Der Klassik Thread

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Re: Der Klassik Thread

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 10. Februar 2026, 11:05

Doch, das interessiert mich sehr. Und wenn es so erklärt wird, wie von dir, dann ist es sehr hilfreich. Danke einmal dafür. Ich möchte das ja auch verstehen können, wenn ich Beiträge lese, in denen viele dieser Ausdrücke beinhalten. Zusätzlich macht es mir ja auch spaß. Aber ich muss mir nicht immer alles gleich draufpacken. Das darf sich mir gerne nach und nach erschließen. Über Crescendo weiß ich ja auch schon bescheid :grins:
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Re: Der Klassik Thread

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 22. Februar 2026, 11:25

Antonín Dvořák - Symphony No. 9 - Aus Der Neuen Welt

Es kommt selten vor, dass ich bei einem Album, oder in diesem Fall bei einem einzelnen Werk, erst einmal innehalten muss, um mich überhaupt einzustellen - doch genau das geschah mit Dvořáks 9. Sinfonie "Aus Der Neuen Welt" in der Aufnahme von Georg Solti mit dem Chicago Symphony Orchestra aus dem Jahr 1983. Nachdem ich zuvor intensiv Griegs "Peer Gynt" unter Neeme Järvi gehört hatte, wirkte Dvořák zunächst tatsächlich befremdlich. Alles klang so modern, so filmisch, dass ich meine Ohren erst umjustieren musste, um zu begreifen, wie etwas "so Altes" gleichzeitig so frisch, so kraftvoll und lebendig klingen kann. Erst nach dem dritten Durchlauf begann die Sonfonie, sich zu entfalten - und plötzlich war ich mittendrin.

Die Musik fühlt sich an wie eine Reise durch endlose, abwechslungsreiche Landschaften. Manche Passagen eröffnen weite Prärien, andere führen durch dichtbewachsene Wälder und stürmische Küsten. Die leisen Momente laden ein, innezuhalten und jedes Detail zu hören, während orchestrale Höhepunkte fast filmisch aufblitzen und mir den Atem rauben. Soltis Interpretation verstärkt dieses Erlebnis noch: alles klingt so klar, präzise und zugleich monumental, dass die Sinfonie beinahe greifbar wird.

Besonders beeindruckend ist, wie die Sinfonie mit Dynamik spielt. Laut und Leise, schnell und rruhg, dramatisch und zart. Wiederholte Themen wirken dabei nie ermüdend, sondern wie vertraute Wegweiser, die Halt geben und die Landschaft noch plastischer erscheinen lassen. Die oft zitierten Einflüsse afroamerikanischer Spirituals und indianischer Musik - über die man in nahez jedem Begleittext stolpert - springen mir allerdings nnoch nicht unmittelbar ins Gesicht. Und auch wenn meine Bilder danach klingen mögen: Subtil ist das alles für mich dennoch nicht.

Ein "Soundtrack für die Phantasie".
Das kommt mir nach nahezu zehn Durchläufen in den Sinn. Ich habe das Gefühl, die Sinfonie erst jetzt so richtig kennenzulernen. Es erschließen sich allmählich immer neue Perspektiven und Stimmungen. Stand jetzt ist es noch eher eine emotionale Expeditionals ein musikalisches Meisterwerk. Aber der Weg führt in die Richtung, da es mich immer wieder überrascht und mitnimmt. Mir scheint, als das dies ein Werk ist, dass schwer zu erklären, aber gut zuzuhören ist. Treiben lassen, staunen, wie zeitlos und modern zugleich etwas "so Altes" klingen kann.

Als hier kürzlich das Thema Klassik aufkam, hörte ich auf eure Empfehlung hin zuerst eine Interpretation von Gustavo Dudamel hinein - ebenso sahnich eine Aufzeichnung der Elbphilharmonie. Interessanterweise trat dort diese empfundene "Moderne" deutlich weniger hervor. Solti, so lernte ich, gilt als ausgesprochen präzise, und so sehr ich diese Klarheit hier schätze, hoffe ich doch irgendwann auf eine eckigere, kantigere Gesamtaufnahme, die mir vielleicht noch einmal eine andere Facette dieses Werks öffnet.

Mal sehen, welchem Werk ich mich im März dann widme.
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Re: Der Klassik Thread

Beitragvon Matthias Ehlert » Donnerstag 23. April 2026, 08:31

Welchem hast du dich nun im März gewidmet?

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Re: Der Klassik Thread

Beitragvon Matthias Ehlert » Donnerstag 23. April 2026, 12:28

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Enigma Variations Op: 36 Theme. Andante
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