Das Feuchtbiotop 2.0

Brot und Spiele für den Powermetal.de-User: große Projekte der Community und umfassende Forenspiele finden hier ihren Platz

Re: Das Feuchtbiotop 2.0

Beitragvon Teichfrosch » Donnerstag 1. September 2011, 16:54

Bild

Circa Survive - Blue Sky Noise (2010)

Schon eine ganze Weile versuche ich das Forum zu missionieren. Vielleicht klappts ja diesmal. "Blue Sky Noise" ist eines der besten Alben des Jahres 2010 in meinen Augen, poppiger Post-Hardcore / Alternative der absoluten Spitzenklasse. Songs wie Ohrwürmer die sich mit Tankerankern im Gehörgang festhaken: besser kann man die Band eigentlich nicht beschreiben. Auch wenn meine extasischen Jubelschreie bisher ungehört verklungen sind: möglicherweise finden sie ja jetzt Gehör. Eine ganz phantastische Band mit einem ganz phantastischen Album die ich in einer "richtigen" Top100 mitlerweile unter die Top30 setzen würde.

Imaginery Enemy - erinnert nur mich der Sänger an Claudio Sanchez von COHEED AND CAMBRIA?

Mehr Hörproben hab ich im dazugehörigen Thread hier gepostet:

viewtopic.php?f=34&t=1390
Benutzeravatar
Teichfrosch
Metalhead
 
Beiträge: 3170
Registriert: Montag 17. Mai 2010, 00:18

Re: Das Feuchtbiotop 2.0

Beitragvon Teichfrosch » Freitag 9. September 2011, 20:41

Bild

A Hope For Home - Realis (2010)

Die US-Amerikaner A HOPE FOR HOME sind bisher eigentlich eher mit Hardcore / Post-Hardcore aufgefallen, aber mit ihrem 2010er Album "Realis" versuchen sie sich an einer neuen Ausrichtung und bauen ihren Sound (meiner Meinung nach) ziemlich eindeutig auf das auf was man heutzutage unter Post Metal zusammenfasst. Die Klängfarben erinnern an CULT OF LUNA oder AMIA VENERA LANDSCAPE und weniger an Post-Hardcore, alles ist langsamer und wirkt wie vom Doom inspiriert. Grade wenn man die "alten" A HOPE FOR HOME kennt offenbart sich ein ziemlich deutlicher Stilwechsel hin zu gemächlicheren Kompositionen. So ausladend wie richtige Post Metal Bands agiert die Band dabei aber nicht sondern bewegt sich im relativ überschaubaren Rahmen von durchschnittlich viereinhalb Minuten. Der deutliche Hardcoreeinfluss ist ebenfalls noch ziemlich klar herauszuhören, und vom Post-Hardcore gibts zerbrechlich wirkende Clearvocals. Die Mixtur kann sich sehen lassen: das Album ist abwechslungsreich aber nicht überladen, gleichzeitig episch und kompakt, melancholisch und wütend. Dass die Band mit ihrem Sound ein wenig zwischen den Stühlen sitzt macht es allerdings nicht unbedingt einfacher, wer die Doom Anteile schätzt wird wirklich ausladende Kompositionen vermissen während Hardcorefans sich an der für Hardcoreverhältnisse ungewöhnlichen Langsamkeit und Länge der Songs stören. Wer allerdings gerne zwischen den Stühlen sitzt und mit beiden Genres irgendwie etwas anzufangen weiß sollte dringend reinhören: das Album ist wirklich schön.

No Light - beginnt sehr ruhig und träumerisch, steigert sich langsam bis zu einem wütenden Finale - könnte genauso bei Songs von CULT OF LUNA stehen, geschieht hier aber in (nur) 4 Minuten.

Post Tenebras Lux - einer der beiden längsten Songs der Platte, wenns 10 Minuten länger wäre könnte man meinen hier werken ISIS.

Withering Branches - hier merkt man schon deutlicher die Hardcoreanleihen, wirklich schnell ist der Song aber nicht.
Benutzeravatar
Teichfrosch
Metalhead
 
Beiträge: 3170
Registriert: Montag 17. Mai 2010, 00:18

Re: Das Feuchtbiotop 2.0

Beitragvon salisbury » Sonntag 11. September 2011, 22:33

Circa Survive:

Damit hatt ich ja schon die Ehre. Auch dieser Song hier ist cool. Ich muß bei der Stimme eher an MARS VOLTA denken, aber soviel Unterschied zu Sanchez ist da ja auch nicht ;-) . Behalt ich im Hinterkopf. Tendentiell könnt ich mir vorstellen, daß die Band dem Kubi noch besser gefallen würde als Stitch ;-) .

A Hope For Home:

Beim Frosch kommt selten schlechtes, außer es ist -Core. :grins: . Joking.

Erster Song: Joa, das gefällt mir. Hat was von Anathema, jedenfalls ist das meine erste Assoziation. Okay jetzt wird der Gesang harsher. Also böse Anathema. Öh, was, schon Schluß?


Zweiter Song: Isis sagt der Frosch? Na gut, ISIS ist eine extrem schwergewichtige Referenz, so weit sind se doch noch ned und zu wenig eigen, aber die Richtung stimmt. Aber ich mag die cleane Stimme deutlich lieber...
Realer Name: Thomas Becker
Benutzeravatar
salisbury
Musikredaktion
 
Beiträge: 22805
Registriert: Samstag 10. April 2010, 15:52
Wohnort: München

Re: Das Feuchtbiotop 2.0

Beitragvon Jesus » Dienstag 13. September 2011, 12:31

A HOPE FOR HOME tönt fein. So die Schiene von CALLISTO und CULT OF LUNA mit etwas mehr Plüsch. Nicht unbedingt originell, aber angenehm. Meine Güte, laut diesen zwei Feuchtbiotopen hörst Du ja fast nur Plüschcore ;)

CIRCA SURVIVE hatte ich doch schon mal in einer PN für gut befunden, oder? Hummeliger Post-Hardcore mit Zuckerguss und Parallelen zu THE MARS VOLTA und COHEED AND CAMBRIA. Klingt auch nett, hat aber dank des Gesang sicherlich auch Nervpotential.

Leider darf ich beide Bands trotzdem nicht gut finden, da ich ja laut dem froschigen Froschkonzil der froschtauglichen Musik gar keinen -Core höre. Oder zumindest keinen, der nicht mindestens 20 Jahre auf dem Buckel hat. Schade. :(
Benutzeravatar
Jesus
Super-Duper-Mega-Ober Metaller
 
Beiträge: 10890
Registriert: Dienstag 9. Februar 2010, 13:20
Wohnort: Das Herz Preußens

Re: Das Feuchtbiotop 2.0

Beitragvon salisbury » Dienstag 13. September 2011, 12:33

Jesus hat geschrieben:A HOPE FOR HOME tönt fein. So die Schiene von CALLISTO und CULT OF LUNA mit etwas mehr Plüsch. Nicht unbedingt originell, aber angenehm. Meine Güte, laut diesen zwei Feuchtbiotopen hörst Du ja fast nur Plüschcore ;)

CIRCA SURVIVE hatte ich doch schon mal in einer PN für gut befunden, oder? Hummeliger Post-Hardcore mit Zuckerguss und Parallelen zu THE MARS VOLTA und COHEED AND CAMBRIA. Klingt auch nett, hat aber dank des Gesang sicherlich auch Nervpotential.

Leider darf ich beide Bands trotzdem nicht gut finden, da ich ja laut dem froschigen Froschkonzil der froschtauglichen Musik gar keinen -Core höre. Oder zumindest keinen, der nicht mindestens 20 Jahre auf dem Buckel hat. Schade. :(


Nimms gelassen, kostet ja auch alles Geld ;-)
Realer Name: Thomas Becker
Benutzeravatar
salisbury
Musikredaktion
 
Beiträge: 22805
Registriert: Samstag 10. April 2010, 15:52
Wohnort: München

Re: Das Feuchtbiotop 2.0

Beitragvon Teichfrosch » Dienstag 13. September 2011, 14:46

Salisbury hat geschrieben:Damit hatt ich ja schon die Ehre. Auch dieser Song hier ist cool. Ich muß bei der Stimme eher an MARS VOLTA denken, aber soviel Unterschied zu Sanchez ist da ja auch nicht


Ja, den Vergleich kann ich gut nachvollziehen. Die kommen ja auch aus der Post-Hardcore Ecke.

daß die Band dem Kubi noch besser gefallen würde als Stitch


Schon möglich, aber der möchte sich ja nicht von mir überzeugen lassen :grins:

Isis sagt der Frosch? Na gut, ISIS ist eine extrem schwergewichtige Referenz, so weit sind se doch noch ned und zu wenig eigen


Na hoffentlich werden sie auch niemals so weit sein, ich möchte ja keine ISIS-Coverband sondern was eigenständiges von denen. Dass die ZU WENIG eigenständig sind sehe ich jetzt aber eigentlich weniger... die Einflüsse sind schon hörbar aber mMn sehr eigenständig umgesetzt.

Öh, was, schon Schluß?


Das ist es halt. Wer einen langsamen Aufbau schätzt, der möchte (und erwartet) mehr Platz zur Entwicklung des Songs. Anfangs hat mich das auch gestört, aber es ist eben auch eine Art von Stilmittel und trägt durchaus zur Eigenständigkeit der Band bei wie ich finde.

Jesus hat geschrieben:A HOPE FOR HOME tönt fein. So die Schiene von CALLISTO und CULT OF LUNA mit etwas mehr Plüsch. Nicht unbedingt originell, aber angenehm. Meine Güte, laut diesen zwei Feuchtbiotopen hörst Du ja fast nur Plüschcore


Was ist denn Plüschcore :? Achso, ah... i get it. Naja, eigentlich nicht... Die Assoziationen sind (natürlich) richtig. Ob das jetzt originell ist, darüber kann ich mich persönlich garnicht gut streiten weil ich es auch nicht als originell empfinde, aber eben als eigenständig. Ein deftiger Eintopf aus allem was ich mag ist mir immernoch lieber als grüner Schaum der nach Schweinebraten schmeckt.

CIRCA SURVIVE hatte ich doch schon mal in einer PN für gut befunden, oder?


Hast du. Ich wollte dich eigentlich damit schocken, das ist mir aber leider nicht gelungen. :(

Leider darf ich beide Bands trotzdem nicht gut finden, da ich ja laut dem froschigen Froschkonzil der froschtauglichen Musik gar keinen -Core höre. Oder zumindest keinen, der nicht mindestens 20 Jahre auf dem Buckel hat. Schade.


Dem Angeklagten steht frei dem hohen Gericht das Gegenteil zu beweisen, allerdings ist die Beweislast bisher erdrückend.
Benutzeravatar
Teichfrosch
Metalhead
 
Beiträge: 3170
Registriert: Montag 17. Mai 2010, 00:18

Re: Das Feuchtbiotop 2.0

Beitragvon Jesus » Dienstag 13. September 2011, 17:09

Teichfrosch hat geschrieben:Dem Angeklagten steht frei dem hohen Gericht das Gegenteil zu beweisen, allerdings ist die Beweislast bisher erdrückend.


:D
Wie die Beweislast, dass wir zwei Hübschen uns alleine einen Bunten machen mussten im AMIA VENERA LANDSCAPE-Thread? Oder die Beweislast, dass sich Trent über den vielen Metalcore auf meinem Sampler beschwerte? Oder doch eher die Beweislast, dass Du eine der dienstälteren melodischen Hardcore-Bands als Nu Metal bezeichnest? Du bist schon manchmal lustig, wenn es um Core geht :)
Benutzeravatar
Jesus
Super-Duper-Mega-Ober Metaller
 
Beiträge: 10890
Registriert: Dienstag 9. Februar 2010, 13:20
Wohnort: Das Herz Preußens

Re: Das Feuchtbiotop 2.0

Beitragvon Teichfrosch » Dienstag 13. September 2011, 18:07

Ich weiß immernoch nicht wo ihr bei LOA den -core raushört. Egal wie sehr ich mich bemühe.
Benutzeravatar
Teichfrosch
Metalhead
 
Beiträge: 3170
Registriert: Montag 17. Mai 2010, 00:18

Re: Das Feuchtbiotop 2.0

Beitragvon Eike » Mittwoch 14. September 2011, 14:22

Hardcore, Baby! As in hardcore punk. Nicht irgendso'n neumodischer Amigacore.
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Benutzeravatar
Eike
Metaller mit zu viel Zeit
 
Beiträge: 24503
Registriert: Montag 1. März 2010, 16:30

Re: Das Feuchtbiotop 2.0

Beitragvon Teichfrosch » Mittwoch 14. September 2011, 18:01

Aha...

Britney Spears singt Blackmetal! As in schwarze Schminke für die Augen. Nicht so ein neumodischer norwegischer Pandarenkram.

So in etwa? Ich hörs nicht, für mich ist das waschechter Alternative ohne auch nur den Anflug von Punk, Hardcore oder Hardcore Punk. Wer will darf mir gerne die nötigen Songbeispiele geben um das nachvollziehen zu können. Wenn ihr wenigstens Post-Hardcore sagen würdet, aber Melodic Hardcore? Nowai.
Benutzeravatar
Teichfrosch
Metalhead
 
Beiträge: 3170
Registriert: Montag 17. Mai 2010, 00:18

VorherigeNächste

Zurück zu Musica et Circenses

Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast