Big 4 of Death Metal

Re: Big 4 of Death Metal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 27. Januar 2011, 01:37

Muss ich nicht lange nachdenken:
UNLEASHED - GRAVE - DISMEMBER - MORBID ANGEL

Wobei das nicht gegen DEATH und POSSESSED geht. Das sind für mich "Protobands", wie CELTIC FROST, BATHORY oder VENOM. Die packe ich in keine Schublade.

P.S.:
Dass hier so gut wie keine Schweden genannt werden, ist albern. Genauso albern, wie beim Thrash Metal keine Teutonen-Thrasher zu nennen. Der alte Schwedensound ist die Definition von f*ck'n Death Metal.
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Re: Big 4 of Death Metal

Beitragvon firestarter » Donnerstag 27. Januar 2011, 01:39

Dir ist aber schon klar, dass es um die grundsätzliche Bedeutung und nicht um den persönlichen Geschmack ging, oder? Ich meine... GRAVE und DISMEMBER... nun ja...
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Re: Big 4 of Death Metal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 27. Januar 2011, 01:58

Hab ich schon verstanden, wobei "grundsätzliche Bedeutung" ja ein schwerlich messbar Ding ist.

Death und Possessed habe ich ja, wie gesagt, ganz bewusst heraus gelassen, weil das für mich wirklich Vorläufer sind und keine Bands, die schon voll im Genre "Death Metal" sind. Cannibal Corpse halte ich nur für wichtig und einflussreich, weil sie indizierte Alben haben. Sonst hätte die m.E. kaum jemand wahrgenommen. Obituary kann ich gelten lassen, wobei ich die auch kein Stück bedeutender finde, als Grave oder Dismember. Oder Bolt Thrower. Das ist aus meiner Sicht alles ein Level.

Für mich waren und sind aber auch die Big-4 im Thrash nie im Leben Metallica, Slayer, Anthrax und Megadeth. Die einzigen davon, die ich stehen lassen würde, sind Slayer. Die anderen drei sind viel zu sehr Crossover und unstet, um große Thrash Metal Bands zu sein. Große, beliebte, erfolgreiche, bedeutende Bands auf jeden Fall, aber als Sinnbild für eine große und langfristig stilistisch prägende Thrash Band würde ich weit eher Kreator oder Sodom nennen.

EDIT:
Wobei zum zweiten Absatz zu ergänzen wäre, dass für mich der Bay-Area-Stil und der größte Teil des US-Thrashs nie das war, was ich mit dem Begriff Thrash Metal assoziiert habe, auch wenn ich natürlich weiß, dass man das dazu zählt. Thrash Metal war für mich immer in erster Linie der schwarze Thrash; also eben Slayer, Kreator, Destruction, Sodom, Possessed, Dark Angel, Onslaught ...
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Re: Big 4 of Death Metal

Beitragvon firestarter » Donnerstag 27. Januar 2011, 02:07

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Für mich waren und sind aber auch die Big-4 im Thrash nie im Leben Metallica, Slayer, Anthrax und Megadeth.


Aber genau um diese (allgemein so bezeichneten) Big 4 ging es und nicht um persönlich empfundene Big 4. Warum es genau zu diesen 4 kam, hat schon was mit Bedeutung zu tun, aber vor allem wohl mit Erfolg und Zeitpunkt des beginnenden Erfolgs. Über die Kriterien zu diskutieren, die dazu geführt haben, war nicht Bestandteil dieser Thread Idee.

Mir ging es also lediglich darum, ein Äquivalent zu diesen 4 Bands im Death Metal zu finden, seien die Kriterien für den Ursprung der Zusammenstellung der originalen Big 4 auch noch so frag- oder diskussionswürdig.

Nach dieser Interpretation hat keine schwedische Band eine Chance, genauso wie keine deutsche Thrash Band eine Chance hat (vor Kreator und co. kämen außerdem erst mal Exodus an die Reihe).
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Re: Big 4 of Death Metal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 27. Januar 2011, 02:15

firestarter hat geschrieben:Aber genau um diese (allgemein so bezeichneten) Big 4 ging es und nicht um persönlich empfundene Big 4. Warum es genau zu diesen 4 kam, hat schon was mit Bedeutung zu tun, aber vor allem wohl mit Erfolg und Zeitpunkt des beginnenden Erfolgs. Über die Kriterien zu diskutieren, die dazu geführt haben, war nicht Bestandteil dieser Thread Idee.

Okay, wenn wir nicht über die Kriterien diskutieren, die zu diesem Titel geführt haben, dann müssen wir sie aber doch zumindest anwenden, denn sonst ist es ja kein echtes Äquivalent. Für mich gehört zum Kern der Kriterien leider die amerikanische Mentalität, dass die vier weltgrößten Bands eines Genres selbstverfreilich aus den USA kommen müssen. Demnach suchen wir vier Bands, die folgende Kriterien erfüllen:

- sie kommen aus den USA
- sie sind nachhaltig erfolgreich
- sie waren in der Frühphase des Genres bereits musikalisch einflussreich

Dann kommen wir in der Tat zu den folgenden Truppen:

- Morbid Angel
- Cannibal Corpse
- Obituary
- Death (wenn man sie ins Genre hinein nimmt und nicht vor das Genre stellt)

:subber:
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Re: Big 4 of Death Metal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 27. Januar 2011, 02:17

Wenn wir das Spiel jetzt aber auch noch mit Black Metal machen, dann müssen wir das USA-Kriterium aus der Liste kicken, weil es sonst richtig schräg wird.
;-)
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Re: Big 4 of Death Metal

Beitragvon firestarter » Donnerstag 27. Januar 2011, 02:33

Das Kriterium "USA" existiert in meiner Empfindung dabei nicht. Die deutschen Bands (und SEPULTURA) waren ganz einfach zu spät dran und hatten in den 80ern auch nicht DEN Einfluss, den du retrospektiv empfinden magst.
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Re: Big 4 of Death Metal

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 27. Januar 2011, 02:51

Jo. Das ist natürlich wieder eine Prägungsfrage. Als ich mit Thrash Metal in Kontakt kam, fingen Megadeth und Metallica langsam an Alternative Rock zu spielen, Anthrax machten Crossover mit Rappern, die Bay Area Szene war gefühlt (!) kurz vor dem Ableben und Thrash Metal waren außer Slayer eben vor allem Sodom, Kreator und ... sorry ... Tankard. Als musikalisches Kind der Endachtziger und frühen Neunziger habe ich Metallica, Megadeth und Anthrax ganz eindeutig nicht mehr als "große Thrash Bands" wahrgenommen, sondern als Bands, die drauf und dran waren, dem Metal langsam oder schnell komplett den Rücken zu kehren.

Wenn wir das auf den Death Metal übertragen, dann haben wir das gleiche Bild. Die Proto- und Gründungsphase habe ich nur retrospektiv nachgeholt. Als ich meine erste Death-Metal-Scheibe ("Where No Life Dwells") gekauft habe, war der Stockholm-Elchtod quasi die Definition für Death Metal, und das nehme ich heute noch so wahr. Da war die Prägung ganz vehement und anhaltend. Wenn ich "Death Metal" höre, dann ist immer sofort die Schweden-Quadriga aus Unleashed, Entombed, Grave und Dismember im Kopf und dann erst einmal lange, lange nichts, bevor mir CC, Morbid Angel und Obituary auch nur am Horizont dämmern. Wobei das dann weniger mit dem Geschmack zu tun hat, als wirklich mit der beschriebenen Prägung.


Wenn ich von "Einfluss" spreche, dann meine ich in der Regel die hörbare Beeinflussung anderer Bands, und zumindest bei mir ist es so, dass ich mehr Bands kenne, die in Sachen Thrash hörbar nach Slayer, Kreator oder Sodom klingen, als nach Metallica, Megadeth oder Anthrax. Aber das liegt sicher auch wieder am selektiven Hören, weil mir - wie gesagt - der schwarze Thrash viel näher steht und ich auch mehr Neuerscheinungen aus diesem Bereich ins Blickfeld bekomme.
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Re: Big 4 of Death Metal

Beitragvon firestarter » Donnerstag 27. Januar 2011, 03:04

Rüdiger Stehle hat geschrieben:Wobei das dann weniger mit dem Geschmack zu tun hat, als wirklich mit der beschriebenen Prägung.


"Prägung" ist natürlich präziser und erklärt sehr gut, wie du zu deiner Einschätzung kommst.

Rüdiger Stehle hat geschrieben:dass ich mehr Bands kenne, die in Sachen Thrash hörbar nach Slayer, Kreator oder Sodom klingen, als nach Metallica, Megadeth oder Anthrax.


Für die neuere Thrash-Generation trifft das zu, wobei ich da Exodus und Sepultura deutlich vor Sodom sehen würde, was den Einfluss im Sound der Retro-Bands angeht. Für Bands der späten 80er waren aber eindeutig Metallica, Megadeth und Slayer am stilprägendsten. Testament und Exodus wurden dann etwas später "kopiert".
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Re: Big 4 of Death Metal

Beitragvon Jhonny » Donnerstag 27. Januar 2011, 09:40

Also, ich bin bei Rüdiger, dass Schwedentod vertreten sein muss, finde aber v.a. Grave in so ner Liste etwas deplaziert.

Auch wenn Entombed den Stil nur recht kurz praktiziert haben - bedeutend sind sie doch wohl sehr?
Verstehe nicht, warum man da eher die zwar konstanten, aber nie wirklich prägenden Unleashed vorzieht.

Das Entombed-Debüt war 1990 auf dem Markt - damals gab es auch in den Staaten noch nicht DIE Riesen-Truppe an Bands, die Alben veröffentlicht hat. Cannibal Corpse waren auch nicht früher dran, wenn ich das richtig im Kopf hab.


Aber: Allgemeinde Einigkeit scheint ja bei Death und Morbid Angel zu bestehen... ein erster Konsens ist da.
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