Von Loenz an Sally

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Von Loenz an Sally

Beitragvon salisbury » Sonntag 27. Februar 2011, 12:34

Das Winterwichteln hat großen Spaß gemacht und Loenz und ich haben festgestellt, daß wir musikalisch auf einer recht ähnlichen Wellenlänge schweben. Um das zu testen, haben wir uns aus der Reihe Sampler zugeschickt und beschlossen, die Playlists offen zu lassen und im Forum zu erraten. Wer also Bock hat auf sicke Loenz/Sally-Progmucke und Spaß am Raten, der sei herzlich wilkommen, mitzu machen.

Hier die Beschreibung zu den ersten 5 Songs des ersten Samplers:

1.) Sehr seltsam geht Loenz Sampler los; viel elektronisches Geklimper am Anfang, dann geht es in einen rockigeren Beat und der Sänger spricht eher als daß er singt: ‚It’ cold outside’. Mich erinnert fast ein bischen an neuere Rolling Stones-Sachen, allerdings in sehr modernem, beat-orintiertem Soundgewand mit Bläsern (Trompeten?) unterlegt.
Gefällt mir unterm Strich aber eher nicht. (4.08)

2.) Das ist 'Ethica Odini' von ENSLAVED und ist natürlich ganz großartig! (7:59)

3.) Jetzt wird es sehr leise. Die leicht verhallte Akustikgitarre begleitet eine stille Sängerin. Eine Flöte kommt hinzu und verleiht den Ganzen ein traurig-folkiges Feeling. Nach 10 Sekunden absoluter Ruhe bricht eine kleiner Sturm los: Post-rockige Gitarren veranstalten einen Wall of Sound and the voice is lifting: With darkness gathering deeper and drowning…unerwarteterweise führt der Song aber wieder komplett runter, der Regen ist vorbei, die Wolken verschwinden und der Song klingt ähnlich aus, wie er begonnen hat. Zarte Frau haucht Worte zu dezenter Akusikklampfe. Sehr sehr schön.. Mit Blick auf Loenz Top100 tippe ich hier auf CARLA KIHLSTED. Das würde auch im Vergleich mit diversen YT-Videos passen, wenn ich auch den Song nicht finde….(8:05

4.) Ein weiterer getragener Song, diesmal mit sanfter Männerstimme. Streicher unterlegen die Passagen ohne Gesang. Seems like some singer/songwriter stuff. Oder ein ruhiger Song von RITUAL. Ist schön, ist aber insgesamt recht zahm. Wird ich mal an meinen Vater weiterreichen. (3:24)

5.) Da braut sich was zusammen. Zwei Minuten lang schweben dunkle Töne durchs Univesum, schwellen an und wieder ab, insgesamt aber nimmt die Lautstärke zu. Dann passiert aber was extrem seltsames. Eine verfremdete Frauenstimme, hundertfach gedoppelt, wabert da meist ganz allein durch das Universum. Die Stimme hört sich einsam und etwas hilflos an, so als wäre die Seele in die Unendlichkeit verstreut worden. Möglicherweise hat Scotty ein Fehler beim Beamen gemacht und Uhura ist nun in den Weiten des Weltalls verloren. Nun sendet sie den letzten Gruß aus dem Wurmloch, bevor sie nach 9 Minuten Gewisper langsam ausfadet. Was ist denn das Abgefahrens, Loenz? (9:38)

to be continued...
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Re: Von Loenz an Sally

Beitragvon salisbury » Sonntag 27. Februar 2011, 13:15

Jetzt wird der Sampler so richtig schräg:

6.) Erst ein kurzer Song mit einem simplen Beat, jedoch jeder Menge schräger Töne meist elektronischen Urprungs, aber auch Mundharmonika. Auch der Gesang is strange. Eine Männerstimme knarzt unverständliche Textzeilen, die immer mit einem mehrstimmigen „you gotta bring out“ (oder so…) beendet werden. Abgefahren…(2:59)

7) Jetzt wird noch kränker. Blackmetallische Screams (Yooooooo, Yaaaahhhhh) leiten ein wirres elekronisches Gemetzel ein. Die Gitarren klingen extrem noisig, die Musik ist breakversetzt, der verzerrte Gesang schneidet in mein Nervenkostüm. Das sicher der Einfluß von Reggy auf Loenz’ Musikgeschmack. Ich tippe auf eine Band aus dem Blackmetalbereich, die neue Wege geht und das Ganze von der Elektroseite aufzieht. Ab 2:39 beginnt ein schneller, absolut verrückter Solopart, wo alle Instrumente abgehen wie Zäpfchen, das Schlagzeug (eher der Drumcomputer(?) bolzt/blastet, die Synthies jaulen und quitschen, tiefes, mittelhohes und hohes Gitarrenstrumming auf Anschlag bringt das Blautier in nervöseste Zuckungen. Eher Strafe als Genuß. Was hab ich Dir getan, Loenz?
Tips: Hm, vielleicht irgendwas Altes von Sleepytime Gorialla Museum? Würde so was auch ULVER zutrauen. Oder gar DEVIN TOWNSEND auf extrem? (5:21)

8.) Es wird gemäßigter, aber weit weg von eingängig. Vertrackter, jazziger Gentle Giant’scher Knobelprog mit entweder rauchiger weiblicher oder androgyner männlicher Stimme (so genau ist das nicht zu unterscheiden; dachte auch immer bei Mars Volta singt ne Frau…). Also ich denk es ist ein Kerl. Mir fehlt in dem Song etwas der Faden, alles proggt beswingt 5 Minuten lang vor sich hin und am Ende bleibt etwas änhliches wie ein Fragezeichen stehen…(5:56)

9,) Ist absolut, fantastisch, genial, unglaubich, einfach over the top: Ich liebe das 2005er-Werk von INDUKTI, S;U:S:A:R und das ist No. 11811.
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Re: Von Loenz an Sally

Beitragvon Loenz » Sonntag 27. Februar 2011, 13:26

Soll ich schon Tipps geben. DIe Frage ist ja ob der Rest mit raten mag. Ein paar Sachen könnte der ein oder andere eventuell erraten. Ich denke da an Leute wie Regina oder Jesus vielleicht auch der Teichfrosch oder EIke.
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Re: Von Loenz an Sally

Beitragvon Loenz » Sonntag 27. Februar 2011, 13:27

Ich werde mich auch mal heute Abend an die Besprechung zu deinen Sampler machen. Nach dem Fußball Sonntag dann.
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Re: Von Loenz an Sally

Beitragvon salisbury » Sonntag 27. Februar 2011, 13:28

klar! Laß mich mal noch kurz die restlichen 2 Songs machen, dann ist Feuer frei für Leute, die nix besseres zu tun haben :grins: !
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Re: Von Loenz an Sally

Beitragvon Teichfrosch » Sonntag 27. Februar 2011, 13:32

#7 ist ziemlich sicher SHINING aus Norwegen, die packt der Loenz doch überall rein wo er es reinpacken kann :grins: Auf Platz 1 seiner Alben des Jahres, in den anderen Sampler, in den "Was hört ihr grade" Thread, in seine eigenen Top100 ... Zurecht im übrigen, ein tolles Album. Aber für das blaue Monsterchen wohl etwas zu abgedreht. "Madness and the Damge done Pt1" ?
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Re: Von Loenz an Sally

Beitragvon Loenz » Sonntag 27. Februar 2011, 13:38

7 passt Teichfrosch.
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Re: Von Loenz an Sally

Beitragvon salisbury » Sonntag 27. Februar 2011, 13:49

10.) Ein weiterer langer, weitestgehend instrumentaler Track, der im Stil von INDUKTI bleibt. Es geht los mit Radiorauschen a la ‚Wish you were here’, es kommt ein dezenter Triphoppiger Beat dazu, der mit einen Cello unterlegt wird. Sehr stimmungsvoller Anfang ganz nach meinem Geschmack. Bald fallen laute, riffige Heavygitarren ein und der Song schaukelt sich hoch. Erinnert bisklang an eine Mischung aus INDUKTI und alten ANEKDOTEN! Dann wird es breakiger und ein verzerrter Gesang wispert etwas, dann schreit er mehr, ich denke, Zahlen. 123=7 oder so. Aber nicht nur Zahlen… Es bleibt avantgardistisch schräg, fährt runter, nur um wieder bombastisch zu werden, schöne schwedenproggige Mellotron-Sounds schaukeln das Ding wieder hoch. Ach, der Song ist sehr sehr abwechslungreich, ständig ändert sich die Stimmung, es ist ein Musterbeispiel dafür, dass Instrumetalrock einfach MEGAGEIL ist, weil losgelöst von jeden Grenzen!!!!! Immer wieder werden Elemente von Anfang aufgegriffen, leicht varriert, angeschrägt und wieder entschrägt, es ist eine Wonne. Faszinierender Track! Wwwwwwas ist das? Ich tippe auf Schweden und auf ANEKDOTEN/ÄNGLAGARD-Umfeld.

11.) Zum Ausklang still no easy listening. Ein weiterer Instrumentaltrack, aber leichtfüßiger als INDUKTI oder der ÄNGLADUKTIDOTEN-Song grad eben. Klavier, Streicher, Holzblasinstrumente bauen ein weiteres komplexes kompositorisch meisterlich arrangiertes, spannendes Progjuwel auf. Düsterschrägjazzklassik mit Schlagzeug. Was auch immer DAS jetzt ist, es ist cool und ich würde es auch wieder nach Skandinavien sortieren. Möglicherweise auch schon recht alt…
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Re: Von Loenz an Sally

Beitragvon Loenz » Sonntag 27. Februar 2011, 14:19

Ähm hatte ich nicht 12 Songs auf die CD gepackt. Verwundernd am Kopf kratz. Naja egal.
Kleinere Tipps schon mal.
1: Ist eine Band aus Amerika, die Frontsängerin war auch später Solo unterwegs. Die hab ich hier auch schon das ein oder andere mal abgefeiert. Album selber ist von 1994 und für angeproggter Indie bzw Alternative Rock, erinnert mich stellenweise an Faith No More.

3 sind Schweizer Avantgarde Künstler. Könnte 123_7 weiter helfen der kennt die Band auf jeden Fall.

4: Geht in Richtung Rio/Avant/Folk. Ziemlich coole und abgefahrene Mischung auf Album Länge. Aus meiner Sicht eins der besten Alben aus 2010. Kommen übrigens auch aus USA. Könnte vielleicht Eike auch was zu sagen und auch Jesus. Die hatte sich die Platte auch zugelegt.

5: Gleiche Sängerin wie bei 3. Völlig manisch und eindringlich. Eine Stimmung die mich irgendwie begeistert auch wenn sie sehr düster und runterziehend. Ich bin der Stimme und der Stimmung aber irgendwie verfallen.

6: Den Sänger kennt Eike auf jeden Fall. Hier hat er aber nur einen Gastbeitrag geleistet. Ich denke mal als Danke schön, da ein Bandmitglied auch in seiner Band aktiv war.

7: Hat der Frosch schon aufgelöst.

8: Deutsche aus Berlin. Ziemlich cooler Mix aus Freejazz Drumming, Progressiven und hoher Kopfstimme. Ist tatsächlich ein Kerl. Das Album wurde übrigens von Markus Reuter produziert. Der ja bei diversen Deutschen Progsachen seine Finger im Spiel hat und hatte.

9: Ist richtig.

10: Hier liegst du mit den Kontinent komplett falsch. Ist wieder Amerika. Ein Mitglied von dieser Band fiel schon von dir in einen anderen Song Review.

11: Nö das sind Belgier diesmal, die Band selber gibt es seit Mitte der 70er. Dieses Album ist deren aktuelles aus 2010. In Szenen Kreisen wird diese Richtung wohl als Kammerrock bezeichnet. Eine Mischung aus Klassik, Jazz und Rock. Passt aber als Beschreibung durchaus.
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Re: Von Loenz an Sally

Beitragvon salisbury » Sonntag 27. Februar 2011, 14:32

Öhhh, ich hab Song 10 unterschlagen. 10 ist eigentlich elf und elf zwölf...

Song 10 erinnert mich zu Beginn SEHR an Paatos zu 'Timeloss'-Zeiten. Eine Sängerin, die ähnlich klingt wie Petronella Nettermalm. Ähnlich elegischer Songaufbau. Doch in der Folge wird es schräger. Wirre Breaks durchsetzen den Song, eine Fiedel kommt dazu, mutet etwas King Crimson mäßig an, alles. Der Song entfern sich immer irdischen Mustern, bucklige, wütende Soundkaskaden türmen sich auf und die Söngerin schreit auch mal ihre Wut raus. Bin mir noch nicht so gaz sicher, ob ich das mag...
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