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MusikindustrieMusikindustrieÜberall hört man ja, dass die Musikbranche am Boden sei und dass sich kein Schwein mehr CDs kauft. Aber andererseits gibt es so viele neue Bands wie wohl nie zuvor. Auch Musikzeitschriften gibt es zu Hauf. Man wird quasi überflutet mit Informationen. Der Wahrnehmung nach würde ich eher denken, dass es gerade einen Boom gibt und so einige Bands gut von ihrer Musik leben können. Und damit meine ich jetzt nicht die ganz großen Bands. Nur so aus künsterlischem Antrieb touren die doch auch nicht durch die Gegend. Die meisten zumindest nicht. Wie seht ihr das. Geht es der Musikbranche wirklich soo schlecht?
Re: MusikindustrieNaja, dass sie weniger CDs verkaufen, glaube ich denen. Ich hab da auch neulich eine Grafik gesehen, die die Verkaufszahlen von LPs, MCs, CDs und Downloads auf einer Zeitachse darstellte. Mit den CDs gab es halt eine unheimliche Blase, aber wirklich schlecht, sind die Zahlen von CD + Downloads auch heute nicht, und da ist nicht eingerechnet, dass die Eintrittspreise für Konzerte nach oben gegangen sind.
Das mit dem "davon leben" für die Künstler sehe ich allerdings durchaus kritischer. Ich bin mir lange nicht sicher, dass so viele Künstler wirklich gut von ihrer Musik leben. Wenn sie nicht live spielen ohnehin nur die mit ganz großen Verkaufszahlen. Es wird schon Gründe geben, dass manche Bands so "überpräsent" sind, denn wenn sie es nicht wären, müssten sie wohl noch anderer Arbeit nachgehen. Das Problem der "Großen" in der Branche dürfte eher sein, dass sich da während des Booms viele Stellen herausgebildet haben, die die Hand aufgehalten haben, aber eigentlich nur wenig zum Prozess beitrugen, die haben jetzt natürlich ein Problem. Ich erinnere mich dunkel, dass ich (vor vielen Jahren) mal eine Aufschlüsselung gesehen habe, wieviel vom CD-Kaufpreis am Ende bei den Künstlern ankam. Das war ECHT wenig, meine ich, im Grunde völlig unverhältnismäßig.
Re: MusikindustrieIch denke schon das der Rückgang an Verkaufszahlen schon eklatant ist, gerade über einen längeren Zeitraum wie etwa die letzten 10 Jahre gesehen. Das zeigt doch allein, für wie viel man früher ne goldene Schalplatte bekam und für wieviel man sie heute bekommt und so oft werden die ja auch nicht mehr vergeben. In der Tat reichen heute wenige tausend verkaufte Platten für relativ hohe Chartnotierungen und anhand dessen was eben die Künstler davon sehen, kommt nicht so viel bei rum.
An eines kann ich mich erinnern. 2009 gabs im "Heavy" ein Interview mit Hansi Kürsch (Blind Guardian). Der sprach auf Verkaufszahlen angesprochen von 500.000 verkauften Einheiten für Nightfall in Middle Earth und für die Nachfolgealben von etwa 350.000 trotz steigender Bekanntheit der Band und größer werdender Hallen auf Tour etc. Ich denke angesichts der Chartnotierungen in Europa kann man davon ausgehen, dass BG zu den kommerziel großen Acts im Metal zählen, verglichen mit den meisten Anderen. Das heißt abgesehen vielleicht von Maiden, Metallica und vielleicht ein zwei Anderen, könnte das verkaufsmäßig schon zur Oberklasse zählen. Zum Vergleich mal Helloween, die Ende der 80er allein in Deutschland an der 250.000er Marke für ihre Keeper 2 schnupperten und da waren sie (glaube ich) noch nichtmal Top 10 in den Charts. Ich denke es wird immer schwieriger für aufstrebende Bands größere Tourneen überhaupt ins laufen zu bringen, weil die Plattenverkäufe nix abwerfen und die Tourneen braucht man ja, wenn man mal Geld mit der Band verdienen will. Nicht umsonst werden auch bei etablierten Acts die Tourdatenlisten immer länger.
Re: MusikindustrieGuardian dürften kommerziell auf jeden Fall einer der größten Acts sein in der Sparte. Ich erinnere mich an ein Interview mit Marcus, dass er nach dem Zivi nicht mehr arbeiten musste, weil die Platten da schon genug abgeworfen haben, das war zur TFTTW, meine ich.
Re: MusikindustrieNachtrag: Die Grafik, von der ich sprach: http://www.businessinsider.com/these-ch ... try-2011-2
edit: Bitte runterscrollen, zur korrigierten Fassung. Ich kannte nur die obere Grafik bisher. In der korrigierten sieht es in der Tat nicht sooo gut aus in Sachen Verkäufe.
Re: MusikindustrieAlso ich weis, dass zum Beispiel AMON AMARTH erst mit "Fate Of Norns" ihre "normalen" Jobs an den Nagel hängen konnten.
Aber klar, die Touren werden immer wichtiger, andererseits kommen immer weniger Besucher. Wenn ich daran denke wie viele bei den Konzerten von REBELLION oder EXILIA waren, können die davon nie und nimmer leben.
Re: MusikindustrieNein, es werden nicht weniger Besucher. Es gibt schlicht viel mehr Konzerte & die meisten Besucher gehen dann eher zu den bereits bekannten Top-Events statt zu eher unbekannten Bands. Deshalb spielen VOLBEAT halt vor 6.000 Leuten, STONE SOUR vor 2.000 und VICIOUS RUMORS vor 50.
Re: MusikindustrieDas gilt vielleicht für Berlin, im Rhein-Neckar Raum aber nicht. Da ist einfach nichts mehr, weil die Leute weggeblieben sind. Manche Clubs (Krone Club in Frankenthal, Schwimmbad Club Heidelberg) sind daran kaputt gegangen oder sie bringen gar keinen Metal mehr.
Hier gibt es einfach so gut wie gar nichts mehr, weil keine Leute mehr kamen.
Re: MusikindustrieDeswegen muss ich ja jetzt immer nach Darmstadt, Frankfurt, Karlsruhe oder Ludwigsburg fahren.
Re: Musikindustrie
Aber das sind ja auch kleine Clubs. Die haben es in Berlin auch schwer. Wie gesagt, VICIOUS RUMORS vor 50 Leuten, PURE REASON REVOLUTION vor 80, DEVIL SOLD HIS SOUL vor 60. Das ist hier Alltag und diverse kleine Clubs haben deshalb schon dicht gemacht. Die mittleren & großen Hallen dagegen sind immer voll. Die gibt es halt in deiner Gegend nicht. ![]()
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