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von Rüdiger Stehle » Montag 7. Februar 2011, 04:05
Also dann mal los mit den Einzelvorstellungen von Highlights des US Metals der Achtziger, die uns besonders am Herzen liegen. Dann will ich gleich mal den Anfang machen mit einer Band, deren neuestes Album im kommenden Soundcheck landen wird, und die ihr heute als progressiv-melodisches Tütenwunder kennt, das mit erstklassigen Instrumentalisten und einem ganz besonderen Sänger ausgestattet ist. Manchen allerdings sind die Colorado-Jungs inzwischen zu weit von den Wurzeln weg, zu verspielt, zu episch, zu verkopft, was auch immer ... Ich finde sie immer noch unglaublich toll, auch wenn ich natürlich schon sehe, dass sie nicht mehr allzu viel mit ihrer Frühphase zu tun haben. Die Rede ist natürlich von JAG PANZER, um deren Debütalbum es hier gehen soll:  JAG PANZER "Ample Destruction" (c)1984 - Azra Records Hier ist das Riffing noch schnörkellos, hier geht es noch Volldampf nach vorne, hier ist alles noch weitaus roher und unpolierter als heute, und doch haben die Gitarrengötter Briody und Tafolla hier schon gezeigt, was diese Band auf der Pfanne hat. Und Harry Conklin war natürlich schon 1984 ein toller Sänger, der allerdings noch mehr Wert auf ungekünstelte Power und Live-Feeling gelegt hat, als er es heute auf den Studioalben tut. Kleine Soundschnipsel von diesem Album haben mich Mitte der Neunziger zum Fan dieser Band gemacht, und ihr glaubt nicht, wie schwierig es damals war, an das Album und die Vorgänger-EP zu kommen. Herrje, das waren Zeiten. "Ample Destruction" bekommt man im Übrigen auch heute noch nicht regulär, sondern nur als sauteure Rarität oder als Bootleg. Die Neueinspielung "Decade Of The Nail-Spiked Bat" ersetzt das Original nicht würdig, da zwei Songs schlichtweg fehlen. Dafür hat es andere, aber es ist halt nicht das Original. Am meisten liebe ich "Ample Destruction" für den unglaublich coolen Mitsing-Smasher "Generally Hostile" zu dem wir 1997 in Augsburg vor der Bühne gekniet sind, als JAG PANZER stattliche 50 Leute in die Rofa locken konnten. Ebenso ein Traum sind natürlich "Harder Than Steel" und der mehrteilige Abschluss-Epos "The Crucifix". Und die restlichen Songs. Natürlich. 'Harder Than Steel' - http://www.youtube.com/watch?v=n21yeURUEhs'Generally Hostile' - http://www.youtube.com/watch?v=GeJV89cieNM - No Mercy, no mercy! 'The Crucifix' - http://www.youtube.com/watch?v=ju3xl8XwSjMWobei 'The Crucifix' natürlich in gewisser Weise schon der Prototyp für spätere JAG PANZER-Epen ist, die gerne mal ein Album beschließen. Wie auch immer: Tolle Band, phänomenales Debüt! 
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von Martin van der Laan » Montag 7. Februar 2011, 10:25
Was für ein Thread-Thema... thanxx, Rüdy! Das könnte eine sehr ausführliche Debatte werden... US-Metal der Achtziger (und frühen Neunziger, die beziehe ich mal ausdrücklich mit ein) ist für mich so ziemlich das Größte seit Erfindung des Keksriegels. Meine TOP100, die ich bald mal wieder pflegen werde, wird das weiterhin zeigen. Aber um gleich mal Wasser in den Wein zu kippen: Den Überkult um "Ample Destruction" verstehe ich nicht. Das Album ist klasse, aber die späteren Werke von JAG PANZER sind klar höher zu bewerten, da ist die Band zu kompositorischer Reife gelangt und baut Riff-Staffeten und Spannungsbögen auf, die man so fast nirgends bekommt. Anyway, dennoch ein guter Start in einen Thread für pure Glücksgefühle! 
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von Rüdiger Stehle » Montag 7. Februar 2011, 13:04
Den Kult verstehe ich zwar schon, aber die Verklärung, die manche Leute betreiben verstehe auch ich nicht. Denn, und da bin ich ganz deiner Meinung, auch ich finde die beiden Reunion-Alben mit Harry noch stärker. Und die "Chain Of Command" mindestens gleich gut. Das ewige Gejammer der Marke "Bäh, haben die sich weit von A.D. entfernt." kann ich also auch nicht teilen. Von Jag Panzer will ich gar kein Wurzel-Album. Dennoch ist das Debüt für mich nicht weniger als einer der größten Klassiker des 80er-US-Metals.
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von Oliver Passgang » Montag 7. Februar 2011, 19:48
Das Album muss selbst mir nicht vorgestellt werden.  "Ample Destruction" ist spätestens seit dem KIT X-Auftritt auf meiner Einkaufsliste; leider findet man das nirgends günstig. Stattdessen schiele ich immer mal wieder auf die Compilation "Decade Of The Nail-Spiked Bat". Wie ist eure Meinung dazu?
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von firestarter » Montag 7. Februar 2011, 20:21
Na, dann mach ich mal mit dem Album weiter, das alles auf den Punkt bringt, was für mich den 80er US Power Metal ausgemacht hat. Hier meine Vorstellung aus dem Top 100 Thread: Wild Dogs - Reign of terror / US 1987  Darf ich vorstellen - die Definition von Power Metal, so wie ich ihn verstehe! Auf ihrem dritten Album haben die Jungs aus Oregon einen unglaublich mächtigen, treibenden und fesselnden Metal gespielt, der bei mir nicht einen einzigen Wunsch offen lässt. Es gibt hier geile Riffs, Leads und Bassläufe ohne Ende, tolle heiser-schreiende Vocals von Michael Furlong und dazu Drum-Parts die mich alten Trommler mit der Zunge schnalzen lassen. Deen Castronovo ist mein unangefochtener Lieblings-Drummer und der hat sich auf "Reign of terror" echt den Arsch abgespielt. Irgendwelche Songs hervor zu heben ist eigentlich Blödsinn. Die meisten Tracks bewegen sich im speedigen Double-Bass Bereich und schrauben einfach die Rübe ab. Das getragene "Streets of Berlin" fällt stilistisch (aber nicht qualitativ) etwas aus dem Rahmen und lässt den Nacken (nicht wirklich) entspannen. Soundtechnisch gefallen mir die tierisch bissigen und voluminösen Gitarren besonders. Irgendwie fehlen mir aber eigentlich die Worte, um diese Hammer-Scheibe treffend zu beschreiben und angemessen zu würdigen. SpellshockMan against machineStreets of BerlinReign of terrorMetal fuelSiberian vacation
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von Martin van der Laan » Montag 7. Februar 2011, 23:01
Ich frage mich gerade, warum ich diese grandiose Platte eigentlich bis heute nicht im Original besitze...!? Muss dringend geändert werden. Weltklasse-Heavy Metal.
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von Rüdiger Stehle » Montag 7. Februar 2011, 23:53
Oliver Passgang hat geschrieben:Das Album muss selbst mir nicht vorgestellt werden.  "Ample Destruction" ist spätestens seit dem KIT X-Auftritt auf meiner Einkaufsliste; leider findet man das nirgends günstig. Stattdessen schiele ich immer mal wieder auf die Compilation "Decade Of The Nail-Spiked Bat". Wie ist eure Meinung dazu?
Die "Decade" ist eine schöne Scheibe und den (meist günstigen) Preis, zu dem man sie bekommt, locker wert. Aber das Original ersetzt sie schon deshalb nicht, weil eben mit "Harder Than Steel" und "Cardiac Arrest" zwei essentielle Songs fehlen. Dafür gibt es aber auch einige Songs, die von Demos stammen und auf dem Original nicht enthalten waren. Die Aufnahme ist "faithful to the original" und klingt schon nach alten Jag Panzer. Was die Ample Destruction angeht, bekommt man davon zu annehmbaren Preisen nur den "No Poser Records"-Bootleg, der die "Tyrants EP" als Bonus enthält. Die offiziellen Pressungen sind sowohl als Vinyl als auch als CD relativ teuer. Ich habe die französische MetalCore-Pressung als Vinyl, die mit damals 40,- DM annehmbar war, aber ein anderes Artwork hat. Irgendwann will ich auch ein Azra-Original, aber mir ist das auch immer zu teuer.
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 8. Februar 2011, 03:02
Martin van der Laan hat geschrieben:Ich frage mich gerade, warum ich diese grandiose Platte eigentlich bis heute nicht im Original besitze...!? Muss dringend geändert werden. Weltklasse-Heavy Metal.
Und ich frage mich, warum die mir bisher komplett entgangen ist. Zwei Hörproben haben genügt... CD ist geordert. Danke für den Tipp! 
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von Chavo89 » Dienstag 8. Februar 2011, 03:47
Beide Alben stehen schon lange auf meiner Liste, aber haben es bisher noch nicht in mein Regal geschafft. Es gibt zu viel gute Musik! 
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von firestarter » Dienstag 8. Februar 2011, 04:03
@ Rüdiger: Na, dann hat es ja schon Sinn gemacht, meine Vorstellung des Albums zu wiederholen. Weiter gehts mit einem "Forgotten Gem". Nachdem ich diese LP 1985 erstanden hatte, habe ich am folgenden Wochenende etwas getan, zu dem ich mir nur dieses eine Mal gezwungen sah - ich habe die Platte mit in unsere Metal Stammdisco genommen und den DJ genötigt, den Titelsong zu spielen... World War III - War is Hell / US 1985  Ich kann mir nicht vorstellen, wie man eine Heavy Metal Scheibe klischeehafter beginnen könnte, als WORLD WAR III es auf ihrem leider einzigen Album getan haben. "War is Hell" hat alle Zutaten, die es dafür braucht - ein alles niederwalzendes Riff, Power-Vocals und einen Gang-Shout Refrain der automatisch die Faust in die Höhe schwingt. Auf den kommenden Tracks geht das dann genau so weiter - WORLD WAR II bieten nichts als kompromisslosen, konsequenten US Power Metal as fuck. Hammer-Album! War is HellFinal SolutionCall of the WildSteal the Night awayRed Alert
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