Septic Flesh/Septicflesh

Septic Flesh/Septicflesh

Beitragvon hellknulf616 » Samstag 12. März 2011, 16:45

Anlässlich der anstehenden Scheibe "The Great Mass" hier nun mal ein Spartenkanal für die seit immerhin 21 Jahren aktiven Griechen. Meine Initialzündung in Sachen SF war seinerzeit "Sumerian Daemons" (2003), nachdem das Grabbelkisten-"Esoptron"-Digi (1995) jahrelang nicht zünden wollte. Letzteres bietet im Grunde mystisch-melodischen 90er Death Metal mit leichten Gothic-Einflüssen, eigenständig zwar, aber zugleich auch recht behäbig. Höre ich insgesamt bis heute eher selten.

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SEPTIC FLESH - Esoptron (1995) - Esoptron


"Sumerian Daemons" hingegen besaß vom Start weg eine ganz eigene Aura: Griechisch obskur, aber dennoch poliert, brutal und atmosphärisch, thematisch unglaublich vielschichtig (von Faust über Sumer bis hin zur Moderne) - quasi die Verbindung von Alchimie und Gentechnik. Oder schlicht moderner okkulter Death Metal, hier und da synthetisch untermalt. Einen guten Querschnitt bieten der brachiale Opener "Unbeliever", das vielschichtige "When All Is None", das mit choralen Backings versehene "Faust", sowie der cool versetzte Titeltrack:

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SEPTIC FLESH - Sumerian Daemons (2003) - Unbeliever
SEPTIC FLESH - Sumerian Daemons (2003) - When All Is None
SEPTIC FLESH - Sumerian Daemons (2003) - Faust
SEPTIC FLESH - Sumerian Daemons (2003) - Sumerian Daemon


Dummerweise war nach dieser Hammerscheibe dann auch erst einmal Schluss, da sich SEPTIC FLESH auflösten. Mit der Zeit ist aus Bandmitglied Seth ein veritabler Künstler geworden, der mittlerweile auch für andere Bands Cover anfertigt und - vielleicht ein Teil der Faszination - dort den Stil seiner Band weiterträgt: Synthese, Collage, Symbole sind dominante Leitlinien, sowohl der Band als auch der Bilder von Seth:

www.sethsiroanton.com


Unerwartet stark fiel dann das musikalische Comeback 2008 aus: "Communion" ist ein schwarzer Monolith, der in seinen nicht einmal vierzig Minuten die blanke Essenz des Bandwesens freilegt - ohne Fett, ohne Schnörkel, ohne Fangnetze. Erstmals mit einem Orchester eingespielt, reiben sich sinfonische Einschübe an gnadenlos mechanischen Überriffs, dazu kommen wohlplatzierte Dissonanzen, die verfremdeten Vocals und eine Wand von einem Schlagzeug. Dass sich die nun als SEPTICFLESH agierenden Griechen von Fredrik Nordström einen ebenso drückenden wie klaren Sound zusammenzimmern ließen, macht das Album zu einem echten Genuss. Auch hier gibt es den Opener - "Lovecraft's Death" - dazu das ebenso melodische wie moshtaugliche "Anubis" und die hinterhältige Abrissbirne "Persepolis":

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SEPTICFLESH - Communion (2008) - Lovecraft's Death
SEPTICFLESH - Communion (2008) - Anubis
SEPTICFLESH - Communion (2008) - Persepolis


Ende April erscheint das bereits erwähnte Album "The Great Mass", von dem ich mir nach ersten Eindrücken einen Kandidaten für die Top 5 des Jahres verspreche. Einmal mehr wurde ein tschechisches Orchester für die sinfonischen Parts gebucht, die laut Band den wahren Kern des Albums darstellen, um welchen man anschließend die metallischen Bestandteile komponiert habe. Einen Vorabsong gibt es mit "The Vampire From Nazareth" bereits zu hören dazu kommt noch ein kleiner Trailer:

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SEPTICFLESH - The Great Mass (2011) - The Vampire From Nazareth

Albumtrailer
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Re: Septic Flesh/Septicflesh

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 14. März 2011, 23:26

Es ist ewig her, dass ich mich mit Septic Flesh beschäftigt habe, und das war auch weniger intensiv als es hätte sein dürfen. Die alten griechischen Extrem-Metaller gefallen mir im Prinzip alle, aber ich bin - außer bei Necromatia - bei keiner so richtig firm.

Wenn ich die Hörprobe zu "Esoptron" so anhöre, dann ist das ja mehr oder minder die selbe Kiste, mit welcher Anfang der Neunziger Peaceville Records sehr erfolgreich waren. Wobei ich da auf den ersten Versuch deren Outputs mit den Debüts von Paradise Lost und Darkthrone schon ein Stück weit zwingender waren. Trotzdem gefällt mir der Stil ziemlich gut.

Bei "Sumerian Daemons" würde ich spontan sagen, dass das auf der erweiterten Einkaufsliste landet. Alle vier Samples klingen ziemlich interessant.

Die neueren Sachen muss ich auf später mal verschieben. Hab grad wenig Zeit zum Probehören.
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Re: Septic Flesh/Septicflesh

Beitragvon Havoc » Montag 14. März 2011, 23:32

Kenne nix von der Band, aber als ich den Namen hörte schoss mir sofort dieses Bild in den Kopf. Das ist mir aus irgend nem uralten Nuclear Blast im Kopf geblieben.

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Re: Septic Flesh/Septicflesh

Beitragvon hellknulf616 » Mittwoch 16. März 2011, 00:01

:grins:
Das war für mich der Grund, das Digipak trotz fehlender Boni vorzuziehen. Gab ja auch noch eine LP-Auflage mit diesem Cover:

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Das reguläre Cover der kommenden finde ich allerdings ziemlich fantastisch.

@ Rüdiger

Geht mir ähnlich: SF hätten damals eigtl. gut in die PARADISE LOST/MOONSPELL/TIAMAT-Phase reingepasst, aber ich habe sowohl sie als auch ROTTING CHRIST weitestgehend verpasst. Witzigerweise zwei Bands, die ich aktuell schwerst interessant finde, weil sie mystisch, archaisch und - in Ermangelung eines anderen Wortes - okkult wirken, ohne alllzu offensiv oder aufgesetzt rüberzukommen. Thematisch (und atmosphärisch?) erinnern mich SF zudem immer an THERION, weshalb ich sie vielleicht auch sehr gern mag.
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