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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Rüdiger Stehle » Sonntag 24. April 2011, 20:56
Ich sehe das - ohne Jux und Tollerei - so, dass keiner von uns ein BM-Ignorant ist, sondern dass man Jesus und mich durchaus als "richtige" Schwarzmetaller einordnen kann, die allerdings völlig unterschiedliche Schwerpunkte haben. Die anderen Soundchecker sind zum Teil alles andere als BM-Fans, aber immerhin doch so offen dafür, dass ihnen immer wieder doch etwas gefällt. Zum Glück ist es bei uns eben nicht so, dass einer nach dem Schema vorgeht: "Dieser Stil kriegt von mir niemals mehr als 6 Punkte."
Meistens fallen aber die Bands des Raben und des lieben Herrn Jesus im Redaktionsmittel durch, weil der Schafhirte eben ein besonderes Faible für den unnahbaren, abstrakten, uneingängigen Stil hat, und Häuptling Schwarze Feder es sehr räudig, faustig, punkig, archaisch und norwegisch mag. Die Gelegenheits-Blackies aber (naturgemäß) eher das schätzen, was etwas näher an anderen metallischen Feldern ist. Also sozusagen der BM, der den metallischen Mainstream tangiert, hat am ehesten Chancen, bei uns nach oben zu rutschen, während das archetypisch schwarzmetallische nur Außenseiterchancen hat. Aber das lässt sich auch auf andere Genres übertragen.
Ein Querschnitt-Soundcheck wird selten die Faves der Genre-Puristen an der Spitze haben und somit jenen einen Vorwand liefern, dem Team zu unterstellen, dass es von Stil XY keine Ahnung hat. Viel schlimmer als BM kommt ja bei uns meist noch Female/Gothic/Kitsch/Power-Metal weg. Da sind wir vermutlich auch inkompetent und ignorant. Das ist aber auch nicht schlimm. Wir sind halt wir. So müsst ihr uns haben.
=)
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 24. April 2011, 20:59
Jesus hat geschrieben:Genau. Und für solche Fälle gibt es dann eben spezialisierte Websites. Wenn ich also etwas in Erfahrung bringen möchte über das aktuelle Album einer BM-Band, so suche ich eine Seite auf, die mir mehr über Black Metal zu verraten weiß als die hiesige hier.
Och komm, lass mir die Illusion, dass wenigstens ich etwas Interessantes über BM zu verraten weiß. Sonst krieg ich Komplexe und verteidige deinen bissigen Sarkasmus nie wieder. 
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von Jesus » Sonntag 24. April 2011, 21:15
Zu Rabes ersten Post: 100% genau getroffen. Bravo. Sie, mein Herr, haben Menschenkenntnis. Zu Rabes zweiten Post: Ich kenne ja nun mittlerweile meine Pappenheimer und natürlich hast Du für mich immer etwas Interessantes über Black Metal zu sagen, schließlich bist Du wahrscheinlich um die 5 Jahre länger in der Materie drin. Frank hat aber auch etwas zu sagen für mich! Denn je weniger er etwas in dieser Richtung mag, umso eher besteht die Chance, dass es eben abstrakt und uneingängig genug ist, um mir zu gefallen. Holger hatte letztens erst so wunderschön erkannt, dass durchaus ein wahrer Kern steckt in meiner Aussage, Black Metal würde mir umso besser gefallen, je schlechter er im Soundcheck abschneidet. Die Soundchecker hier sind nicht wild gemischt, sondern haben gewisse gemeinsame Präferenzen z.B. in Sachen US-Metal, Plüschprog und US-Style-Thrash. ist halt so. Doch irgendwer muss ja des Teufels Advokat spielen - und wenn nicht ich, wer dann? Dafür haben eben jene Leser mehr vom Soundcheck, die auf US-Metal, Plüschprog und US-Style-Thrash stehen.
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von Vaillant » Sonntag 24. April 2011, 21:29
Was Ihr hier diskutiert  Meine Güte... IN FLAMES was Neues
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 24. April 2011, 21:32
Die Soundchecker hier sind nicht wild gemischt, sondern haben gewisse gemeinsame Präferenzen z.B. in Sachen US-Metal, Plüschprog und US-Style-Thrash. ist halt so. Doch irgendwer muss ja des Teufels Advokat spielen - und wenn nicht ich, wer dann?
Dafür haben eben jene Leser mehr vom Soundcheck, die auf US-Metal, Plüschprog und US-Style-Thrash stehen.
Ja. Dazu wollte ich auch noch was schreiben, hab's dann aber beim Thema BM belassen. Es ist klar, dass wir in einigen Bereichen eine sehr große Schnittmenge haben. Der klassische 80er-US-(Power)-Metal ist eine ganz prägnante Überschneidung fast aller Soundchecker. Da fallen allenfalls Basti und teilweise auch Stephan aus dem Raster. Die übrigen sechs sind da definitiv daheim. Beim Plüschprog fallen öfters mal Martin und ich heraus, aber der Ami-(BayArea)-Thrash hat in der Tat keine großen Feinde bei uns. Doom ist aus meiner Sicht auch eine bei uns sehr weitreichende Gemeinsamkeit. Sicher nicht alle Doom-Ecken, aber es gibt sehr viele doomige Sounds, die bei uns ziemlicher Konsens sind.
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von Jesus » Sonntag 24. April 2011, 21:50
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Sicher nicht alle Doom-Ecken, aber es gibt sehr viele doomige Sounds, die bei uns ziemlicher Konsens sind.
Das hätte ich vor einer Weile vom Gefühl her noch mit ein paar mehr Einschränkungen formuliert. Der Konsens bei 40 WATT SUN (nicht zu doomig?) und WHILE HEAVEN WEPT (nicht zu kitschig?) hat mich jedoch ziemlich überrascht, beschränkt sich aber mit aller Wahrscheinlichkeit nur auf den klaren Gesang. Hier lässt sich wieder eine Neigung der Soundchecker zu eher klargesangslastigen (das ist laut Google kein Wort) Klängen ausmachen. Daher verwirrte mich auch ein bisschen das Abschneiden der.. ähm... wie hieß die Band doch gleich... TRIPTYKON, genau. Irgendwas mit "Daimones". Die war musikalisch nun nicht weit entfernt von DISEMBOWELMENT und EVOKEN, aber der Gesang war eben nicht ganz so harsch und vielleicht hat da noch der Nostalgie-Bonus von CELTIC FROST gewirkt, der dafür sorgte, dass sich möglicherweise der eine oder andere Soundchecker noch eher dazu veranlasst fühlte, sich näher mit der Musik zu beschäftigen und sie nicht gleich von Anfang an als monotones Geröchel abzutun. Ein regelmäßiger Leser weiß eben, wie er die Noten zu deuten hat. Daher hat mich das Abschneiden der "777 Sect(s)" nur amüsiert, war aber noch nachvollziehbar. Die Noten der "Paracletus" hingegen sind mir immer noch ein Mysterium 
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 24. April 2011, 22:13
Jesus hat geschrieben:Das hätte ich vor einer Weile vom Gefühl her noch mit ein paar mehr Einschränkungen formuliert. Der Konsens bei 40 WATT SUN (nicht zu doomig?) und WHILE HEAVEN WEPT (nicht zu kitschig?) hat mich jedoch ziemlich überrascht, beschränkt sich aber mit aller Wahrscheinlichkeit nur auf den klaren Gesang. Hier lässt sich wieder eine Neigung der Soundchecker zu eher klargesangslastigen (das ist laut Google kein Wort) Klängen ausmachen.
Jo. Wir haben mindestens drei Kollegen, die zumindest nicht als erklärte Freunde dessen durchgehen, was Frank als Halskrankheit zu bezeichnen pflegt. Bekanntlich gibt es ja auch Strömungen, die alles mit Growl per definitionem aus dem Doom-Begriff heraus nehmen, wobei wir solche Vögel in der Redaktion ja nicht haben. Daher verwirrte mich auch ein bisschen das Abschneiden der.. ähm... wie hieß die Band doch gleich... TRIPTYKON, genau. Irgendwas mit "Daimones". Die war musikalisch nun nicht weit entfernt von DISEMBOWELMENT und EVOKEN, aber der Gesang war eben nicht ganz so harsch und vielleicht hat da noch der Nostalgie-Bonus von CELTIC FROST gewirkt, der dafür sorgte, dass sich möglicherweise der eine oder andere Soundchecker noch eher dazu veranlasst fühlte, sich näher mit der Musik zu beschäftigen und sie nicht gleich von Anfang an als monotones Geröchel abzutun.
Den Nostalgie-Bonus will ich nicht abtun. Tom G. Warrior ist natürlich ein Charakterkopf, der die Szene seit bald dreißig Jahren maßgeblich mitgeprägt hat. Das sorgt natürlich per se für größeres Interesse und dadurch auch für eine größere Chance des Entdecktwerdens. Von solchen Einflüssen ist keiner frei, auch wenn er noch so offen zu sein versucht. Ich beobachte das ja auch bei mir, wenn ich mein Herangehen an "Ordo Ad Chao" mit dem an "777 Sects" vergleiche. Letztere hat eben nicht über zwei Jahre hinweg tausend Chancen bekommen zu wachsen, bevor ich es besprochen habe, die Mayhem dagegen schon, obwohl sie gleich weit weg von "meinem" Black Metal ist, wie die BAN. Andererseits hat aber auch Attila eben das Charisma, das mir bei der BAN fehlt. Und dass ich ein extrem sängerfixierter Hörer bin, ist kein Geheimnis. Ein regelmäßiger Leser weiß eben, wie er die Noten zu deuten hat. Daher hat mich das Abschneiden der "777 Sect(s)" nur amüsiert, war aber noch nachvollziehbar. Die Noten der "Paracletus" hingegen sind mir immer noch ein Mysterium 
Das interessiert mich. Bei Deathspell Omega hatten wir: 6,43 Punkte im Schnitt Platz 17 Notenspanne: 4 - 8,5 Bei Blut Aus Nord hatten wir: 4,75 Punkte im Schnitt Platz 28 Notenspanne: 3 - 6,5 Was genau überrascht dich bei ersterem? Dass es so "gut" abgeschnitten hat?
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von Jesus » Sonntag 24. April 2011, 22:23
Nein. Ganz ehrlich gesagt überrascht mich bei DSO das schlechte Abschneiden. Die BAN ist ja nun wirklich abstrakt und abgefuckt genug, um schlecht abzuschneiden. Aber die DSO ist so plüschig, zugänglich, warm, melodisch, frickelig und eingängig und der Gesang erinnert stark an IMMORTAL - alles Eigenschaften, auf die die meisten Soundchecker so stehen. Und sie ist dabei noch abwechslungsreicher, weniger blastbeatlastig und kürzer als die WATAIN, die den Soundcheck gewonnen hat. Daher kommt eben meine immer noch anhaltende Verwunderung. Ich will jetzt nicht noch mehr auf der Note einer einzigen Platte herumreiten, das wirkt jetzt schon kleinlich und erbärmlich genug. Aber verwirrend finde ich das nach wie vor.
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von Rüdiger Stehle » Sonntag 24. April 2011, 22:38
Okay. Ich finde ja die DSO auch deutlich stärker als die BAN, was sich ja am Notenvergleich auch ablesen lässt (6,5 -> 8,5). Aber die Adjektive, welche du der DSO so beifügst, kann ich so nicht teilen. Ich finde das schon schroff und unzugänglich, was DSO da abgeliefert hat. Wobei es in der Tat zahlreiche Passagen gibt, welche die genannten Attribute rechtfertigen. Gerade ein Stück wie 'Wings Of Predation' hat schon warme, verfrickelte, progressive Parts, die unseren Progbarden gefallen sollten.
Wobei durch die Gegenüberstellung mit Watain für mich schon ganz klar ersichtlich ist, warum Watain einen Soundcheck gewinnen kann und DSO nicht. Watain ist einfach in jeder Hinsicht ein durch und durch klassisches Metalalbum, eingängig aber nicht flach, nicht progressiv aber technisch stark, old school aber doch fett produziert. Und es gräbt sich strukturell halt ruckzuck in die Gehörgänge, so dass selbst der Genre-Skeptiker einfach schon beim ersten Durchgang aufhorcht und eingeladen wird, näher hinzuhören, wo er bei DSO beim ersten Mal noch überfordert ist und die weitere Auseinandersetzung erschwert wird. Ein Genreskeptiker ist immer leichter zu beeindrucken, wenn ihm der Einstieg erleichtert wird.
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von Holger Andrae » Sonntag 24. April 2011, 23:39
Bei mir liegen immerhin 4 volle Punkte zwischen den beiden Alben, auch ich wenn die DSO alles andere als warm und plüschig empfinde. Aber das wollen die ja auch gar nicht sein, was du sehr wohl weißt, werter Knötterich. Wären sie nämlich genau das, würdest du sie ja nicht toll finden.
Ich denke mal, der immense Unterschied zwischen den beiden Scheiben ist ganz einfach mal der Umstand, dass es BAN niemals gelingt so etwas wie Spannung zu erzeugen. Man macht es an un dist schnell genervt, weil man dem gebotenen Lärm gar nicht folgen möchte. Vielleicht ist das ja sogar beabsichtigt, möglichst sperrig und kantig zu klingen, aber dann nicht wundern, wenn man auf Abneigung stößt. Ich bin wahrlich ein Freund von Scheiben, mit denen ich mich auseinander setzen darf/muss/kann. "Sperrig" ist also eigentlich kein Problem für mich. "Unnahbar" schon eher, aber BAN klingen ja obendrein auch uninspiriert. Wo DSO oder Wolves In The Throne Room an allen Ecken mit spannenden Überraschungen um die Ecke kommen, klingt der schlecht komprimierte Radau der Burschen einfach mal lustlos dahin gerotzt.
Im übrigen muss ich für mich mal SC rückblickend anmerken, dass sich meine Sichtweise auf derartige Klänge im Allgemeinen deutlich verbessert hat. Ganz einfach, weil man in viel mehr derartige Musik hinein hören darf/muss. Dabei komme ich für mich zu dem Ergebnis, dass noch folgende Komponenten bei mir zu Punktabzug führen: Blastbeats, unverständlicher Gesang, bewusst miese Produktion (die kann sogar fett klingen), Emotionslosigkeit. Der letzte Punkt ist natürlich extrem subjektiv, aber anders kann man ein ALbum ja eh nicht "bewerten".
Und zwischen Evoken und Triptykon liegen bei mir schon auch ohne CF-Bonus - den ich nämlich gar nicht vergebe - auch noch Welten. Aber das ist halt Geschmackssache.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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