Unleashed

Re: Unleashed

Beitragvon Germon » Dienstag 19. Juli 2011, 20:18

Die ist ja auch toll.
Aber auch wenn Du jetzt wieder fehlende Abwechslung beklagst, hör mal auf uns und hol Dir "As Yggdrasil Trembles".
Ich seh zwar aus wie Herbert Grönemeyer, doch ich bin ein ganzer Mann!

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Re: Unleashed

Beitragvon Eike » Montag 15. August 2011, 00:45

Je mehr ich von der Band höre, um so mehr erhalte ich den Eindruck, dass die hier gleich dreifach gut aufgehoben ist: Thrash - check, Death - check, Black - check. Hin und wieder scheint sogar das gute alte Heavy Metal durch. Und noch dazu klingt alles immer irgendwie passend und aus einem Guss - obwohl mir der Produktionssound fast schon etwas zu knallig ist, werde ich da wohl irgendwann mal zuschlagen...
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Re: Unleashed

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 15. August 2011, 00:50

Hey, das freut mich wirklich. Auch die Assoziation zum guten alten Heavy Metal ist auf keinen Fall verkehrt. Da steckt einiges an Venom und Judas Priest drin.

Das hier ist zwar auch "nur" nachgespielt, aber hier funktioniert es:
http://www.youtube.com/watch?v=zIqzlQ_0ch8
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Re: Unleashed

Beitragvon Eike » Montag 15. August 2011, 01:02

VENOM klingt für mich schon gewissermaßen "neu", da steckt ja kaum noch Blues drin, da fand irgendwo ein Schnitt oder Bruch oder auch einfach nur die entscheidende Verschiebung statt, wo ich für mich die Grenze zum Heavy ziehe. Nennt es Black, Thrash oder einfach Metal, aber traditioneller HM im engeren Sinne ist das für mich nicht mehr unbedingt.
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Re: Unleashed

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 15. August 2011, 01:06

Klar. Wäre VENOM rein traditioneller Heavy Metal gewesen, dann wäre die Band wohl nicht der Urvater eines neuen Genres geworden. Wobei ich in VENOM natürlich schon auch die Bands sehr deutlich heraus höre, welche die Band beeinflusst haben. Ob da Blues drin steckt, das weiß ich nicht. Wahrscheinlich weiß ich gar nicht, was Blues wirklich ist, aber Rock'n'Roll steckt in VENOM aus meiner Sicht auf jeden Fall drin.
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Re: Unleashed

Beitragvon Eike » Montag 15. August 2011, 01:58

Rüdiger hat geschrieben:Das hier ist zwar auch "nur" nachgespielt, aber hier funktioniert es:
http://www.youtube.com/watch?v=zIqzlQ_0ch8
Hehe, das klingt heavier als das Original. Aber das Original klingt schärfer! Und dank UNLEASHED weiß ich jetzt auch endlich, woran mich THE PRODIGYs 'Firestarter' immer unterschwellig erinnert hat, ohne dass ich den Finger drauf legen konnte.


[quote="Rüdiger"]Wahrscheinlich weiß ich gar nicht, was Blues wirklich ist, aber Rock'n'Roll steckt in VENOM aus meiner Sicht auf jeden Fall drin.[/url]Rock auf jeden Fall, und wahrscheinlich auch irgendwo noch Rock'n'Roll. Aber was Blues "wirklich" ist, kann ich auch nicht genau sagen; für mich ist es ein Gefühl, das durch eine bestimmte Art von Rhythmus und Klagelauten erzeugt wird, die diese spezifische Bluesverbindung miteinander eingehen. Vielleicht müsste ich noch weiter zurückgehen, als ich in meiner musikgeschichtlichen Höreindrucks- und Entdeckungsreise bislang gelangt bin, um ihn aus seinen Ursprüngen aus noch älteren Quellen her etwas besser verstehen zu können. Dafür bräuchte ich allerdings noch etwas fachkundige Hilfestellung - und viele, viele Anspieltipps, die mich emotional berühren und tiefer in die Materie hineinziehen können.

Mein Musikweltbild ist natürlich stark subjektiv und nur das Ergebniss meiner Höreinflüsse und persönlichen Biografie. Aber ich finde es sehr spannend und interessant und aufschlussreich, mich da nach und nach immer weiter vor (bzw. chronologisch: zurück) zu tasten.

Ich gehe daher in der Erklärung(? - ...jedenfalls näheren Ausführung) dessen, was ich oben meinte, so vor, dass ich auf das Jüngere komme, indem ich es aus dem Älteren reduziere - sozusagen jeweils eine Schicht aus der anderen (älteren) freilege, indem ich aufzeige, was weggefallen ist. Dass jeweils immer auch Neues hinzutritt, hört man sofort - intuitiv. Das sticht ins Auge bzw. Ohr - und ein neuer Begriff muss her, in Abgrenzung zum Alten; und sei es auch nur aus Marketinggründen - aber nur die Begriffe setzen sich langfristig durch, denen etwas Markantes zugrunde liegt. Doch dass Relikte des älteren, vermeintlich verabschiedeten Sounds (immer noch) mitschwingen, nimmt man erst wahr, wenn man sich mit dem Alten tiefgehender beschäftigt hat. Dann jedoch entwickelt man irgendwann einen Riecher dafür, kann sich wie ein Spürhund über die pawlovsch mental vorweggenommene Belohnung diebisch darüber freuen. Ha! Wieder ein Bluesfragment erwischt!!

Nimm den Rhythmus und ein paar typischer Riffs des Blues (Paradebeispiel mit leichter Tendenz zum späteren R'n'R: JOHN LEE HOOKER 'Boom Boom', mach es elektrischer, stakkatoartiger, maschineller, härter, und du bist beim Rock'n'Roll (Paradebeispiel mit leichter Tendenz zum späteren (Hard-)Rock: LITTLE RICHARD 'Rip It Up'), fahr das rollende, swingende zurück, lass es stattdessen stoischer wogen und vorantrotten, und schieb ein paar längere, schärfere Soli ein, und aus dem Rock'n'Roll wird Rock (Paradebeispiel mit schwerer Tendenz zum späteren Hardrock: JIMI HENDRIX 'Manic Depression)', fahr das Bluesige in den Hintergrund, lass den Rhythmus mechanischer klingen und zieh das Tempo an, und du kommst mitten im Hardrock an (Paradebeispiel, auch wenn das Sämige des Blues von weiter hinten noch kräftig durchscheint: LED ZEPPELIN 'Black Dog' - nicht nur in musikalischer Phrasierung, sondern auch in den Texten finden sich da noch massig Versatzstücke aus Bluesstandards, die ganze [nahezu eindeutig-]zweideutige Sexmetaphorik etc.), mach's auf düster und waberig und du bist bei BLACK SABBATHs selbstbetitelter Scheibe und irgendwann beim Doom, aber den gab's in seinen Grundzügen bei Led Zep auf Blues(rock)basis schon deutlich früher ('Dazed And Confused'), aber wenn du wirklich gen Metal gehen willst, bist du m. E. bei DEEP PURPLE richtiger, weil die den roten Faden zum Blueserbe in einigen Stücken auf "In Rock" schon fast komplett gekappt hatten (obwohl der R'n'R noch deutlich drinsteckte - "just a few roots, re-planted" - klingt das hier deutlich schriller, kälter, schärfer, metallischer: 'Speed King' ist mein Paradebeispiel für frühen Heavy Metal). Klar, der Rhythmus ist immer noch das gute alte 'Boom Boom', aber der Klang drumherum ist ein anderer. Bei VENOM ist fast nix mehr von dem federnden off-beat des Blues zu spüren, hier kann man fast schon im deutschen Marschrhythmus mitklatschen (was Deutsche selbst beim Swing oder Soul hinkriegen, aber das ist ein anderes Thema...): 'Black Metal'. Meine These: Ohne Punk, Post-Punk, Industrial etc. - was da schon in der Luft lag - wäre die Entwicklung nicht möglich gewesen. Fast schon mechanisches Stanzen, lediglich das scheppernde, rebellisch sich der totalen Maschinisierung widersetzende "Trepperunterfallen" im Drumming ist noch ein (blues-)entfremdetes Echo des traditionellen off-beats, der sich der Gleichschaltung entzieht. Bis das dann bei einigen Skandinaviern in der zweiten BM-Welle ganz abgestreift und durch seelenloses präzises Nähmaschinengetacker ersetzt wurde (Beispiel fällt mir grad kein prägnantes ein, aber das dürfte für den Raben ja ein leichtes sein...).

Spiel die chronologische Hörbeispielt-Tonleiter mal rauf und mal runter, und du kriegst irgendwann ein Gefühl für den wachsenden bzw. abnehmenden Blueseinfluss - je nach Richtung. Oder hier nochmal eine andere aber ähnliche Skala:

http://www.viddler.com/explore/frettheblues/videos/14/
http://www.youtube.com/watch?v=kRENNux7Q_Q
http://www.youtube.com/watch?v=lqigzxs9eSM
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Re: Unleashed

Beitragvon Eike » Montag 15. August 2011, 02:13

Sorry, das führte jetzt off topic. Ich hab's mal vom Blues-Thread aus verlinkt. Bei Bedarf also einfach dort weiterdiskutieren oder meinethalben in irgendnem allgemeinen Rock/Hardrock/Metal-Thread quoten, damit's hier wieder um UNLEASHED gehen kann. Und bitte um Entschuldigung, hier gespammt zu haben.
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Re: Unleashed

Beitragvon Havoc » Sonntag 5. Februar 2012, 23:08

20.04. "Odalheim"

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Re: Unleashed

Beitragvon Havoc » Montag 6. Februar 2012, 22:27

UNLEASHED bzw. NUCLEAR BLAST scheinen das Image der Band nun etwas in Richtung Krieg zu trimmen. Das Cover sieht jedenfalls so aus und auch ein neues T-Shirt ziert einen Panzer. Gefällt mir ehrlich gesagt nicht so. Passt nicht zu hundert Prozent. Zudem gibt´s doch schon genug Bands mit solch einem Image (Hail Of Bullets, God Dethroned, Endstille etc.). Naja. So lange die Mucke passt.....
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Re: Unleashed

Beitragvon Germon » Montag 6. Februar 2012, 22:45

Naja, so richtig unkriegerisch hat sich die Band bislang nicht gegeben.
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