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Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/Metal
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Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/MetalWas haltet ihr von der Crossover-Bewegung, deren Pioniere in den Achtzigern in Bands wie 24-7 SPYZ, FAITH NO MORE, FISHBONE, L.A.P.D., LIVING COLOUR, PRIMUS, RED HOT CHILI PEPPERS, URBAN DANCE SQUAD etc. aus so unterschiedlichen Stilen wie Funk, Hardcore, Jazz, Metal, Rap, Reggae, Rock, Ska & Soul neue Grooves zu entwickeln begannen? Feiert ihr heute noch die Gründerväter des Genres, oder steht ihr eher auf jüngere Acts wie BODY COUNT, DOG EAT DOG, INCUBUS, KORN, RAGE AGAINST THE MACHINE, ... ? Zieht ihr vielleicht sogar stärker an tanzbodenfüllenden Einflüssen orientierte europäische Gruppen wie DUB WAR, EMF, SUCH A SURGE, THINK ABOUT MUTATION vor? Oder geben Euch solche Hybridsounds generell nichts?
Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/MetalPrimus und Fetz No More zählten lange Zeit zu meinen Faves. Primus tun das immer noch. Fand das in den 90ern ziemlich spannend, da ich damals allerdings eh meine Scheuklappen (kurzfristig?) abgelegt habe, um die große Musikwelt zu erkunden. Das kam bei mir alles auf einen Schlag. Rückbesinnung auf die großen alten Helden (Tull, Zep, Beatles, Kansas, Rush), vorsichtiges Antesten an Jazz (Coltrane, Retunrn To Forever, Mahavishnu, Davis ...) und eben auch neue Bewegungen innerhalb meiner Lieblingsmusikrichtung. Allerdings muss ich sagen, dass mir das techt fix zu viel wurde und nach meinem Empfinden eine extrem fixe Übersättigung seitens der Labels und der Medien entstand. Klar, es kann nicht jede Band gleichzeitig so unterhaltsam und spieltechnisch so interessant sein wie Primus, aber spätestens mit Bands wie Clawfinger oder Senser, war mein Interesse beendet.
Dann lieber Mordred oder Mind Funk hören. Und Primus. Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/MetalHört doch mal in PANZER BALLET rein.
Re: Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/MetalJa, Holg, ich kann das schon nachvollziehen, dass Du Dich da wieder abgewandt hast; irgendwann explodierte das Ding halt total.
Und in der zweiten Welle, falls man das so nennen möchte, also bei den in den '90ern gegründeten Bands gab es dann einige, die einfach nur innerhalb dessen grooveten, was sich als Genre schon mehr oder weniger abgezeichnet hatte; aber das ist ja immer so. MIND FUNK klingt demgegenüber sicherlich noch sehr beseelt; und mit MORDRED möchte ich mich beizeiten noch genauer beschäftigen, denn diese Band erscheint mir sehr vielversprechend. Für mich ging es ja in den '90er überhaupt erst los mit der härteren Rockmusik und ihren benachbarten Spielarten, insofern setzte da dann die Ermüdung auch erst später ein. Diesen am Funk orientierten Crossover habe ich erst rückwirkend entdeckt. Klar, die RHCP lernte ich recht bald kennen, aber halt erst als sie schon etwas zahmer geworden waren (mit 'Under The Bridge' und dann halt "One Hot Minute"). Von CLAWFINGER kenne ich nicht viel, hatte da aber eher den Eindruck, dass die überwiegend so Bollo-Crossover für ein Publikum machen, das einfach nur auf und ab hüpfen und sich ein wenig anrempeln will. Das mag ein Vorurteil sein, aber so kam's mir halt vor... Es ist in der Hinsicht allerdings wohl auch problematisch, wenn man seinen größten Popularitätsschub ausgerechnet über Zentralorgane des Massengeschmacks wie "Bravo Hits" etc. erhält. In dem Punkt ist man dann ja schnell bei Bands wie den H-BLOCKX angelangt (deren Album "Discover My Soul" im Übrigen überraschend unprollig daherkam), die vermutlich immer noch ihren Stiefel auf irgendwelchen Das-war-damals-Parties herunterspielen. Okay, wenn die Hypotheken bezahlt sind, was auf der hohen Kante liegt und man auch so ein gewisses Einkommen hat, liegt's zwar in der eigenen Hand, ob man sich darauf beschränkt den "Play it again Sam" für ein Jedes-Jahr-am-Ballermann-Publikum zu geben, oder ob man die von dem angeeigneten und längst als reine Saurauslassuntermalung vereinnahmten Smash-Hits einfach nicht mehr live spielt, sondern dann lieber was anderes, neues, eigenes macht. Aber da sind halt auch viele Musiker einfacher gestrickt, die unter Umständen mehr aus sich machen könnten. Ich finde es aber immer schade, wenn man sich deswegen soweit abschrecken lässt, dass man ein komplettes musikalisches Feld meidet; ganz einfach, weil sich selbst zwischen all dem Schweinefraß, der zwangsläufig immer und überall fließbandproduziert wird, wo sich ein breiterer Markt auftaut, eben hin und wieder trotzdem noch Perlen finden lassen. Dass ich dabei nicht an dauerspaßende Pubertätsbegleiter wie die BLOODHOUND GANG denke, sondern eher an Combos wie die ihren Rock auch ohne Innovationspreise recht funkig zusammenjammenden SPIN DOCTORS (leider gerne mal auf 'Two Princes' reduziert) oder irgendwelche mir gar nicht bekannten aber sicherlich auch existierenden Untergrundtruppen sollte auf der Hand liegen. Diese Stagnationstretmühle führt sicher auch mit dazu, dass, sobald ein Genre als abgefrühstückt gilt, irgendwann ein neuer Begriff hermuss: Zwischen Nu Metal/Nu Rock und Crossover sind die Übergänge sicherlich fließend, auch wenn die ersten Funkmetalgruppen sich schwerlich mit einer Band wie LINKIN PARK vergleichen lassen. Vom PANZERBALLETT kenne ich nicht viele Stücke; aber es zählt sicher zu den Kapellen, die sich wieder weiter hinaus wagen als die oben angesprochenen Modebands, kommerzorientierten Trittbrettfahrer oder von der allgemeinen Popularität profitierenden Mittelklassebands. Wurde das PANZERBALLETT eigentlich gegründet, nachdem der Hype der '90er vorüber war, oder gibt es die schon länger? Wo wir schon im Jazzmetalbereich sind, wäre wohl YAKUZA noch zu nennen. Bei denen wird's mir teils aber schon wieder zu frickelig. Holg, so wie ich Dich einschätze, müsste Dir doch auch diese Crossover-Thrash-Schiene zusagen. Die habe ich oben eher außen vor gelassen, weil halt der 'schwarze' Anteil da nicht so sehr auftaucht, weil eben 'nur' die eher als 'weiß' konnotierten Spielarten Punk und Metal aufeinandertrafen. Naja, das haben die BODY COUNT-Typen dann ja geändert, wenn auch ohne die klassischen High Speed/Thrash-Solos. Ich finde es irgendwie schade, dass sich die Szenen inzwischen wieder 'ethnisch eingemauert' zu haben scheinen; warum auch immer... Das schien Ende der Achtziger / Anfang der Neunziger echt etwas aufzubrechen, und jetzt? Mir kommt es so vor, als habe man in der Populärmusik überall nur noch vereinzelte Szenen, die sich einhergehend mit der stilistischen Ausdifferenzierung auch kulturell immer weiter gegeneinander abzugrenzen scheinen. Dabei finde ich Veranstaltungen mit gemischtem Publikum eigentlich immer am interessantesten. Zum Glück ist unser Forum nicht ganz so inzestuös. ![]() Music is the only religion that delivers the goods.
(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/MetalCrossover Thrash? Hm, ich habe Scheiben von Ludichrist, Leeway, DRI, Spermbirds etc. und finde das auch alles toll. Wenn es allerdings um Prolo-HC wie Biohazard geht, muss ich passen. Habe mich mit dieser Szenerie aber nie sonderlich intensiv beschäftigt. Fand aber einige politische Auswüchse etwas schräg und war von der Aggressivität auf den Konzerten dann doch etwas abgeturnt.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
Re: Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/MetalAggressivität auf Konzerten nervt mich auch extrem. Sollen die Leute, die drauf stehen, sich halt anspringen, aber man muss da nicht Unbeteiligte mitreinziehen. Bei manchen hat man das Gefühl, die feiern nicht die Musik, sondern nur sich selbst (oder das, was davon noch über ist).
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(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
Re: Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/MetalDa ich ja gern offen für neues bin habe ich mir jetzt ein paar Bands rausgeschrieben. Auf jeden Fall ein toller Thread, der viel Raum für neues lässt. Bin gespannt, ich werden den Thread mit aufmerksam beobachten und auch dann schreiben, wir mir die Sachen gefallen.
Re: Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/Metal
Für sowas gibt's halt die Pits. Wobei ich schon seit Ewigkeiten net mehr gemosht habe, da ich mir des Konzertberichts wegen lieber die ganze Zeit die Bühne beglotze und darauf schaue wie das Publikum drauf reagiert als selbst zu reagieren. Mir gehen Leute auch auf den Sack, die in zig Metern Entfernung von der Bühne, gerade in Hallen, noch meinen inmitten der zuschauenden Zuschauer noch nen Minipit aufmachen zu müssen.
Re: Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/Metal
Von Clawfinger brauch man eh bloß die ersten zwei Alben, der Rest ist für die Tonne. Im Auge des Feindes sehe ich nur mich selbst - Fyrt Byrask
Grundsätzlich ist Mettwurst wie Paprika, nur in einem anderen Härtegrad.
Re: Crossover: Funk/Rap/Jazz/Electro + Hardcore/Punk/Rock/MetalEine besondere und interessante Band habe ich am Mittwoch live kennen gelernt. LEE HARVEY AND THE OSWALDS treten in der Besetzung Sänger, Gitarrist, Bassist, Drummer, Keyboarder und 2 x Mal Saxophon auf und mischen Metal, Rock, Funk und Jazz in einer sehr spannenden Melange. Hört doch mal rein, vielleicht fällt das ins Beuteschema: http://www.myspace.com/leeharveytheoswalds
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