mal einen schon gefühlt 1000 Mal gehörten Tralala-Song von -was weiß ich - STEELWING zu hören, der anderen aber wiederum viel Freude bereitet, eben WEIL er sofort ins Ohr rauscht. Welche Musik nun anspruchsvoller ist, muss also der Hörer für sich entscheiden und ich (und Enemy) finde "anspruchsvoll" etwas, das mich intellekuell fordert, wo man eben knabbern und kauen muss und es befriedigt mich mehr, wenn ich's dann verdaut und inkorporiert habe, wie heute grad mit SOLSTAFIR...
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