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von Rüdiger Stehle » Freitag 6. Januar 2012, 00:20
Havoc hat geschrieben:Danke. Ist das echt so überraschend? Ich höre doch schon seit längerem sehr viel Prog. Aber ihr habt wohl Recht. Das ist wirklich immer und immer mehr geworden. Halt auch noch in Richtung Prog Rock. Würde schätzen, dass ich im Jahre 2011 bestimmt zu 80% Prog gehört hab. Tja. Ist halt derzeit absolut meine musikalische Heimat.
Mich überrascht es nicht so sehr, aber es fällt halt auf. Früher hattest du durchaus noch mehr Begeisterungsfähigkeit für traditionelle Metalspielarten. Sei es Manowar oder seien es Black-Metal-Sachen. Wenn die Leute irgendwann anfangen, nur noch Prog toll zu finden, dann habe ich immer Angst, dass das was mit "Erwachsenwerden" zu tun hat. Bei mir ist es mit dem Prog so, dass ich da sehr vieles musikalisch sehr toll finde, und mittlerweile auch einige Bands echt gerne mag. Manche haben sogar die Chance in meinen Jahrescharts aufzutauchen. Aber die "Prog Szene" an sich - also über das rein Musikalische hinaus - finde ich einfach ungeheuer nichtssagend und langweilig. Nicht die Musik, sondern das Auftreten der Musiker, oft die bedienten Themen, das bewusste Vermeiden von Image und Legende. Da fehlt mir einfach so unheimlich viel, was mir andere Bereiche des Metal spannend erscheinen lässt, dass ich - bei aller Hochachtung für die Fähigkeiten und teils auch echter Begeisterung für die Musik - den "Draht" zur Selbstpräsentation vieler Protagonisten nicht habe. Das ist jetzt natürlich auch sehr pauschal daher gesagt, ich weiß. Ich liebe die Raben-Prog-Käuze ja auch, aber im groben Durchschnitt wirkt diese "Szene" auf mich einfach zu aufgeklärt, zu nüchtern, zu erwachsen, zu kopflastig, zu wenig spontan und zu wenig nach dem großen globalen Rollenspiel, das Heavy Metal nun mal ist. 
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von Havoc » Freitag 6. Januar 2012, 00:30
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Wenn die Leute irgendwann anfangen, nur noch Prog toll zu finden, dann habe ich immer Angst, dass das was mit "Erwachsenwerden" zu tun hat. Mhh. Schwierig. Glaube das nun eigentlich nicht. Aber ganz verneinen kann ich das auch nicht. Zuletzt habe ich schon eher weniger wirklich harte Sachen gehört. Wobei es bei weitem nicht so ist, das ich mich von der Musik wirklich entfernt hätte. Vielleicht kommt auch bald noch mal ne Black Metal Phase. Keine Ahnung. Aber vielleicht ist es auch wirklich so, dass viele im Alter immer ruhigere Sachen hören. ...aber im groben Durchschnitt wirkt diese "Szene" auf mich einfach zu aufgeklärt, zu nüchtern, zu erwachsen, zu kopflastig, zu wenig spontan und zu wenig nach dem großen globalen Rollenspiel, das Heavy Metal nun mal ist. 
Das erklärt es dann wohl. Nüchtern und wenig spontan trifft auf jeden Fall auf mich zu. Und manches in der Metalszene wirkt auf mich schon...sagen wir mal grenzwertig. Ich wundere mich jedenfalls nicht darüber, dass Metalfans von vielen "normalen" Leuten etwas belächelt werden.
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von Rüdiger Stehle » Freitag 6. Januar 2012, 00:40
Ich bin ja jetzt auch nicht der große Rebell vor dem Herrn, aber vielleicht ist es gerade das doch auch recht nüchterne und zurückhaltenden Wesen in mir, das gerade als Kontrast das Rebellische des Metal sucht und aufsaugt. Vielleicht eine gesunde Mischung aus den beiden widersprüchlichen Weisheiten "gleich und gleich gesellt sich gern" und "Gegensätze ziehen sich an". Egal, so lange der Metal bei dir nicht irgendwann im Bereich der "Jugendsünde" archiviert wird, ist alles gut. Und die Angst habe ich eigentlich nicht. Bei mir dürfte es auszuschließen sein. Hoffe ich... 
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von Havoc » Freitag 6. Januar 2012, 00:48
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich bin ja jetzt auch nicht der große Rebell vor dem Herrn, aber vielleicht ist es gerade das doch auch recht nüchterne und zurückhaltenden Wesen in mir, das gerade als Kontrast das Rebellische des Metal sucht und aufsaugt. Vielleicht eine gesunde Mischung aus den beiden widersprüchlichen Weisheiten "gleich und gleich gesellt sich gern" und "Gegensätze ziehen sich an".
Ist bei mir ja auch ähnlich. Von mir erwartet normalerweise kein Mensch, dass ich so schlimme und abgrundtief böse Musik höre. Egal, so lange der Metal bei dir nicht irgendwann im Bereich der "Jugendsünde" archiviert wird, ist alles gut. Und die Angst habe ich eigentlich nicht. Bei mir dürfte es auszuschließen sein. Hoffe ich... 
Nene. Dafür ist es definitiv zu spät. Höre jetzt seit 1994 "richtigen" Metal. Ich habe auch einige Leute gekannt die meinten, dass die Musik was für sie wäre. Und dann...irgendwann nach 2, 4 oder 7 Jahren haben sie dann damit aufgehört...und finden die Musik heute sogar richtig schlimm. Das wird bei mir nicht passieren. Dafür bin ich dann vom Wesen her doch zu sehr geschaffen für diese Musik. Ich brauche wohl auch diesen Kontrast.
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von Falkner » Freitag 6. Januar 2012, 00:58
Dann von mir auch meine kleine, finalisierte Liste. Alben des Jahres: Phideaux - SnowtorchIch hab's hier glaub' ich schon jedem um die Ohren gehauen, wie sehr mich diese Scheibe umgehauen hat. Ein absoluter Volltreffer, der mich einfach genau an der richtigen Stelle trifft. Progressiv-verspielt, spacig, mit cleveren Texten, einprägsamen Melodien, Synthesizern, Bläsern, tollen weiblichen Stimmen... hach. Redemption - This Mortal CoilSehr positive Überraschung, nachdem mich der Vorgänger weder songtechnisch noch vom Klang her überzeugen konnte. Die Produktion ist hier zwar noch dumpfer, aber die Songs sind auf einem ganz anderen Level. Düsterer und rasiermesserscharfer technischer Metal mit sehr persönlichen Texten, die einen teilweise echt schlucken lassen. Thy Catafalque - RengetegWeniger überraschend ist dieses Album, da mir bereits der Vorgänger sehr gut gefallen hat. Die Band macht da weiter, wo sie aufgehört haben, sprich.... was auch immer sie machen. Ich kann es schlecht beschreiben, es ist eine seltsame Mischung aus Black Metal und Synthie-Folk, wobei der BM-Teil doch stark zurückgefahren wurde. Musik, die zum träumen einlädt, auch durch die schönen ungarischen Texte von Kátai Tamás (mit englischer Übersetzung natürlich). Enttäuschung des Jahres:Haken - VisionsIch habe vielleicht mal ganz entfernt angedeutet, dass mir das Debüt der Band einigermaßen gefällt.  Von daher waren meine Erwartungen an diese Scheibe relativ hoch, auch durch die guten Rezensionen die ich zuvor lesen durfte und dieses Album sogar als Verbesserung angepriesen haben. Was ich letztendlich bekam, war ein Album, dass zwar alle Markenzeichen der Band enthält, aber in der Komposition größtenteils einfach langweilig ist. Die Frickelpassagen wurden länger, teilweise sogar zu ganzen Songs, die Homogenität der Songs ist stark gesunken und letztendlich fehlten einfach die ganz großen Gänsehautmomente, die mich beim Vorgänger zur Instant-Ejakulation bringen. Sehr schade. Wiederentdeckung des Jahres:Wenn es zählt: Death!Ich kannte eine handvoll Songs der Band schon seit Jahren, war aber nie weiter interessiert an der Musik, bis ich hier im Forum auf 'Flesh And The Power It Holds' gestoßen bin. Ein Song, der sich auf Anhieb in meine Top 10 der besten Songs aller Zeiten gespielt hat. Darauf folgte dann das ganze Album 'Sound Of Perseverance', welches mittlerweile sicher auch in meiner Top 10 der Alben steht. Ich bin jedes Mal auf's Neue erstaunt und frage mich, WIE sie dieses Album geschrieben haben. Ich versuche bei jedem Song den kreativen Prozess nachzuvollziehen und scheitere jedes Mal. Einfach nur unglaublich. Artwork des Jahres: Alghazanth - Vinum IntusEinfach, weil es so verdammt stimmungsvoll ist. Die Bleistiftzeichnung (?), die Sonnenfinsternis, der einsame, kahle Baum, der dampfende Kelch, die nackte Frau (:D), die perspektivischen Tricks, die den Betrachter in den Mittelpunkt stellen, der rötliche Limbo im sonst monochromen Bild... Songs des Jahres:1. Phideaux - Snowtorch Prog Meisterwerk. 2. Phideaux - HelixSchön. 3. Redemption - Let It RainPlüschprog mit Gänsehautmelodien. 4. Thy Catafalque - VashegyekDer Part ab 5:05 ist einfach unglaublich schön und erinnert mich irgendwie an Kindheit. A kemence melegedne, - The furnace would warm up, olvad, egyre izzik a szíve. - Its heart melting, glowing continually. Ki a mélyből, a sötétből, - Out of the depths, the darkness vörösen tör fel, fel az égre. - It erupts as red up to the sky. Ez a kamra hamut őröl, - This chamber mills ashes, anyagot gyárt, gyúr üres űrből. - Pugs and builds matter from empty space. Ásvány ásít fel a mélyből, - Minerals yawning from the depths, le a kék hold hűlt üvegéről. - Down from the cool glass of the blue moon.5. Symphony X - Reign In MadnessCoole Abrissbirne.
The four most over-rated things in life are champagne, lobster, anal sex and picnics. - Christopher Hitchens
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von Jhonny » Freitag 6. Januar 2012, 12:01
Die besten 10 Scheiben des Jahres Dream Theater - A Dramatic Turn Of Events Satan's Host - By The Hand Of The Devil Iced Earth - Dystopia Manilla Road - Playground Of The Damned Hell - Human Remains Portrait - Crimen Laesae Majestatis Divinae Edguy - Age Of The Joker Primordial - Redemption At The Puritan's Hand Arch / Matheos - Sympathetic Resonance Argus - Boldly Stride The Doomed Die 10 besten Songs des JahresArgus - 24-7-29 Dream Theater - Breaking All Illusions Edguy - Robin Hood Satan's Host - Shades Of The Unlight Hell - Plague And Fire Primordial - Lain With The Wolf Manilla Road - Playground Of The Damned Arch / Matheos - On The Fence Jag Panzer - The Setting Of The Sun Portrait - Beast Of Fire Die Album-Enttäuschung des JahresJag Panzer - The Scourge Of Light Die drei besten Filme des JahresHarry Potter VIII X-Men: First Class Your Highness Das Artwork des Jahres Die Wiederentdeckung des JahresAshbury
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von Rüdiger Stehle » Freitag 6. Januar 2012, 12:03
4 Überschneidungen bei den Top-10-Alben.
Bei der Manilla Road findest du tatsächlich den Titelsong am besten? Interessante Wahl.
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von Frozen » Freitag 6. Januar 2012, 13:04
@Jhonny: Drei Albenüberschneidungen, aber wahrlich, deine Songauswahl ist... "speziell" ^^ Während ich mit 24-7-29 noch durchaus viel anfangen kann (wie mit dem ganzen Album), so gehört Robin Hood für mich nichtmal in eine Top 100, Plague and Fire ist eher ein Mittelmasssong und The Setting of the Sun ist einer der schwächeren songs auf der Jag Panzer. Also wir sind uns einig dass wir uns nicht einig sind  @Rüdiger: Auf deine Liste bin ich mal gespannt, vor allem auf den überschneidenden Song. Eigentlich hätte ich bei dir mehr Songüberschneidungen erwartet... Grundsätzlich spiegeln sich ja Dream Theater als Favorit heraus. Was nicht übermässig überrascht, trotzdem kann ich dem Album nicht mehr als das Prädikat "gut" geben. Wenn man es dann mit der Arch/Matheos vergleicht, die einfach nicht abbauen will und mit vielen wirklich starken Songs und dabei erst noch (mMn) sympathischer aufwartet, finde ich es doch erstaunlich dass die bei allen unter der Dream Theater ist.
Top 5 Jahr 20151. ENFORCER - From Beyond 2. VISIGOTH - The Revenant King 3. ARMORED SAINT - Win Hands Down 4. SATAN - Atom by Atom 5. HORACLE - Dead Eyes Revelations MEINE SAMMLUNGCurrent Taste: Traditional Heavy Metal
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von Rüdiger Stehle » Freitag 6. Januar 2012, 13:22
@ Frozen: Die Songüberschneidung ist 'Trail Of Diamonds'. Eine kommt vielleicht noch dazu. Bei den anderen Bands habe ich andere Songs gewählt.
@ Dream Theater: Obwohl ich die sehr gut finde, ist sie von meinen Top-20 doch noch richtig weit entfernt. Wobei das keinen überraschen wird. Der Vergleich mit Arch/Matheos ist interessant, wobei es mich nicht wundert, dass DT besser abschneidet. Kann halt echt nicht jeder mit dem Gesang von John Arch.
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von salisbury » Freitag 6. Januar 2012, 13:24
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Wenn die Leute irgendwann anfangen, nur noch Prog toll zu finden, dann habe ich immer Angst, dass das was mit "Erwachsenwerden" zu tun hat.
Das ist ja noch falscher als COG klingt wie DREDG  ! Ich sag das jetzt mal ein bischen provokativ, bitte nicht böse nehmen: Wo ist denn bitteschöne die ganze schöne Rebellion, wenn immer immer wieder die alten Schemen und Muster aufgenommen und marginal anders wieder zusammengesetzt werden. Das hab ja grad bei STEELWING gemerkt. Same old riffs, same old melodies, Art und Weise des Gesangs und Songaufbaus. Schnarch! Rebellion ist doch Veränderung und ein Teil der Metalszene hasst Veränderung. Auf den Szenefestivals spielen dann meist alte Bands von vor 30 Jahren oder die, die eben so klingen! Das finde ich eher Anti-Rebellion. Da kann ich auch nach Wildbad-Kreuth zum CSU-Treffen. Dagegen hab ich auch gar nix, aber ich finde das Visionäre, Das Rebellische und auch das "sich jung und stark fühlen", wenn ich sowas wie AMPLIFIER, PAIN OF SALVATION oder Rose Kemp höre. Oder VEKTOR. Socle Musik zu hören ist wie Spielen, Forschen, Zusammenhänge verstehen etc. Also grad das Gegenteil vom routinierten Erwachsenwerden... Bei STEELWING und RAM, da spür ich meinen Rücken, suche nach grauen Haaren und hab den Drang, nach draußen zu gehen... Am Ende isses eben wieder ne Geschmackssache 
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