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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Rüdiger Stehle » Donnerstag 10. November 2011, 01:19
Zuerst wollte ich den Thread ins Black/Death-Forum packen, weil wir es weitgehend doch mit etwas extremer orientierten Truppen zu tun haben. Da es aber um ein Label geht, das sich an sich stilistisch nicht beschränkt, ist das allgemeine Musikforum wohl doch der richtige Ort, sich ein wenig über eine kleine, rührige und vor allem qualitätsbewusste Plattenfirma zu unterhalten, die ihren Sitz in der einstigen Bundeshauptstadt Bonn hat und deren Roaster sich auch vornehmlich aus Musikern und Bands zusammen setzt, welche ihre Heimat in jener Gegend haben. Trotz zahlreicher personeller Überschneidungen findet doch jede Band ihren ganz eigenen künstlerischen Ausdruck. Nicht selten eigenwillig und schwer verdaulich, immer jedoch auch mit einer beachtlichen Anmut und einem hohen Anspruch an sich selbst und die eigene Vision. Die Rede ist natürlich von Zeitgeister Music, deren Veröffentlichungen ich euch in den letzten Jahren mit einer gewissen Regelmäßigkeit vorstellen und anpreisen konnte. Dazu gehören die folgenden Recken mit den genannten Scheiben: KLABAUTAMANN:  Die Band, durch deren Album "Der Ort" ich 2005 erstmals in Kontakt mit dem Umfeld der Zeitgeister gekommen bin, ist Gründungsmitglied Florian Toyka doch auch der Mann hinter dem Label. Die Band begeisterte mich von Anfang an mit eigenständigem Black Metal zwischen Naturmystik, Hintergründigkeit, Extravaganz und dem Drang zur Weiterentwicklung. Über das großartige Werk "Merkur" (2009) mit seinen progressiven, detailverliebten und atmosphärischen Black-Metal-Klängen kommen wir nun zum neuen Werk "The Old Chamber", das am 21.11.2011 erscheinen wird, und für das ich mich gerade ans Reviewen mache. Mehr dazu also in Kürze. http://powermetal.de/review/review-Klab ... 14465.htmlhttp://powermetal.de/review/review-Klab ... ,5304.htmlVALBORG Dann gibt es da VALBORG, eine Band voller Urkraft, aber auch mit völlig eigenständiger und ungewöhnlicher Orientierung im Bereich des extremen Metals. Das atmosphärische Element ist sehr stark ausgeprägt und reicht von beklemmender Dunkelheit bis in atmosphärische, schwebende Bereiche. Auch hier findet von Album zu Album eine beträchtliche Weiterentwicklung statt, welche das Antlitz jedoch nie entstellt. Zuletzt wirkt die Band songorientierter als auf dem Frühwerk. http://powermetal.de/review/review-Valb ... 13740.htmlhttp://powermetal.de/review/review-Valb ... 16596.htmlhttp://powermetal.de/review/review-Valb ... 18442.htmlISLAND Weiter geht es mit ISLAND, und geboten wird uns eine atmosphärische dichte und spannende Reise durch Klanglandschaften zwischen Post Rock, Metal, Psychedelic und Prog. Sicher kein Easy Listening, aber auch nicht allzu schwer verdaulich, entfaltet sich vor uns spannende, avantgardistische und doch urtümliche Musik zwischen Schwelgerei und Brachialität. Einfach zeitlos schön! http://powermetal.de/review/review-Isla ... 11647.htmlhttp://powermetal.de/review/review-Isla ... 16271.htmlhttp://powermetal.de/review/review-Isla ... 16975.htmlGRUENEWALD GRUENEWALD umweht ein Hauch von Naturmystik, ohne damit die Bereiche des Pagan Metal auch nur zu streifen. Eher ist es ein warmes Gefühl schamanistischen Zaubers, das erwacht, wenn die Töne von 'Geist' oder 'Zwei Namen' erklingen. Freunde von TENHI oder WARDRUNA könnten sich angesprochen fühlen, auch wenn GRUENEWALD diese sehr ähnliche Stimmung mit ganz anderen Mitteln erreicht. http://powermetal.de/review/review-Grue ... 15787.htmlEKPYROSIS Mit EKPYROSIS bewegen wir uns auf den Pfaden schwarzmetallisch orientierter Avantgarde. Die Musik könnte unter euch jene ansprechen könnte, die ihre Favoriten bei Bands wie FEN, BURZUM, TODTGELICHTER, FÄULNIS, TOTENMOND und TRIPTYKON haben. Nicht, weil EKPYROSIS so klänge wie die angesprochenen Bands, sondern weil die Musik die Sinne in ähnlicher Weise anspricht. http://powermetal.de/review/review-Ekpy ... 17700.htmlWOBURN HOUSE Einmal eingetaucht in die bizarren Klangwelten WOBURN HOUSEs, nehmt ihr viele bekannte Farben und Färbungen wahr. Die dröhnende, bassige Intensität von NEUROSIS taucht auf, die Naturmystik von AGALLOCH, das schwebende, spacige Element von PINK FLOYD. Auch hier steht für den 21.11.2011 ein neues Album ins Haus, dessen tolles Artwork ihr oben seht. Auch hier hoffe ich, euch bald eine Rezension liefern zu können. http://powermetal.de/review/review-Wobu ... 14859.htmlOWL Damit geht es dann auch in die letzte Runde der Bandvorstellungen. OWL ist die Death-Metal-Variante aus dem Hause der Zeitgeister. Aber kaum überraschend ist das weitab vom Standard des Genres. Wenn ihr euch ein Klangexperiment vorstellen könnt und wollt, das sich im Schnittfeld zwischen Werken wie "Ordo Ad Chao", DARKTHRONEs Death Metal-Phase, dem PARADISE LOST-Debüt und einer muffig produzierten, reduzierten Variante der chaotischen Rifforgien MORBID ANGELs bewegt und durch Christian Kolfs prägnante Vocals natürlich auch eine Nähe zu GRUENEWALD und VALBORG mitbringt, dann kommt ihr an OWL nicht vorbei. http://powermetal.de/review/review-Owl/Owl,18232.htmlEs wäre schön, wenn ihr euch die eine oder andere Hörprobe gönnen würdet, wenn euch die eine oder andere Beschreibung anspricht. Besonders hinweisen möchte ich an dieser Stelle auch noch auf die meist wirklich großartigen Artworks, besonders bei KLABAUTAMANN und WOBURN HOUSE. Ebenso ist mir die Information wichtig, dass ihr alle noch erhältlichen Scheiben der genannten Bands für sehr faire Preise direkt beim Label ordern könnt. Die beiden neuen Releases von KLABAUTAMANN und WOBURN HOUSE bekommt ihr zur Veröffentlichung im Paketpreis von 20,- Euro. Ansonsten gibt es Einzel-CDs für in der Regel 12,- Euro, ebenso T-Shirts. http://zeitgeistermusic.com/shop.htmlÜber Feedback zu den einzelnen Bands würde ich mich sehr freuen. Unterstützt den Untergrund!!! 
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von Peter Kubaschk » Donnerstag 10. November 2011, 08:16
Musikalisch für mich jetzt nicht soooo spannend. Aber so ein Bericht gehört eigentlich ins Magazin. 
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von Jesus » Donnerstag 10. November 2011, 16:39
Schöne Beschreibungen, die auch wunderbar als Artikel im Magazin eine gute Figur abgeben würden. Mir sind einige Bands der Zeitgeister mittlerweile geläufig und zumindest interessant sind die alle. Wobei die "Ein ewiges Bild" mich letztens beim ersten Durchlauf allerdings abgeschreckt hatte, da sie so extrem anders klang als "Mensch aus Gold". Letztere bot URFAUST'schen Avantgarde BM mit durchgehend klarem Gesang, wohingegen ich bei der neuen Scheibe NDH-Elemente ausmachen konnte, die mir eher sauer aufstoßen. In die beiden Werke von ISLAND muss ich mich noch einfinden. Sehr interessant gemacht sind sie auf alle Fälle, aber eben auch keine leichte Kost, die man mal so nebenbei her konsumieren kann. KLABAUTAMANN hatte mit "Merkur" auch ein feines Kleinod deutscher Schwarzwurzelbraukunst abgeliefert. Der Frosch mag mir da wahrscheinlich widersprechen. GRUENEWALD steht schon lange auf meiner kleinen Einkaufsliste unter der Rubrik "Mal reinhören", aber wie so oft mangelt es an Zeit und Ohren. Im Großen und Ganzes ein sympathisches DIY-Label mit einem kleinen, aber feinen Aufgebot von aufstrebenden Bands und einem zuverlässigen Shop.
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von Havoc » Donnerstag 10. November 2011, 21:55
Das klingt mal sehr interessant. Mal gucken ob ich die mal verhafte. Ansonsten kenne ich ja bereits die "Merkur" von Klabautamann. Schickes Album auf jeden Fall.
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von frankjaeger » Donnerstag 10. November 2011, 22:31
Nicht ganz mein Futterspektrum, aber sehr erwähnenswert. Magst du das nicht in der Tat zu einem Artikel umbasteln? Das fände ich ziemlich gut.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 10. November 2011, 23:59
Zur Frage, ob das nicht auch ein Artikel hätte werden können, will ich einfach mal ganz direkt sagen: Ja, hätte es werden können! Und ich überlege auch gerade, ob es vielleicht auch noch einer wird. Im Prinzip ist mir der Gedanke gekommen, während ich hier den Forenbeitrag getippt habe, doch dann habe ich erst einmal den fertig gestellt, um zu sehen, wie die Reaktionen hier im Forum sind. Weniger auf den Artikel als vielmehr auf die Bands.
Der Gedanke dahinter war, dass ich vielleicht einige der Äußerungen, Assoziationen oder Meinungen, die in diesem Thread auftauchen könnten, in einem etwas mehrschichtigeren Artikel verwenden könnte. Sozusagen als Rezeption von dritter bzw. vierter Seite. Irgendwie schwebt mir vor, dass man daraus ein größeres Special machen könnte, das dann die Rezensionen zu den beiden neuen Scheiben flankieren könnte. Hoffentlich nehme ich mir da nicht zu viel vor, weil bei mir grad alles recht stressig ist, aber ich werde daran arbeiten und hoffen, dass es irgendwann die Gestalt annimmt, die ich mir vorgestellt habe. Irgendwie habe ich gerade sehr viel Lust auf dieses Projekt.
Helfen kann mir dabei jedes Statement zu den genannten Bands und Alben, von daher würde mich sehr freuen, wenn der eine oder andere hier und da hinein hört, und seine Eindrücke schildert.
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von Rüdiger Stehle » Freitag 11. November 2011, 00:18
Jesus hat geschrieben:Wobei die "Ein ewiges Bild" mich letztens beim ersten Durchlauf allerdings abgeschreckt hatte, da sie so extrem anders klang als "Mensch aus Gold". Letztere bot URFAUST'schen Avantgarde BM mit durchgehend klarem Gesang, wohingegen ich bei der neuen Scheibe NDH-Elemente ausmachen konnte, die mir eher sauer aufstoßen.
Okay. Die NDH-Elemente sind mir jetzt nicht direkt ins Gesicht gesprungen, was ein gutes Zeichen ist. Denn als alter NDH-Skeptiker hätte ich sie bestimmt als sehr störend empfunden, wenn sie dominant wären. Den Vergleich mit "Mensch aus Gold" kann ich leider nicht ziehen, weil die Scheibe eine der wenigen alten Veröffentlichungen der Zeitgeister-Bands ist, die ich noch nicht habe. Erschien ja auch noch auf dem alten Label Paradigms. Werde ich aber wohl demnächst mal ordern müssen. Wobei "BM mit durchgehend klarem Gesang" ja irgendwie ein bisschen paradox ist, gell? In die beiden Werke von ISLAND muss ich mich noch einfinden. Sehr interessant gemacht sind sie auf alle Fälle, aber eben auch keine leichte Kost, die man mal so nebenbei her konsumieren kann.
Das ist nun auf jeden Fall wahr. Das Debüt habe ich nicht so intensiv gehört, weil ich das nachgekauft habe und nicht zur Besprechung hatte. Die anderen beiden finde ich sehr fein. KLABAUTAMANN hatte mit "Merkur" auch ein feines Kleinod deutscher Schwarzwurzelbraukunst abgeliefert. Der Frosch mag mir da wahrscheinlich widersprechen.
Was "Merkur" angeht, sind wir uns völlig einig. Tolle Scheibe, in jeder Hinsicht großartig umgesetzt. Doch auch das neue Werk fesselt mich gerade ungemein. Kann ich dauernd hören. Dabei ist es eine recht unerwartete Kehrtwende, wenn man auf die "konsequente" Fortsetzung der "Merkur" gewartet haben sollte. Die Band selbst sieht die Scheibe als ihren Tribut an alte ULVER, ENSLAVED und BORKNAGAR, und soweit weg sind wird damit gar nicht von der Wahrheit. "The Old Chamber" ist schon ein finsterer Brocken, dabei aber sehr differenziert produziert. Die Grimmigkeit der Vorbilder wurde eingefangen, das Tempo gedrosselt und fies verschleppt, die Akustik weitgehend ausgemerzt. Dabei bleibt das Instrumentarium aber diffizil und vielschichtig, der Klang transparent. Wenn man also von Tribut reden kann, dann von einem guten, weil er eigenständig ist und nicht das, was die ganzen AC/DC-Klone dieser Welt abziehen. GRUENEWALD steht schon lange auf meiner kleinen Einkaufsliste unter der Rubrik "Mal reinhören", aber wie so oft mangelt es an Zeit und Ohren.
Jo. Verständlich. GRUENEWALD dürfte sicher etwas für dich sein. Zumindest dem Grunde nach. Mir ist sie bisher, trotz etlicher intensiver Durchläufe noch nicht so ins Blut gegangen, aber in die Seele geht es immer, wenn es läuft. Im Großen und Ganzes ein sympathisches DIY-Label mit einem kleinen, aber feinen Aufgebot von aufstrebenden Bands und einem zuverlässigen Shop.
Ja, genau so sehe ich das auch. Deshalb auch die kleine Promotionsinitiative an dieser Stelle. Denn obwohl nicht alles gleich zündet und vieles recht sperrig und verschroben klingt: Hohen künstlerischen Anspruch und faszinierende Facetten weisen alle Scheiben des Labels auf.
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von Jesus » Freitag 11. November 2011, 08:27
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Wobei "BM mit durchgehend klarem Gesang" ja irgendwie ein bisschen paradox ist, gell?
Nö  Aber das ist ein anderes Thema... 
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von Jhonny » Freitag 11. November 2011, 09:53
Jesus hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Wobei "BM mit durchgehend klarem Gesang" ja irgendwie ein bisschen paradox ist, gell?
Nö  Aber das ist ein anderes Thema... 
ich befürchte, er meint nicht Mercyful Fate... 
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von Jhonny » Freitag 11. November 2011, 10:37
Spannendes Thema hier, das aber eigentlich ein Artikel sein sollte... Falls du's noch als Artikel veröffentlichst, kannst du ja noch Hörbeispiele einfügen, falls das legal / möglich ist. Ich guck jetzt mal in die verlinkten Reviews rein... (auch wenn ich nicht wirklich vermute, dass das alles so mein Ding ist) Klabautamann klingt auf jeden Fall nach einer interessanten Truppe. Valborg scheinen ja eine interessante Entwicklung durchgemacht zu haben. Sicher interessant, da mal reinzuhören. Island... scheint dann aber echt uninteressant für mich zu sein... Gruenewald... ich kenne keine der Vergleichscombos. Ekpyrosis sind wohl auch eher nix für mich. Woburn House brauch ich wohl kaum antesten... Owl dagegen klingen wieder recht interessant. Vielen Dank schon mal für die ausführliche Vorstellung - bin gespannt, ob ich der ein oder anderen Band noch mal begegne.
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