|
|
Brot und Spiele für den Powermetal.de-User: große Projekte der Community und umfassende Forenspiele finden hier ihren Platz
von Rüdiger Stehle » Sonntag 4. September 2011, 23:40
Der liebe Herr Jesus hat mir ja eben einen feinen kleinen Post-Metal-Sampler kredenzt, den ich hier besprochen habe: viewtopic.php?f=30&t=1999&start=90#p77687Weil der Heiland aber wenig Zutrauen in meine postmetallische Belastbarkeit zu haben schien, und weil er überdies ein sehr flauschiger Zeitgenosse ist, hat er mir rein vorsorglich auch ein schwarzmetallisches Trostpflaster beigefügt, damit ich die befürchteten Traumata besser überwinden kann. Black Metal mag ich ja bekanntlich immer. Zumindest ein bisschen. Fast immer. Na ja, gut, meistens halt. Nicht nur, wenn er fra gode gamle Norge kommt. Somit ist auch nichts auf der Scheibe aus Norwegen, was sinnig ist, nachdem ich das im Zweifel ja eh schon kenne würde. # 01 - COBALT 'When Serpents Return' - 6'44"Diese Amis sind ja messianische Lieblinge, wie mir scheint. Das ist jetzt mein erster intensiverer Kontakt mit den Herrschaften, und ich muss sagen, dass mir das ganz gut gefällt, was ich höre. Mir fällt es aber ziemlich schwer, es in Worte zu fassen, was mir da entgegen schlägt. Die Formensprache ist an sich typisch schwarzmetallisch, aber die Melodielinien haben auch etwas eigenes. Es klingt jetzt vielleicht bizarr, wenn ich sage, dass mich das hier und da an SLOUGH FEG erinnert, oder? Na ja, egal. Gefällt mir. Die Riffs sind cool, zum Ende hin ziemlich thrashig. Starker Song. Sorry, dass ich den im "Was hört ihr?"-Thread nicht kommentiert habe. # 02 - ASCENSION 'Grey Light Sibling' - 3'38"Auf geht's nach Germanistan. Sachsen, um genau zu sein. Das ist in Sachen instrumentaler Umsetzung schon eher klassisches Schwarzmetall. Blastbeats, Raserei, flirrende und surrende Riffs, allerdings nicht verwaschen, sondern scharf akzentuiert. Ist das beim ersten Break ein Fleurety-mäßiger Scream mit Pitch-Shifting, oder was von der Gitarre? Ich will an die Stimme glauben. Die "normalen" Vocals sind bärenstark, dramatisch, finster, charismatisch; auch die Leadgitarre fällt auf. Da kommen tolle, sinistre Melodien aus den Boxen. Ganz feine Sache, das alles. Wieder fällt mir der Vergleich wirklich schwer. Irgendwie meine ich, dass mich das ein ganz kleines bisschen an mittlere CRADLE OF FILTH minus jeden Kitsch und Bombast, plus Grimmigkeit und Härte erinnert. Das ist jetzt als Kompliment gemeint, okay? Kommt auf jeden Fall auf die Einkaufsliste.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35308
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Jesus » Samstag 10. September 2011, 17:15
Nanu? Hatte ich wirklich nur zwei Songs auf die CD gebrannt? 
-

Jesus
- Super-Duper-Mega-Ober Metaller
-
- Beiträge: 10890
- Registriert: Dienstag 9. Februar 2010, 13:20
- Wohnort: Das Herz Preußens
von Teichfrosch » Samstag 10. September 2011, 18:55
Dafür aber zwei gute  Nein, ich dachte eigentlich auch dass hier noch mehr kommt. Vielleicht hat der der Befederte momentan keine Zeit.
-

Teichfrosch
- Metalhead
-
- Beiträge: 3170
- Registriert: Montag 17. Mai 2010, 00:18
von Rüdiger Stehle » Sonntag 11. September 2011, 13:58
Kommt alles, keine Frage. Letztes Wochenende war Soundcheck-Notenabgabe und dieses Wochenende war ich bis jetzt in Sachen Schießen unterwegs.
Ich hab' sie eben mal eingeworfen.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35308
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Rüdiger Stehle » Sonntag 11. September 2011, 14:16
# 03 - GLORIOR BELLI 'Deadly Sparks' - 4'07" Nanü. Die klingen auf dem aktuellen Album, das im nächsten Soundcheck sein wird, ja doch deutlich anders als hier. Da haben sie auf der neuen die im Titel angedeuteten Southern-Sludge-Elemente tatsächlich in massivem Umfang neu hinzu gefügt. Hier ist davon noch nichts zu spüren. Als Einflüsse höre ich die FROST/DARKTHRONE-Schiene so ca. Mitte der Neunziger, was auch zum Stimmorgan des Frontmannes passt, der so weit nicht vom Herrn Kult entfernt ist. Dazu lugt hier und da auch ein wenig schwedischer Death Metal ums Eck. Zumindest habe ich das Gefühl.
# 04 - OFERMOD 'Death Cantata' - 6'03" Herrje, die Einleitung erinnert mich aber ganz massiv an etwas, das ich sehr gut kenne. Ich frage mich nur gerade woran. Obwohl es Schweden sind, klingt das so richtig überhaupt nicht nach schwedischem BM. Eher an die langsamen, flächigen und atmosphärischen Sachen, die in Norwegen so ab der zweiten Hälfte der Neunziger so aufkamen. Sehr schön, sehr gut. Das Riffing erinnert mich an Snorre Ruchs Arbeit für THORNS und der Gesang hat schon wieder eine leichte Skjellum-Note. Einige "Hooklines" könnten 1:1 von 'Earth's Last Picture' stammen. Extrem cooler Song.
# 05 - DEATHSPELL OMEGA 'Gloria / Diabolus Absconditus' - 6'25" Ja, aber hallo! Warum klingen die denn heute nimmer so? Schön scharfes Gitarrengeschrote, was die Herrschaften hier bieten. So mag ich meinen Black Metal. Das Stück ist von dem 2008 nachveröffentlichten 2002er-Album, gell? Gefällt mir schon nochmal ein gutes Stück besser als das Material auf "Paracletus".
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35308
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Rüdiger Stehle » Sonntag 11. September 2011, 15:57
# 06 - FIDES INVERSA 'Homicidium' - 12'47" Urgx, der Sänger erinnert mich in den halb-cleanen Momenten ein wenig an Alan Averill. Martialisch und mit militaristischer Rhythmik. Ich mag die ansatzweise an frühe SATYRICON erinnernden "haunting leads" so im Bereich zwischen Minute 3 und 4 sehr gerne. Das Break danach finde ich auf Anhieb ein wenig unschlüssig, aber im Großen und Ganzen passt die Sache. Für einen Dreizehnminüter ist mir das aber irgendwie nicht spannend genug. Trotzdem gut.
# 07 - CHAOS INVOCATION 'Psalms Of Fornication' - 7'37" Die kristallklaren Gitarren am Anfang sind schon mal ein Hinhorcher. Man ist gespannt was folgen wird... Okay, wuchtig, rhythmisch, perkussiv geht es weiter. Die Gitarrenleads schneiden wie die Suchscheinwerfer durch eine "Terminator"-Landschaft. Feine Dramaturgie, kann man da nur sagen. Verhallter halbklarer Gesang im Hintergrund und im Vordergrund eine grollende, dunkle Stimme. Hier kommen gewisse Assoziationen zu frühen DÖDHEIMSGARD-Sachen. Sehr schöner, sehr atmosphärischer Song mit tollen Melodien, tollen Stimmungswechseln und sehr starkem Gesang. Die Scheibe kommt vielleicht auch auf die Einkaufsliste.
# 08 - ONDSKAPT 'Lord Of All Unclean Sprits' - 5'04" Schon wieder Schweden. Die hatte ich wegen des hübschen Bandnamens schon öfters mal wahrgenommen, aber noch nie die Kurve gekriegt, hinein zu hören. Ein Fehler, wie sich schon nach wenigen Sekunden zeigt. Erneut ein unfassbar guter Mikromann. Schöne, feine, finstere Melodie; hier und da der geliebte Tritonus. Sehr lecker...
# 09 - THE STONE 'Jesti Srca Ljudi' - 7'26" Von den Herren aus Serbien durfte ich mal ein Scheibchen besprechen, und von der Scheibe stammt auch dieses Liedchen. Ich habe damals 8,5 Punkte gegeben, und dazu passt auch dieses Stück, wobei ich andere Stücke des Albums "Umro" noch besser fand. Der unnordische Klang und die oft Death-Metal-lastigen Strukturen und hier und da wohl doch etwas balkanfolkig angelegten Leadmelodien sind ein bisschen gewöhnungsbedürftig, aber cool.
# 10 - NEGATIVE PLANE 'Stained Glass Revelations' - 11'30" Und zum guten Schluss dann nochmal USAler. Der Jesus mag ja den Ami-BM recht gerne, wie mir scheint. Ich hab zu meiner großen Schande nicht arg viel von dort. DEMONCY fand ich seinerzeit recht schrottig. Das hat mich wohl abgeschreckt. ORDER FROM CHAOS war auch nie so richtig meins und die kanadischen Nachbarn mit BLASPHEMY und REVENGE nicht viel toller, so dass ich mir dann wohl den Amerika-BM weitgehend gekniffen habe. Sogar ABSU habe ich erst spät für mich entdeckt und noch immer nicht komplett. Ach ja, NEGATIVE PLANE... Ein veritabler Elfeinhalbminüter. Erst einmal fällt der sehr dünne Sound auf. Gleich mal lauter schrauben. Eine getragene, folkig-elegische Melodie baut sich vor extremen Hallwänden des Schlagzeugs. Der Hall lässt dann auch den beginnenden Song erst einmal etwas kakophonisch wirken. Da muss man trotz der an sich klaren Strukturen schon genau hin horchen. Die Atmosphäre ist okkult und magisch. Aber das Klangbild bleibt sehr gewöhnungsbedürftig. Bin mir noch nicht sicher, ob das so richtig das Meine wird.... aber hallo.... das Gitarrenzeugs ab der neunten Minute ist ja mal sehr genial. Fein!
Ein erstes Fazit dürfte sein, dass der liebe Herr Jesus den Sampler fein bestückt hat. Auch wenn mich der andere Sampler aus postrockenden Gefilden keineswegs gequält hat, ist das natürlich schon ungleich mehr meine stilistische Heimat. Wäre ich nicht eben mal zum Briefträger-Metaller mutiert, könnte man also sagen, dass die Entschädigung gelungen ist. Wie zu erwarten spart mein Gönner den norwegischen BM aus, wollte wohl keine Eulen nach Athen tragen. Meine Erkenntnis ist dann dennoch wenig überraschend, denn dass auch anderenorts schwarzes Blech vortrefflich gedengelt wird, das war mir ja nicht gänzlich unbekannt. Die Crux Petri an der ganzen Sache ist nun, dass sich mein "ich sammle ja an sich nur BM aus Norge"-Grundsatz wohl nicht mehr allzu lange wird halten lassen. Bei ONDSKAPT, ASCENSION, OFERMOD und CHAOS INVOCATION werde ich wohl am ehesten schwach werden. Aber auch der Rest war sehr, sehr hübsch.
Die Erkenntnis, dass Black Metal in letzter Konsequenz wohl doch das Genre ist, das mich am ehesten flächendeckend begeistern kann, ist dann folgerichtig und auch nicht mehr so wirklich überraschend.
Danke Heiland!
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35308
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Jesus » Sonntag 11. September 2011, 21:30
Das liest man doch gerne. Insbesondere Angesichts der niedrigen Anzahl von begeisterten Schwarzwurzelaficionados in diesem Forum  Der Mangel an Norwegern war übrigens nicht von vornherein intendiert, sondern Resulat eines natürlichen Selektionsprozesses. Eher unbewusst wollte ich keine Raben nach Trondheim tragen. Schön, wenn es trotz besagtem Norwegermangel dennoch Spaß gemacht hat. Rüdiger Stehle hat geschrieben:wobei ich andere Stücke des Albums "Umro" noch besser fand.
Witzig. Gerade hier suchte ich das konventionellste Stück heraus, welches mich persönlich am wenigsten an das Chaos von DSO erinnert und am ehesten nach klassischer Schwarzdeibelei tönt. Man kann manchmal so daneben liegen. Nebenbei gesagt hätte ich auch prüfen müssen, ob es bereits ein Stehle'sches Review zu der Scheibe gibt. Rüdiger Stehle hat geschrieben:Der Jesus mag ja den Ami-BM recht gerne, wie mir scheint.
Ebenso gern wie BM aus jedem anderen Land. Eine westliche Nation mit 400 Millionen Einwohnern muss rein statistisch mehr gute BM-Bands beherbergen als Norwegen. Rüdiger Stehle hat geschrieben:Herrje, die Einleitung erinnert mich aber ganz massiv an etwas, das ich sehr gut kenne. Ich frage mich nur gerade woran
Ehrlich gesagt hatte ich gehofft, dass Du mir hier meinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen könntest... Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ja, aber hallo! Warum klingen die denn heute nimmer so? Schön scharfes Gitarrengeschrote, was die Herrschaften hier bieten. So mag ich meinen Black Metal.
Hehe, den Effekt wollte ich erreichen. Warum klingen die denn heute nimmer so? Tja, viele Elemente des nachveröffentlichten 2002er Werkes fanden sich auf der 2004er Scheibe, also klingt die Band häufiger so. Oder es liegt einfach nur am alten Sänger, der für Rabenohren greifbarer kreischt  Rüdiger Stehle hat geschrieben:Sehr schöner, sehr atmosphärischer Song mit tollen Melodien, tollen Stimmungswechseln und sehr starkem Gesang. Die Scheibe kommt vielleicht auch auf die Einkaufsliste.
Wieder einmal faszinierend, wie zwei Blackmetaller über zwei Paar völlig unterschiedliche Ohren verfügen können. Ich mag das zwar auch, würde jedoch jederzeit gestehen, dass es gut gemacht ist, aber eher konventionell und altbacken klingt.
-

Jesus
- Super-Duper-Mega-Ober Metaller
-
- Beiträge: 10890
- Registriert: Dienstag 9. Februar 2010, 13:20
- Wohnort: Das Herz Preußens
von Rüdiger Stehle » Sonntag 11. September 2011, 23:01
Jesus hat geschrieben:Rüdiger Stehle hat geschrieben:Herrje, die Einleitung erinnert mich aber ganz massiv an etwas, das ich sehr gut kenne. Ich frage mich nur gerade woran
Ehrlich gesagt hatte ich gehofft, dass Du mir hier meinem Gedächtnis auf die Sprünge helfen könntest...
Meine obige Assoziation war wohl richtig und das, was ich auch im Kopf gehabt habe, als ich sagte, dass es mich massiv an etwas erinnert: http://www.youtube.com/watch?v=mkv6EKcI ... re=related
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35308
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Rüdiger Stehle » Sonntag 11. September 2011, 23:33
Jesus hat geschrieben:Das liest man doch gerne. Insbesondere Angesichts der niedrigen Anzahl von begeisterten Schwarzwurzelaficionados in diesem Forum
Jo. Da haben wir eine kleine Schwäche. Im Forum und redaktionell. Da ich ja die massive Norge-Schlagseite habe und insgesamt trotz des Faibles für die Avantgarde halt sehr traditionell gestrickt bin, kann ich auch nicht alle Bereiche so intensiv abdecken, wie ich es gerne möchte. Verstehe ich irgendwie gar nicht, dass nicht mehr Leute auf BM anspringen, denn Black Metal ist doch so etwas Schnuckeliges. Der Mangel an Norwegern war übrigens nicht von vornherein intendiert, sondern Resulat eines natürlichen Selektionsprozesses. Eher unbewusst wollte ich keine Raben nach Trondheim tragen. Schön, wenn es trotz besagtem Norwegermangel dennoch Spaß gemacht hat.
Das klingt ja fast so, als würden die Norweger bei einer natürlichen Auslese schwarzmetallischer Stärke auf der Strecke bleiben. Dem würde ich natürlich vehement widersprechen. Aber ich weiß natürlich sehr gut, dass es weltweit tollen BM gibt. Ich kenne und schätze auch sehr vieles. Aber mit Norwegen verbindet mich halt in wirklich jeder Hinsicht sehr viel. Daher dieser massive Schwerpunkt. Witzig. Gerade hier suchte ich das konventionellste Stück heraus, welches mich persönlich am wenigsten an das Chaos von DSO erinnert und am ehesten nach klassischer Schwarzdeibelei tönt. Man kann manchmal so daneben liegen. Nebenbei gesagt hätte ich auch prüfen müssen, ob es bereits ein Stehle'sches Review zu der Scheibe gibt.
Ebenso gern wie BM aus jedem anderen Land. Eine westliche Nation mit 400 Millionen Einwohnern muss rein statistisch mehr gute BM-Bands beherbergen als Norwegen.
Nun, das ist zwar definitiv ein Irrtum, weil Norwegen ist eben Norwegen, aber davon abgesehen hast du natürlich Recht. Nur bestand da bei mir wohl sehr lange ein passives, unintendiertes Desinteresse, weil die Anfänge des US-BM in den frühen Neunzigern doch deutlich gegenüber den Skandinaviern zurück fielen. Da gab es extrem wenig, was wirklich überzeugend war. Und die besten Bands waren de facto eigentlich nur satanischer Death Metal (ACHERON zum Beispiel). Ich kann mich gut an die Sache erinnern, die ich im letzten Beitrag gepostet habe, und die waren alle irgendwie sehr unspektakulär. Als dann langsam Ohrenöffner wie JUDAS ISCARIOT kamen, war ich dann schon in der "Nicht noch mehr Black Metal!"-Phase, die mich in der zweiten Hälfte der Neunziger ganz stark zum klassischen Heavy Metal zurück führte. Alles kaufen konnte man sich vom knappen Taschengeld nicht, und da genossen dann halt Bands Priorität, die wirklich eigenständig klangen. Heute bedauere ich diese Phase, weil ich heute vielen Alben hinterher jagen muss, die ich damals aus besagten Gründen links liegen ließ (z.B. MANES, ISVIND, AURA NOIR, und sehr viele außernorwegische Sachen, wie z.B. die deutschen und österreichischen Klassiker wie NAGELFAR, NOCTE, BETHLEHEM, MYSTERIUM, ABIGOR, SUMMONING usw... usf...). Hehe, den Effekt wollte ich erreichen. Warum klingen die denn heute nimmer so? Tja, viele Elemente des nachveröffentlichten 2002er Werkes fanden sich auf der 2004er Scheibe, also klingt die Band häufiger so. Oder es liegt einfach nur am alten Sänger, der für Rabenohren greifbarer kreischt 
Ja. Der Sänger ist definitiv auch ein Punkt. Ich hab ja schon gesagt, dass für mich der Sänger in erster Linie der Grund ist, warum eine "Ordo Ad Chao" bei mir nach langer, langer Zeit doch noch zündete, eine "Paracletus" oder eine "777 Sects" aber noch nicht. Mit der 2002er ist aber das Interesse definitiv geweckt, und am Ende bekommt sicher auch die "Paracletus" wieder eine Chance. Wieder einmal faszinierend, wie zwei Blackmetaller über zwei Paar völlig unterschiedliche Ohren verfügen können. Ich mag das zwar auch, würde jedoch jederzeit gestehen, dass es gut gemacht ist, aber eher konventionell und altbacken klingt.
Wo du "konventionell und altbacken" sagst, da würde ich "traditionell und klassisch" sagen. Wir meinen das Gleiche, nur steht dir der Sinn halt im Großen und Ganzen eher nach Progression als mir. Du magst das, obwohl es Old School ist, und ich weil es Old School ist. Wobei ich gerade an diesem Song weit mehr höre als traditionellen Black Metal. Das ist streckenweise ein recht beträchtlicher Rückgriff auf den alten Heavy Metal der Achtziger, gerade im Leadgitarren-Bereich. Und das ist für den aktuellen BM dann doch schon wieder ein Stück weit progressiv.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
-

Rüdiger Stehle
- Musikredaktion
-
- Beiträge: 35308
- Registriert: Samstag 6. Februar 2010, 22:52
- Wohnort: Schwabenland
-
von Jesus » Montag 12. September 2011, 05:22
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Das klingt ja fast so, als würden die Norweger bei einer natürlichen Auslese schwarzmetallischer Stärke auf der Strecke bleiben. Dem würde ich natürlich vehement widersprechen.
Oder es bedeutet ganz einfach, dass alle meine Norweger bereits in Deiner Sammlung stehen und deshalb aussortiert wurden. Nicht immer das Schlimmste von Deinen Mitschwarzheimern denken! Wir stehen doch auf der selben Seite! Rüdiger Stehle hat geschrieben:Nun, das ist zwar definitiv ein Irrtum, weil Norwegen ist eben Norwegen Rüdiger Stehle hat geschrieben:Mit der 2002er ist aber das Interesse definitiv geweckt, und am Ende bekommt sicher auch die "Paracletus" wieder eine Chance.
Bevor Du Dich noch einmal durch die fantastiöse "Paracletus" quälst, solltest Du der 2002er und der "Si Monumentum" mal ein paar Ohren leihen. Die sind beide traditioneller und urtümlicher als der Paraklet, aber eben auch schon progressiv angehaucht. Wahrscheinlich sehr rabentauglich. Rüdiger Stehle hat geschrieben:Wo du "konventionell und altbacken" sagst, da würde ich "traditionell und klassisch" sagen.
Po-tay-toes, Po-tah-toes... Rüdiger Stehle hat geschrieben:Wobei ich gerade an diesem Song weit mehr höre als traditionellen Black Metal. Das ist streckenweise ein recht beträchtlicher Rückgriff auf den alten Heavy Metal der Achtziger, gerade im Leadgitarren-Bereich. Und das ist für den aktuellen BM dann doch schon wieder ein Stück weit progressiv.
Man könnte es auch anders formulieren: Diese Band kopiert dreist, aber gut WATAIN.  Rüdiger Stehle hat geschrieben:Verstehe ich irgendwie gar nicht, dass nicht mehr Leute auf BM anspringen, denn Black Metal ist doch so etwas Schnuckeliges.
Die Welt ist halt furchtbar ungerecht. Außer vielleicht in Norwegen.
-

Jesus
- Super-Duper-Mega-Ober Metaller
-
- Beiträge: 10890
- Registriert: Dienstag 9. Februar 2010, 13:20
- Wohnort: Das Herz Preußens
Zurück zu Musica et Circenses
Wer ist online?
Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.deTime : 0.105s | 10 Queries | GZIP : Off
|
|