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von 123_7 » Montag 19. Dezember 2011, 20:53
Mir schillerte eine schlichte, aber stimmungsvolle Zeichnung entgegen, als ich den Briefumschlag aufriss. Diese ziert eine Art Gatefold, dessen Innenleben mir ein interessantes Konzept offenbart, die mir mit einer persönlichen Nachricht eine ganz neue Wichtelerfahrung auferlegt. Hinter den 2 CDs stecken nicht nur eine Ansammlung von Stücken verschiedener Künstler; nein, mein Wichtel hat diese zu einer "Tragödie in Zwei Akten" mit dem Titel "Der Seele Streit & Fall" komponiert, deren Akte in jeweils 9 Szenen (= Musikstücke) aufgeteilt sind. Ein überwältigender Aufwand wurde hier betrieben und zumindest von CD1 aus zu urteilen, die bis jetzt einen Durchlauf spendiert bekommen hat, ist die Umsetzung ebenso überwältigend. Es ist faszinierend, wie die Szenentitel dazu verleiten, die Musik vor dem inneren Auge in ein Schauspiel zu rücken. Wie die Kapriolen der Musik ihre eigene Geschichten finden; wie die Musik zum Medium der Fantasie wird. Ich möchte dies natürlich auch adäquat würdigen und euch an meiner Geschichte teilhaben lassen. Deswegen werde ich vermutlich einige Zeit benötigen, aber ich freue mich jetzt schon darauf, wie es am Ende aussehen wird. Vielen Dank jetzt schoneinmal, lieber Wichtel! (Ich weiß zwar, wer es ist, aber deswegen muss ich euch ja nicht den Ratespaß nehmen  )
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123_7
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von Loenz » Montag 19. Dezember 2011, 20:56
Das klingt auf jeden Fall ziemlich großartig. Hatte Peter nicht letztens schon mal so etwas ähnliches gemacht? Mit Konzept etc?
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Loenz
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von Teichfrosch » Montag 19. Dezember 2011, 21:26
Wow, das klingt großartig. Bin sehr gespannt.
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von Julian Rohrer » Montag 19. Dezember 2011, 22:35
Peters Konzept war das Alphabet  Sehr spannend. Schnell weiter machen!
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von 123_7 » Donnerstag 22. Dezember 2011, 11:12
Szene 1: Welche Kleider der Meister der Schatten auch tragen mag, seine Musik weist den Weg zu seiner Seele Seltsame Klänge dringen in mein Ohr. Fern hallen scheinbar Instrumente. Am Horizont sehe ich eine imposante Gestalt, die sich stets auf mich zubewegt. Mit jedem Schritt, die diese Person auf mich zuschreitet, scheint aber die majestätische Aura zu schwinden. Schlussendlich steht mir eine wenig auffällige Person gegenüber. Einfach gestrickt, milde lächelnd und von positiver Ausstrahlung. Seine glockenklare Stimme zerreist plötzlich die Stille. Er stellt sich mir als Meister der Tarnung vor. Er könne Menschen aus dem Augenwinkel beobachten und seine Mission sei, zu töten. Erschrocken weiche ich einige Schritte zurück, doch der Meister der Tarnung winkt nur milde lächelnd ab und erklärt mir, dass ich bereits tot sei. Meine aschfahlen Lippen beben; tiefe Runzeln kreuzen sich auf meiner Stirn. >>Du bist meine Seele...<<, seine Worte schneiden sich durch mein Gehör wie Kreide auf Schiefer. Er nimmt meine Hand, öffnet Sie, legt einen Smaragd hinein und umschliesst seine Hände mit meinen. Bedeutungsschwanger schweigen wir einige Sekunden, bis er die linke Hand hebt und gen Westen deutet. Ich sollte den Smaragd in die Unterwelt bringen und den Geistern überreichen, um diese Milde zu stimmen. Nur so sei uns die Erlösung möglich. Ich drehe meinen Kopf in die Richtung seines ausgestreckten Fingers. Er wiederholt ein letztes Male: << Ich bin der Meisterung der Tarnung >> Als ich meinen Kopf ihm wieder zuwenden wollte, war er bereits einige Meter entfernt. Seine Erscheinung schien mit jedem Schritt imposanter zu werden. Aus der Stille heraus begleiten jeder seiner Bewegungen wohlklingende Streichertöne. Als der Horizont ihn verschluckt hatte, schaue ich auf den Smaragd in meiner Hand, balle eine Faust und setze einen Schritt nach dem anderen gen Westen.
Szene 2: Wenn die Spieluhr spielt und gläsere Figuren das Licht der Seele brechen, dann lacht der Wahn
Unter der sengenden Hitze fällt mir jeder Schritt schwerer. Durstig, von Hunger zerfressen, greift der Wahn meinen Verstand an. Der Last nicht standhaltend, schwinden sämtliche Lebensgeister. Ich falle gen Boden und höre aus der Entfernung die sanften Klänge eines Glockenspiels. Wirre Gedanken kreuzten meine Fantasie. Ich sehe vor Traurigkeit weinende, geigespielende Harlekine. Einen meisterhaft singenden Fisch. Auf- und abebende Melodien spielen mir einen Streich. Die Szenerie eines düsteren Zirkus erscheint mir vor dem Auge. Mit jedem Schritt, den ich in Richtung des furchteinflössendes Eingangs setze, verdunkelt sich das Bild. Als ich den Vorhang beiseite schiebe, umgibt mich eine einhüllende Leere und dunkle Fratzen umschweben meinen leblosen Körper.
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von Loenz » Donnerstag 22. Dezember 2011, 12:53
Ich hätte ja jetzt aufgrund dieser Kurz Geschichten auf Dekalog der Elemente geschätzt. Aber der ist ja schon Raus. Der schreibt doch auch Kurzgeschichten, wäre also passend gewesen. Aber so, mhmm. Eike ist aufgrund seiner Reviews durchaus auch verdächtig, den traue ich solche Sachen auch zu.
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von Teichfrosch » Donnerstag 22. Dezember 2011, 13:48
Hm, Rüdiger hat doch auch eine poetische Ader... ist halt schwierig weil nichts zu der Musik gesagt wird, und 123_7 schon den Wichtel kennt. 
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von 123_7 » Donnerstag 22. Dezember 2011, 13:54
Da steht mehr über die Musik drin, als du denkst... zumindest hoffe ich, dass das so rüberkommt 
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von salisbury » Donnerstag 22. Dezember 2011, 14:14
Ich muss bei den Beschreibungen unweigerlich an die Musik der Dänen LIS ER STILLE denken. Die ist genauso bildlich, voller Wendungen und Stimmungen...ihre Musik beschreibt ja auch Bilder...
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von 123_7 » Freitag 23. Dezember 2011, 11:28
Szene 3: Aus dem Wahn erwacht, die wirren Stimmen verklungen, verzehrt sich die Seele in Sehnsucht nach Frieden
Träge schleichen sich die Lebensgeister zurück in meinen Körper. Immernoch das Dunkel vor meinen Augen, vernehme ich das beruhigende Strömen eines nahegelegenen Bachs. Sanfter Tau perlt prickelnd von langen Grashalmen auf meinen Körper. Das Gefühl von tiefer Ruhe und einer paradoxen Zufriedenheit durchströmt meine Nerven. Gedanken an meine Kindheit werden wach; die geborgene Wärme meiner Eltern scheint greifbar. Langsam öffne ich meine Augen. Die Umgebung ist dunkel, doch das flackernde Tanzen des Scheins eines Lagerfeuers spiegelt sich in den, sich leicht im Wind neigenden, Bäumen wider. Gebettet auf einer weichen Strohauslage bleibt mir nur ein Gedanke im Kopf: << Das ist das Ende >>.
Szene 4: Doch unter dunkel dräunenden Himmeln findet des Kindes Seele die Sehnsucht nicht erfüllt
Die Bäume in meiner Umgebung neigen sich stärker zu mir. Ihre Kronen scheinen sich zu verbiegen und ihre langen Äste formen sich zu Klauen die sich mir bedrohlich nähern. Der Nachthimmel scheint durch den Kosmos ausgesogen, taucht er sich doch in ein tiefes Schwarz. Das Lagerfeuer immer stärker flackernd, scheint nicht mehr die Kraft zu besitzen, die Umgebung auszuleuchten. Die Bäume um mich herum kann ich nur noch in Silhouetten wahrnehmen, die Äste scheinen sich mir immer mehr zu nähern. Mit einem schwachen Zischen, verlässt die Seele des Feuers die irdische Existenz und steigt als Rauchschwade auf. Komplett in Dunkelheit gehüllt, versuche ich mich schnellstmöglich von diesem unheilvollen Ort zu entfernen.
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