Post Rock & Instrumental Rock

Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 4. September 2011, 22:48

# 08 - OCOAI 'Lunoir' - 10'37"
Das ist schon aufgrund der schieren Wucht und Härte der instrumentalen Darbietung etwas, das ich mir gut antun kann. Da bangt auch der Kopf bis zum Schluss mit, ohne dass sich mir die Struktur des Stückes wirklich erschließen würde. Das dürfte auf Albumlänge etwas sein, was mir zu anstrengend und zu abwechslungsarm wirk... halt, bei ca. 6:00 kommt der ersehnte Stimmungswechsel ins massiv Reduzierte, Ruhige, ins Notenzupfen - das Stück gefriert buchstäblich für eine Weike, bis es sich bei ca. 7:15 melodisch auflöst. Das ist cool.

# 09 - MOGWAI 'We're No Here' - 5'33"
Dass MOGWAI was für mich sein könnte, hat sich ja im Threadverlauf schon ansatzweise gezeigt, hier nun ein weiterer Versuch, und die Annahme zeigt sich bestätigt.



Nach diesem Schnelldurchlauf - es wird nicht der einzige bleiben! - geht zunächst mal mein Dank an den lieben Heiland, dass er sich die Mühe gemacht hat mich hier zu missionieren. Dass das weitgehend gelingt, finde ich gar nicht mal so überraschend, weil auf diesem Sampler ausnahmslos Bands vertreten sind, die trotz des bewussten Ausdehnens der Grenzen der Rockschemata bzw. sogar des Überschreitens desselben, nicht vollständig vergessen haben, was es heißt "zu rocken". Bei jedem der hier vertretenen Stücke finden sich Ausbrücke, Breitseiten, massive Soundwälle, Dröhnen, Braten, Riffen, die Faust etc... Das ist für mich alles eine Art von Metal.

Dass ich also in den "Post Metal" eintauchen kann, der sich mit den Bereichen des Sludge, des Doom oder des Ambient-Black berührt, das steht fest und das ist trotz meines etwas apodiktischen Thread-Einstiegs keine wirkliche Überraschung. Gerade weil ich ja Scheiben von THE OCEAN, CAPRICORS u.a. auch schon durchaus gut bewertet habe.

Die Frage, ob über den "metallischen Post Rock" hinaus auch noch eine Affinität zu reinem Instrumentalrock geweckt oder entdeckt werden kann, ist allerdings noch nicht so richtig beantwortet.

Jedenfalls nochmals vielen Dank an den Schafsmessias. Hat Spaß gemacht und wird auch noch Spaß machen.
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Teichfrosch » Sonntag 4. September 2011, 22:54

Hm, da hat Jesus aber ziemlich ausgiebig im musikalischen Grenzgebiet gewildert. Nicht dass das schlecht wäre, absolut nicht, aber Postrock ist das fast schon eher wenig dabei :grins: Ist ein guter Sampler um dir instrumentelle Musik (!) näher zu bringen, aber Postrock scheint da bisher weniger drauf zu sein... Ist aber nicht weiter tragisch, hier gehts ja auch um Instrumentelle Musik.

CULT OF LUNA steigern übrigens schon ziemlich gerne lange die Spannung, aber Ausbrüche gibts da trotzdem genug. Diese sind ja eben deshalb so intensiv weil sie lange herausgezögert werden.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Dass ich also in den "Post Metal" eintauchen kann, der sich mit den Bereichen des Sludge, des Doom oder des Ambient-Black berührt, das steht fest und das ist trotz meines etwas apodiktischen Thread-Einstiegs keine wirkliche Überraschung. Gerade weil ich ja Scheiben von THE OCEAN, CAPRICORS u.a. auch schon durchaus gut bewertet habe.


Das wäre natürlich schön einen weiteren Mitstreiter für diese tolle Richtung hier im Forum zu haben (= NEUROSIS wolltest du dir doch auch zulegen? Die gehen auch irgendwie in diese Richtung.
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 4. September 2011, 23:05

Jo. NEUROSIS ist definitiv eingeplant. Sicher auch mal noch ein paar Sachen aus dem Hause Southern Lord, wobei ich da mit den Doomigeren anfangen werde. Also GOATSNAKE, BURNING WITCH und dergleichen.
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Jesus » Montag 5. September 2011, 04:56

Teichfrosch hat geschrieben:Hm, da hat Jesus aber ziemlich ausgiebig im musikalischen Grenzgebiet gewildert. Nicht dass das schlecht wäre, absolut nicht, aber Postrock ist das fast schon eher wenig dabei :grins: Ist ein guter Sampler um dir instrumentelle Musik (!) näher zu bringen, aber Postrock scheint da bisher weniger drauf zu sein... Ist aber nicht weiter tragisch, hier gehts ja auch um Instrumentelle Musik.


Der Schafmessias hielt es für wenig sinnvoll, den Rabenvogel gleich mit MONO und EXPLOSIONS IN THE SKY zu quälen und wollte erst einmal wissen, wie er auf solche instrumental mäandernden Stück allgemein reagiert. Daher mehr Grenzgebietgänger als reine Lehre. Sollte sich das Flattervieh vielleicht eines Tages noch mehr für Post-Metal begeistern können, ist es ja zum Post-Rock auch nicht mehr so weit.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Jo. NEUROSIS ist definitiv eingeplant. Sicher auch mal noch ein paar Sachen aus dem Hause Southern Lord, wobei ich da mit den Doomigeren anfangen werde. Also GOATSNAKE, BURNING WITCH und dergleichen.


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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Teichfrosch » Montag 5. September 2011, 12:11

Jup, Zustimmung. Wenn sich der Gefiederte für NEUROSIS begeistern kann ist es ohnehin nurnoch ein kleiner Schritt zum Postrock.
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Oliver Passgang » Montag 5. September 2011, 18:44

Nachdem mir im WHIG-Thread mit Verweis auf diesen Thread Hilfe angeboten wurde, möchte ich diese nun auch in Anspruch nehmen. :)

Ich mag Post-Rock, instrumentale Rock-Musik oder wie auch immer man das nun nennen mag, wirklich gerne. Mein Interesse ist extrem groß, ich finde das Genre nur furchtbar unübersichtlich und daher weiss ich gar nicht, wo vorne und hinten ist.

Was kenne ich bisher?

LONG DISTANCE CALLING: Mein Interesse daran entstand damals eigentlich nur aus Lokalpatriotismus und der Tatsache, dass Mitglieder von MISERY SPEAKS mitgewirkt haben. Ich habe mich aber relativ schnell in die Gruppe verliebt, die mich auch live voll überzeugen konnte. Deren Platten kenne ich auch alle mehr oder weniger auswendig (was eine Kunst ohne Texte... ;-) ). Dass das keine "typische" Post-Rock-Gruppe ist, weiss ich mittlerweile auch.

MAYBESHEWILL: Habe ich im Februar als Vorband von LDC kennengelernt. Meine Konzerteindrücke könnt ihr hier nachlesen. Habe mich dann noch am gleichen Abend am Merchstand mit "Not For Want Of Trying" eingedeckt, welches ich absolut klasse finde. Es ist teils recht elektronisch und es wird viel mit Samples gearbeitet, aber da das so anders ist als die Musik, die ich sonst höre, und für mich auch kompositorisch über jeden Zweifel erhaben ist, ist diese Mischung und Atmosphäre extrem spannend. Das neue Album werde ich mir früher oder später sicher holen; ob jetzt zum Release zum vollen Preis, das weiss ich allerdings noch nicht.

TIDES FROM NEBULA: Wieder so eine Band, die ich kennengelernt habe, weil ich eh vor der Bühne stand - dieses Mal war RIVERSIDE die Hauptband des Abends. Doch auch die Polen konnten mich auf Anhieb überzeugen und zu einem CD-Kauf bewegen; "Aura" schmückt seitdem meine Sammlung. Das ist - so glaube ich jetzt einfach mal - schon relativ typischer Post-Rock. Gefällt mir extrem gut. Ich habe auch mal in das neue Album reingehört, das scheint mind. genau so gut zu sein! Taugt mir sehr.

LEECH: Kenne ich durch die Split-EP mit LDC und durch einen Kumpel. Die Songs auf der Split fand ich sehr gut, alles andere ein wenig... hm... "emotionslos"? Zumindest erschien es mir so auf das erste Hören so.

EF: Die Jungs aus Schweden habe ich zum ersten Mal nur auf einer verkaterten Rückfahrt im Auto eines Kollegen gehört, wo die Musik dem pochenden Kopf sehr, sehr gut tat- viel blieb allerdings natürlich nicht hängen. Im März bin ich dann spontan mit ein paar Freunden zum Konzert mitgekommen und war auch hier sehr schnell zu begeistern. Tendenziell eher ruhiger als die o.g. Bands, aber nicht minder gut. Seitdem habe ich in zwei Platten von denen hineingehört; gekauft habe ich allerdings noch keine. Warum eigentlich nicht? Wahrscheinlich bloß noch nicht günstig (genug) gefunden...

Ansonsten habe ich nur mal bei verschiedenen Bands reingehört.

MILHAVEN: Als Vorband von DREDG gesehen, zu denen kann ich aufgrund einer verdammt kurzen Spielzeit allerdings nicht wirklich viel sagen. Fand ich aber auch auf jeden Fall gut.
THIS WILL DESTROY YOU: ... gehen irgendwie Richtung EF, was ich sehr gut finde, allerdings habe ich mir das neue Album 2-3 angehört und da passiert irgendwie einfach nichts. :-S
EXPLOSIONS IN THE SKY: :dafuer: - mehr kann ich gerade nicht sagen (weil ich auch einfach nicht viel kenne).
MOGWAI: Ähnlich wie EITS (aber die sind etwas komplexer, uhm?).

Ansonsten habe ich von verschiedenen Bands nur 1-2 Songs gehört, was wohl diese grundsätzliche Überforderung zur Folge hat.

Nun die entscheidende Frage: Was genau suche ich eigentlich?

Der Post-Rock, den ich gerade suche, muss nicht unbedingt komplex, exotisch und experimentell sein (langweilig soll es aber natürlich nicht werden). Er soll dafür extrem viel Atmosphäre und "Schönheit" verbreiten, darf dabei durchaus mal anecken, sollte aber in sich schlüssig sein (wenn ich Disharmonie will, dann höre ich Black Metal). Viel Bewegung in Dynamik ist dabei sicher nicht zu verkennen. Grundsätzlich darf es auch ruhiger zugehen, aber schrammelige Ausbrüche sind durchaus erwünscht. Das trifft jetzt am ehesten auf eine Band wie EF zu, glaube ich.

Und jetzt fänd ich Anspieltipps total super, damit ich dort in das Genre "einsteigen" kann, wo ich mich im Moment am wohlsten fühle.

Vielen Dank schon mal im Voraus! :)
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Peter Kubaschk » Montag 5. September 2011, 18:59

bei der Beschreibung denke ich zuerst an MONO:
http://www.youtube.com/watch?v=-8Juilrg6oQ
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Teichfrosch » Montag 5. September 2011, 20:23

THE AMERICAN DOLLAR

http://grooveshark.com/#/search?q=the+american+dollar

Hab ich ein wenig unterschätzt für mich selber, ist besser als ich es anfangs empfunden habe.
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon salisbury » Montag 5. September 2011, 23:49

Krass, da ist man mal ne Woche weg und schon gibt es elf Seiten Diskussion über Instrumental-Rock oO

Eigentlich haben unsere Experten in diesem Stil, Frosch und Schaf, schon die meiner Meinung nach wichtigsten Erklärungen und Bandhinweise gegeben. Leider scheint die für mich persönlich wichtigste Band - OSTINATO - kaum bekannt zu sein. Gott sei Dank gibt es jetzt seit meiner Präsentation der Band in meinen Top100 ein weiters Soundbeispiel:

Anti-Aircraft

Ich OSTINATOS Musik könnt ich mich stundenlang reinlegen, faszinierender Gitarrist :D

Auch CASPIAN mit dem zum Heulen schönen Sycamore könnten ein wertvoller Tip für den Oliver sein.

Wunderbar auch die RED SPAROWES: Ein Red Sparowes Song.

Mir ist leider nichts Konstruktives eingefallen auf die Frage von Rüdiger, was ich so faszinierend an Instrumentalrock finde. Mir gefällt aber die Antwort von Jesus. Auch ich höre die Musik auch nicht in erster Linie wegen des Gesangs. Auch bei Bands MIT Gesang ist es seltenst der Gesang an sich, der mich an der Band anzieht. ARCHIVE zu Beispiel finde ich IMMER phantastisch und die Band wechselt ihre Stimme doch recht häufig. Selbst mit Rapgesang mag ich die :).


Eine Frage an den Raben: Magst Du eigentlich klassische Musik? Oder kommst Du da auch nicht rein, weil es dort (meist) keinen Gesang gibt?
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Re: Post Rock & Instrumental Rock

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 5. September 2011, 23:59

salisbury hat geschrieben:Mir ist leider nichts Konstruktives eingefallen auf die Frage von Rüdiger, was ich so faszinierend an Instrumentalrock finde. Mir gefällt aber die Antwort von Jesus. Auch ich höre die Musik auch nicht in erster Linie wegen des Gesangs. Auch bei Bands MIT Gesang ist es seltenst der Gesang an sich, der mich an der Band anzieht. ARCHIVE zu Beispiel finde ich IMMER phantastisch und die Band wechselt ihre Stimme doch recht häufig. Selbst mit Rapgesang mag ich die :).

Auch ich höre nicht grundsätzlich jede Musik in erster Linie wegen des Gesang, aber es ist in der Tat meist der Gesang, der die Faszination an einer Band oder an einem Künstler weckt. Darüber hinaus hat faszinierender Gesang die Kraft auch Musik für mich zu öffnen, die sich ansonsten kaum bis gar nicht mit meinen Hörgewohnheiten deckt. Dass ich nach dem ersten Zugang auch die Musik als solche lieben lernen kann, das versteht sich von selbst, aber gerade bei Stilen, die mir eher fern liegen, brauche ich sehr oft den Sänger als Schlüssel zum Gesamtwerk.

Eine Frage an den Raben: Magst Du eigentlich klassische Musik? Oder kommst Du da auch nicht rein, weil es dort (meist) keinen Gesang gibt?

Ich mag klassische Musik, aber sie hat bis heute nicht ansatzweise die Faszination auf mich ausgeübt, welche der Rockmusik zukommt. Wobei ich das nicht am Gesang fest mache. Gerade bei der klassischen Oper stört mich der Gesang - insbesondere der weibliche Soprangesang - eher, als dass er mich begeistern würde. Komponisten wie Wagner, Grieg, Holst, Beethoven und viele andere finde ich toll, weil sie das haben, was ich auch am Metal verehre wie kein zweites Element an ihm: Den Faustfaktor! - Klassische Musik, die "nur" schön und beeindruckend ist, lässt mich dagegen emotional meist eher distanziert zurück. Aber ich habe mich mit den wenigsten Komponisten genug beschäftigt, um hier eine fundierte Einschätzung abzugeben, wie sie auf mich wirken könnten, wenn ich mich ausführlich mit ihnen beschäftigen würde.
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