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von Eike » Mittwoch 21. Dezember 2011, 20:25
Bei mir ist gestern ein Sampler eingetrudelt, der völlig "nackt" daherkommt, also keinerlei Rückschlüsse auf den Absender zulässt. Das macht es natürlich um so kniffliger und damit spannender, zu erraten, wer mein Wichtel sein könnte. Leider werde ich frühestens nach Weihnachten, vielleicht auch erst im neuen Jahr die Muße finden, hier erste Eindrücke nach samplerwürdig aufmerksamen Beschallungen preiszugeben, also sage ich schon vorab: Besten Dank, lieber Wichtel, und frohe Feiertage!
Man hört sich...
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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von Eike » Dienstag 27. Dezember 2011, 01:03
Grmpf! Ich Trottel habe mir letzte Woche meinen Rucksack mit u.a. meinem Discman und dem Wichtelsampler darin klauen lassen. In Sachen Abspielgerät kann/muss ich selbst Abhilfe schaffen, von meinem Wichtel wäre es sehr nett, mir die Zusammenstellung noch einmal zu brennen und zukommen zu lassen. Tut mir leid, dass sich nun alles weiter verzögert!
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von Eike » Sonntag 1. Januar 2012, 11:55
Vielen lieben Dank, werter Wichtel, für die erneute Zusendung!
Montag werde ich mich nach einer günstigen Kompakt-CD-Spieler-Anlage umsehen, und dann wird die Vorfreude auf den Sampler, die neue Opeth und einiges anderes in echten Hörgenuss verwandelt. Mehr dazu dann demnächst hier...
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 1. Januar 2012, 13:59
Kauf dir was, an das du auch deinen PC mit einem Kabel anschließen kannst. 
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von Eike » Sonntag 1. Januar 2012, 14:22
Das ist meine Absicht.
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von Eike » Montag 9. Januar 2012, 01:41
Nun denn, wohlan! Dreizehn Stücke ist mein Sampler lang, und gleich das erste davon lässt mich an 123_7 denken. Das ist langsam, bedächtig, melancholisch. Einsam. Da weiß wohl jemand um meine Liebe zu SAVOY GRAND. Das Stück dient sehr gekonnt als Intro zu Track #2, der schon bald deutlich grimmiger wird. Extremer Metal ist's, der hier geboten wird, irgendwas zwischen Black & Death mit einer Prise Dark/Gothic und Epic Doom Metal. Nummer drei schließt 123_7 nahezu sicher aus, denn hier haben wir es mit traditionell-modernem Echtmetall zu tun, das zwischen klassischem Heavy und klotzendem Power Mmetal changiert. Melodisch, episch, und natürlich geht's um heroisches Gemetzel. Das Ding könnte 'Sentinel' heißen. Für Kampfkitschmetal echt gut gemacht. Der vierte Track lässt sich gut an, dunkel, schreitend, da scheint irgendwo noch eine Blues-/Hardrock-Wurzel drinzustecken. Ist sicher aber nur ein Intro, oder? Atmosphärisch. Dann setzt der Gesang ein und murmelt etwas von twisted bone, so im Nick-Cave-Stil, aber der ist es nicht. Ach nee, klaro, jetzt weiß ich auch, woher ich das kenne: 'Black Mambo' ist mein Lieblingssong von MADRUGADA, und diese Band habe ich schon viel zu lange nicht mehr gehört. Sind glaube ich Schweden, oder zumindest Skandinavier, klingen hier jedoch tex/mexikanisch bzw. midwestern. Tolle Nummer zum Schwofen bei Mondlicht. Meine Ex stand da zeitweise auch total drauf. Das ist aber auch perfekte Martini Bianco-Badewannen-Bett-Musik... #5 fängt so EELS-mäßig an. Hm, das könnte tatsächlich von denen sein. Nee, die sind's nicht, auch wenn es da mal ein Stück mit einem ähnlichen Anfang gab. Irgendwie erinnert es mich aber auch an 'Nightporter' von JAPAN. Das hier scheint mir allerdings eher wieder etwas skandinavisches zu sein. Sehr nächtlich im Klang. Melancholisch wiederum. Sternenklare Nacht, nasskalt fröstelnd. Sehr schön. Toller Übergang zu 6), sehr fließend, unmerklicher Stimmungsumschwung. Etwas feierlicher nun. Verwandelt sich dann in leicht wave-igen bis post-black-metallischen, epischen (Post-?)Rock mit klassischem Heavy Metal-Gesang. Interessante Mischung, das. Gute Metalballaden gibt es eh zu wenig, und das hier verdient den Namen Powerballade tatsächlich, im Gegensatz zu all den Powerballaden, die Powerballade zu einem Schimpfwort machen. Pathos türmt sich zu einem beeindruckenden Gebirge auf, ohne dass es sich in Schneekugelkitsch verwandelt. Hätte der mich nicht schon mal bewichtelt, würde ich hier an Rüdiger denken. 123_7 könnte das vielleicht aber auch gefallen. Das ist sozusagen das ruppig-schroffe Metalgegenstück zu WISHBONE ASH - - - >>...to the bitter end.<< 7.: Ein echter Winternachtsampler ist das hier. Wieder ein langes, einsam, nächtlich und kühl anmutendes Instrumentalstück. Es passiert gar nicht so viel, außer dass sich Atmosphäre einstellt. 8.: Ein Glockenschlag lädt diese Atmosphäre bedeutungsschwanger auf. Kindergesang und Streicher schwellen kurz bedrohlich an, danach verwandelt sich die Szenerie in einen ruhigeren Reigen, bevor es soundtrackmäßig in klassischem Instrumentarium voran geht, ein Metalrhythmus sich darunter mischt und schließlich auch die Gitarren losbraten. Spannungsvoll bis getrieben wirkt das Stück. Huch, da hebt Frauengesang an, etwas angestrengt klingt er, trällert eine Symphonic Power Metal-mäßige Melodei, jedoch zum Glück nicht mit so einem glattgeleckten Model-im-Leder-Elfen-Korsett-Stimmchen, sondern etwas garstiger. Wird abgelöst von einem Huh-hah-hu-ha!-enden Stampfetroll und Zirkusmusik. Leicht weird, dabei aber bodenständig, könnte fast vom Julian stammen, aber da der ja immer weiter in Richtung weirdness-for-weirdness-sake abdriftet, klingt's dafür fast schon zu normal und traditionell seltsam.  Hat schon was, hätte mich vor zehn Jahren aber sicher noch mehr begeistert als heute. Flötenspiel entlässt uns ins nächste Stück...
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Eike
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von Eike » Dienstag 10. Januar 2012, 17:01
...welches ungleich schwärzer daherkommt, wie nicht nur (9)malkluge auf Anhieb erkennen werden. Oder ist es doch der Julian? Der mag doch auch diesen urigen Nordmannensound... Ach, ich habe doch keine Ahnung. Für's Schaf ist der Sampler eigentlich viel zu samtig, andrerseits hat der Double-Cheeseus uns ja in letzter Zeit desöfteren mal seine flauschig-perwollgewaschene Seite dargeboten. Was weiß ich denn schon? Es könnte auch jeder andere sein, der eine Musikbandbreite von melancholisch über rauhreiftragend bis episch sein eigen nennt, also nahezu jeder hier; - vielleicht sogar der Jhonny, hier mal etwas randständiger und abseits eigener vielbewanderter Lieblingspfade, um seine Vielseitigkeit unter Beweis zu stellen? X. bringt Stoner als weitere Würze ins Spiel, damit rückt als möglicher Chefkoch dieser Combinazione freilich der Herr Freiesleben in den Blickwinkel. Aber wichtelte der diesmal überhaupt mit? Ihr seht: Ich habe schon längst den Überblick verloren... Kein Wunder bei dem harzig verrauchten Dudelkraut hier. Ich kann's schlecht beschreiben, erinnert allerdings etwas an die guten alten KYUSS. 11 beginnt wirklich seeehr leise, um nicht zu sagen gedimmt, hintergründig, flüchtig und etwas folkig, der Sound ist fast schon elfenhaft dünn. Akustikgitarre und spaceige Produktion erzeugen zusammen mit der ätherischen Stimme unbestimmten Geschlechts eine seltsame, fragile Balance. Es bleibt wirklich so leise; ich drehe mal vorsichtig lauter, es ist schließlich schon spät und häßliche Nachbarn haben ihren Schönheitsschlaf bitter nötig. Das könnte entweder Holgmaterial sein, oder aber er fände es total bescheuert, da wird man bei ihm ja nie schlau draus, wie sein Gehörzentrum nun genau tickt. Es gibt noch mindestens drei Kandidaten außer den bereits genannten, denen ich da knowledge zutrauen würde: Kubi, Frank und Azmodes. A-haaaah!! Nach langem aber nicht uninteressanten Gewaber dräuen dann doch etwas lautere Gitarren herauf, und auch der Schlagzeuger lässt es voluminöser dengeln, das Ganze schaukelt sich psychedelisch langsam zu einem postmetallischen Reigen auf, der boleroartig fortschwelgt und so immer mehr an hypnotischer Endoplasmamasse hinzugewinnt. In dem Tempo könnte man da sicherlich gut das Brauen eines Hexentrunks zu timen, selbigen genüsslerisch konsumieren und auf die psychonautische Wirkung warten... oder auch nicht; keine Macht den Drogen! Hört lieber Musik, dafür aber intensiver. Schöne Schau flirrender Farben aquarellener Ambivalenz. Synästhesie und so... Das Dutzend voll macht ein rhythmischer Metalsong mit Growls und Riffs und Schlagzeugfills und all dem. Irgendwie stimmt die Überleitung vom ätherischen Vorgänger zu diesem Wuchtbrummer dennoch. Mein Wichtel sollte DJ in einem gemeinnützigen Open-Air-Musik-Forst-Verein werden, der seine Lichtung nur an Vollmonden öffnet und dessen Mitglieder sonst mit scharfer Flinte vom Hochsitz aus alles erlegen, was in einem Bis-auf-vollmonds-Naturschutzgebiet nichts zu suchen hat. Als Jagdhelfer empfehle ich Rehe, die sind klug, treffsicher und nie um eine gute Begründung verlegen. Ach ja, das Stück heißt wohl 'I Die Alone', vermute ich. Dreizehn schlägts dann wieder ganz sachte. Auch hier schlägt sich die Vorliebe meines Wichtels für soundtrackartige Klänge nieder - in einem ganz und gar sachte gespielten Stück mit viel verhaltenem Klavier und ein wenig Orchesterbegleitung, die jedoch nur kurz zum Vorschein kommt. Hm, wer könnte das außer den bereits genannten wohl noch gewesen sein? Loenz? Fröschli? Unser flauschiges Blautier gar? Es darf spekuliert werden. Meine Annahme ist, dass der Sampler gezielt auf meinen Astralleib hin maßzuschneidern versucht wurde. Dafür spricht, dass mich keines der Stücke nachhaltig verstört hat, sondern nahezu alle sehr gefällig in meinen Ohren klangen, allerdings auch keine Widerhaken sich fordernd in mein Ohr bohrten und nachdrücklich nach meinem Herzblut oder befehdehandschuht nach einer intensiveren Konfrontation schrien. Vielmehr aber dürfte der gelungene Fluss der doch so unterschiedlichen Stücke dafür sorgen, dass ich das Teil immer mal wieder hervorkramen und mich so nach und nach in sämtliche Songs weiter einhören werde - besonders in dunklen, kühlen Vollmondnächten. Danke, lieber Wichtel, und allen musikgebildeteren als mir viel Vergnügen beim Raten! Ich habe nämlich - bis auf MADRUGADA - wirklich nichts erkannt. Mehr nach weiteren Durchläufen...
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von Falkner » Dienstag 10. Januar 2012, 19:58
Julian und Jhonny machen garnicht mit, mehr kann ich leider nicht helfen. 
The four most over-rated things in life are champagne, lobster, anal sex and picnics. - Christopher Hitchens
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von Eike » Mittwoch 11. Januar 2012, 08:40
8) erinnert etwas ans DSO.
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von Teichfrosch » Mittwoch 11. Januar 2012, 16:08
Also, wenn man von deiner Beschreibung ausgeht klingt das überhaupt nicht nach DSO.
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