Nile

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Beitragvon Drumtier » Donnerstag 24. März 2011, 01:48

Eine kleine, eingeschworene Gemeinschaft haben wir hier. Das ist gemütlich, das stimmt schon. Und wenn neue Gesichter hier auftauchen werden sie alle nett begrüßt, so solls ja auch sein. Aber können wir diese neuen Gesichter halten? Können wir ihnen was bieten? Wenn sie dem (immer noch irreführendem Namen) "Power"metal trotzen und herein schauen, was müssen sie nach ein paar Klicks feststellen?
Richtig. Kein Thread für Nile. Eine Schande für jedes Forum das ein Thrash/Death/Black-Unterforum sein eigen nennt. Ich ändere das hiermit mal, Danksagungen und Orden nehme ich aller Bescheidenheit zum Trotz gerne an.

Also, diskutiert wird ja eh immer wieder mal aus dem einen oder anderen Grund über diese Kombo, hier halt vereint. Damit der Thread aber aufgrund mangelnder Gegenstimmen (weil alle alles so geil finden ;-) ) nicht gleich wieder in der Versenkung verschwindet, starte ich mit einer schockierenden Äußerung:
Ja, ich denke "Those Whom The Gods Detest" ist besser als "In Their Darkened Shrines"! oO
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Re: Nile

Beitragvon Drumtier » Donnerstag 24. März 2011, 02:14

Und weils bei anderen Bands auch gang und gäbe ist, dass in Triple- und Quattro-Posts die immer gleiche Huldigung neue formuliert wird, will ich diese die Welt aus den Angeln hebende Erkenntnis gleich noch untermauern. Angemerkt sei gleich noch, dass ich die beiden Alben jetzt nicht in der Form vergleichen möchte im Sinne von, da passt das nicht, da ist das nicht ganz so gut, nein. Es geht nicht darum, ob ein Album schlechter oder auch nur nicht ganz so gut wie das andere ist, nein, es geht darum, dass (vielleicht) das eine noch besser ist.
Warum?

Man höre sich "Those Whom The Gods Detest" an. Kafir eröffnet das 56-minütige Gemetzel mit einer Wucht die ihresgleichen sucht! Und keine einzige Sekunde davon könnte man auch nur annähernd als schwächer ansehen!
Hmm. Nein. Das wird dem Album nicht gerecht...

Wenn ich sage, dass Kafir mit einer monströsen Wucht loslegt, dann meine ich nicht die Art von Wucht die einen mit dem Kopf nicken lässt und sagen, dass das wirklich ziemlich am Anschlag ist.
Nein, ich meine die Art von Wucht die ein knochentrockener Sandsturm mitten in der ägyptischen Wüste auf dich ausübt, wenn du nach zwei Tagen ohne Wasser die ersten Halluzinationen bekommst. Wenn du davon gepackt wirst, ohne die Möglichkeit Gegenwehr zu leisten und auf den Rücken geworfen wirst. Und während über dir die Hölle tobt spürst du, dass das Ende nahe ist. Und dennoch, wenn kurz die Windgeschwindigkeit abnimmt und du den Gesang eine Muezzins zu hören vermeinst, wenn du fremde, aber doch vertraute Klänge vernimmst, rappelst du dich doch mit letzter Kraft und letzter Hoffnung noch einmal auf. Aber während du dir noch die rasiermesserscharfen Sandkörner aus den blutigen Augen kratzt kommt eine neue Böe auf dich zu, die alle vorherigen in den nicht vorhandenen Schatten stellt. Eine Böe die nicht aus Luft besteht wie man das bei Wind vielleicht vermuten möchte. Eine Böe aus reinem, bösartigen Feuer und geschmolzenem Sand. Ein Wind so heiß, dass du förmlich spürst wie die Augen in den Höhlen austrocknen. Und dieser Wind nimmt dich und nimmt dich mit und bestimmt über dich. Aber er meint es nicht gut mit dir. Er schleudert dich mit dem geschundenen Gesicht voran in den glühenden Sand und verschüttet dich. Und dann, während der Sand in deine Nasen und Ohren kriecht, während du den Sand aus deinen Lungen husten möchtest und dabei noch viel mehr einatmest, während du den Sand zwischen deinen Zähnen knirschen hörst und weißt, es könnten genauso gut deine Knochen sein, während der Sand zwischen deine Augenlider kriecht, er dich Zentimeter um Zentimeter bedeckt und die Last auf deinen zerfetzten Lungen erhöht und du dich an einer höllischen, zermürbenden Klaustrophobie zugrunde gehen fühlst. DANN, ja dann weißt du:

DAS ist THOSE WHOM THE GODS DETEST!
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Re: Nile

Beitragvon Peter Kubaschk » Donnerstag 24. März 2011, 08:16

ich wünsche mir, ich könnte dieses technische Geratter ohne jeden Anflug von Song auch so toll finden wie du.
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Re: Nile

Beitragvon Jesus » Donnerstag 24. März 2011, 08:49

Sprach's der Mann, der SPIRAL ARCHITECT, INTO ETERNITY, MEKONG DELTA und DREAM THEATER zur Entspannung hört... ;)

Ich mag die "Annihilation of the Wicked" am liebsten. Dürfte keinen überraschen, der mit dem Album vertraut ist, ist es doch die doomigste Scheibe der Ägyptologen. Der tonnenschwer walzende Groove von 'User-Maat-Re', 'Annihilation of the Wicked' und 'Von unaussprechlichen Kulten' geht schon als astreiner Death Doom der Marke MOURNING BELOVETH durch. Und das etwas technischere Gemetzel zwischendrin ist durchzogen mit zuckersüßen Melodien und eingängigen Hooks. Die "Shrines" überzeugt vor allem durch die Atmosphäre, aber für mich mangelt es einigen Songs an Profil. Die Alben davor und danach kann ich mir anhören, aber finde an denen auch nichts sonderlich interessant. Dazu bin ich halt zu wenig Deathmetaller. Ich mag meine Blastbeats lieber in Schwarzwurzelsuppe als in verfaulenden (oder mumifizierten) Leichen.
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Re: Nile

Beitragvon Peter Kubaschk » Donnerstag 24. März 2011, 12:42

Jesus hat geschrieben:Sprach's der Mann, der SPIRAL ARCHITECT, INTO ETERNITY, MEKONG DELTA und DREAM THEATER zur Entspannung hört... ;)


Die sind halt weit weniger brutal. Ich mag lieber plüschiges Gefrickel.
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Re: Nile

Beitragvon Teichfrosch » Donnerstag 24. März 2011, 13:52

"Annihilation of the Wicked" ist auch meine liebste, hatte ich ja in meinen Top100. Das ist zwar schon irgendwo sehr technisch, wird aber eben in tollen Songs verpackt - dann darfs auch technisch sein.
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Re: Nile

Beitragvon Germon » Donnerstag 24. März 2011, 14:35

Peter Kubaschk hat geschrieben:ich wünsche mir, ich könnte dieses technische Geratter ohne jeden Anflug von Song auch so toll finden wie du.

Hahaha, der Peter bringt es mal wieder auf den Punkt.
Obwohl, ich muß zugeben, daß ich schon eine gewisse Faszination beim (seltenen) Hören von "In Their Darkened Shrines" nicht leugnen kann.
Ich seh zwar aus wie Herbert Grönemeyer, doch ich bin ein ganzer Mann!

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Re: Nile

Beitragvon SharkPredator » Donnerstag 24. März 2011, 14:57

"in their darkened shrines" fand ich seinerzeit ganz witzig, hab die scheibe hin und wieder mal gehört und mir darauf die beiden vorgänger zu gemüte geführt. "amongst the catacombs of nephren-ka" ging auch ganz gut rein, die dazwischen eher weniger.. irgendwann habe ich dann das intresse an der truppe verloren, ist immer das gleiche wie ich meine, und abwechslung gibts kaum geboten. songstrukturen erkennt man auch nur phasenweise, wurde ja schon gesagt :D
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Re: Nile

Beitragvon Havoc » Donnerstag 24. März 2011, 20:50

Vor ein paar Jahren war ich ein echter Fan der Combo. Finde sie auch immer noch bärenstark. Oft landet das dann aber nicht mehr auf dem Plattenteller. Mein Fave ist "In Their Darkened Shrines"...ganz knapp vor "Annihilation Of The Wicked". Nach dieser Scheibe ging mein Musikgeschmack allerdings immer mehr in die Richtung der von Jesus aufgezählten Bands. Dennoch habe ich mir die letzte Scheibe gekauft. Auch sehr stark. Muss ich noch mal hören. Zu erwähnen wäre noch, dass auch die beiden ersten Alben sehr stark sind und Momente enthalten die mit zu den besten der Nile-Geschichte zählen. Der Song "To Dream Of Ur" ist zum Beispiel einer der besten der Bandgeschichte. Das einzige Album welches ich gar nicht kenne ist "Ithyphallic".
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Re: Nile

Beitragvon Drumtier » Freitag 25. März 2011, 00:45

Bis auf die Amongst The Catacombs of Nephren-Ka, die is mir persönlich zu langweilig und austauschbar, finde ich jede Scheibe mindestens 8/10! Also Havoc, auch in Ithyphallic kannst du beruhigt reinhören, durchgehend hohes Niveau mit einigen Songs die besonders rausstechen. Is halt ziemlich trocken produziert, aber einen Versuch is es auf jeden Fall wert.
Zur Sache mit den Songs, kann das schon verstehen, dass bei oft durchgehendem Highspeed-Geknüppel für viele der Song verloren geht, aber neben Paradebeispielen wie "To Dream of Ur" oder natürlich "Unas Slayer Of The Gods" die einem schon klar machen, dass die Burschen auch songdienlich unterwegs sein können, möchte ich euch ganz besonders die Neue ans Herz legen. Gerade die Scheibe ist so voller Songs und voller Hits und eingängiger Melodien und Riffs, dass es mehr gar nicht geht. Da wird nicht gebrettert um allen zu beweisen, dass sie ja ach so geniale Musiker sind, nein, da werden wunderbare Songs geschrieben und die Sache mit den genialen Musikern passiert halt so nebenbei ;-)
Ich hab einfach dauernd was von der Scheibe im Ohr, das würd doch nicht so sein, wenn sie technisches Geratter ohne jeden Anflug von Song spielen würden, oder? ;-)
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