Megadeth

Re: Megadeth

Beitragvon Pillamyd » Samstag 3. Januar 2026, 20:00

Havoc hat geschrieben:
Pillamyd hat geschrieben:Hatte bei der Ankündigung auch die Version vorbestellt. Lieferdatum 21. April.
Ich kann aber warten, weil ich nicht ganz so hyped bin, wie man sonst so lesen darf.


Wobei ich denke, dass sie das Lieferdatum im Januar dann noch auf den 23.01. anpassen im Laufe der Zeit.
Bei amazon ist das ja oft so eine Sache mit den Lieferdaten. Also oft und meistens zum Positiven hin. ;-)


Lieferdatum angepasst auf den 24. Januar.
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Re: Megadeth

Beitragvon salisbury » Samstag 31. Januar 2026, 23:49

Hier lernt ihr alles zum Thema Schnabeltassen-Thrash 8-)

https://www.powermetal.de/content/artik ... 073-1.html
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Re: Megadeth

Beitragvon Eike » Sonntag 1. Februar 2026, 13:19

Schöner Artikel.
(Irgendwo steht allerdings "wenn" statt "wen".)

Ich habe zum Lesen "Kill 'Em All" aufgelegt.
Tatsächlich besitze ich kein einziges MEGADETH-Album.

On to the Diskographiecheck...
Das ist auch ein tolles Format bei euch.
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(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: Megadeth

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 1. Februar 2026, 15:10

Ich habe den Artikel gelesen. Zunächst wollte ich mich mit meiner Meinung zurückhalten – ich habe unfassbar viele Gedanken zum Album, die erst einmal sortiert werden wollen. Aber bei einigen Sätzen raufen sich mir am heiligen Sonntag tatsächlich die Haare.

Wenn von einem „unnötigen“ Cover des METALLICA-Songs die Rede ist und im gleichen Atemzug der Weg über JBO zu möglichem Interesse an der Band beschrieben wird, während er dann nur die Alben von 1992 und 1994 kennt – frage ich mich: „Was darf Satire?“ Das ist wie wenn ich sage, ich sei über WEIRD AL zu MICHAEL JACKSON gekommen – und jetzt bewerte „Thriller“.

Die Argumentationskette zur „Vollkatastrophe“, wie er das neue Album nennt, sei der Gesang. Dave Mustaine könne keinen Zentimeter singen, und wie man dann eine 8-10/10 geben kann? Ja, „WTF?“. Klar, Mustaines Stimme ist polarisierend, das weiß jeder, sogar er selbst. Aber hier wird es albern. Wer die Band kennt, weiß: MEGADETH war nie eine Gesangsband. Der -1,5-Punkte-Abzug für den Gesang wirkt wie ein Symbol, um Polemik zu inszenieren. Dass er damit „noch gut bedient“ sei, wirkt einfach nur seltsam.

Wer nach 40 Jahren Bandgeschichte plötzlich den Gesang als KO-Kriterium entdeckt, bewertet nicht MEGADETH, sondern sein eigenes Unbehagen – und das Bewertungssystem scheint er selbst nicht zu verstehen. Interessant nur, dass derselbe Kritiker dann HEINZ RUDOLF KUNZE abfeiert. Wie funktioniert der eigentlich in seiner Musik? Ach, da war ja was.

Natürlich darf ein weiterer Namedropping-Versuch nicht fehlen: DREAM THEATER und James LaBrie. Ein Vergleich, der völlig schiefläuft, denn LaBrie wird primär live kritisiert, nicht auf Studioalben. Wer hier Mustaine und LaBrie in einem Atemzug bewertet, stützt nur seine Polemik. Dann folgt die Aussage, dass man keinen Song hören könne, ohne sich über den Gesang zu ärgern – und gleichzeitig liege das Songwriting des neuen Albums weit hinter den eigenen Highlights. Ernsthaft? Wenn der Gesang so ablenkt, wie kommt msn da überhaupt darauf?

Und um alle Klischees zu erfüllen, zieht er natürlich noch METALLICA ins Feld: „72 Seasons“ sei dem neuen Album weit überlegen. Lyrisch kann man darüber sicher unterschiedlich denken – fair. Produktionstechnisch aber? Nein. MEGADETHs warmes, transparentes Klangbild schlägt das OP-Raum-ähnliche Ambiente von „72 Seasons“ meilenweit.

Dann die Pointe der persönlichen Abwertung: Teemu MÄNTYSAARI tut ihm leid, und er hofft, der gute Gitarrist findet bald eine Band mit einem „vernünftigen Sänger“. Er hebt es extra hervor – dabei übersieht er, dass Mustaines Stimme das Wesen der Band prägt und Teemu trotzdem glänzt.

Und jetzt zurück zum Bonustrack „Ride the Lightning“. Unnötig? Für mich nicht. Ich sehe den Song emotional und historisch, nicht einfach als Cover. Mustaine erzählt, dass sich damit ein Kreis schließt – und das nehme ich ihm ab. Ich spüre die Wertschätzung von Marcel in jeder Sekunde – und das zeigt mir, dass man Musik auch anders erleben kann: ohne krampfhafte Polemik, einfach mit Respekt für Geschichte und Intention.

Der Track ist kein Gimmick, kein Füllmaterial, sondern ein Statement: ein Rückblick, ein Abschluss, ein „Danke an die eigene Vergangenheit“. Wer das als „unnötig“ bezeichnet, übersieht genau den Punkt, an dem MEGADETH emotional und künstlerisch Sinn stiftet – und das ist genau die Perspektive, die Kritiker oft vermissen, wenn sie nur Polemik, Namedropping und persönliche Abneigung in ihr Review packen.

Ich weiß, dass der Stil der Artikelreihe Überspitzung erlaubt. Trotzdem komme ich nicht umhin, darauf zu antworten – so überzogen wie hier, ist es einfach schwer zu ignorieren. Ich erkenne den Stil, aber ich kann meine Meinung nicht für mich behalten, wenn mir das so extrem vorkommt.
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Re: Megadeth

Beitragvon Havoc » Sonntag 1. Februar 2026, 16:37

Möchte hier nicht auf alle Punkte im einzelnen eingehen, aber ich unterstütze das von Pilly gesagte.
Das geht echt gar nicht. Wenn man eine Band doof findet und auch keine Ahnung von der Band hat, dann beteiligt man sich besser auch erst
gar nicht an so einer Gruppentherapie. Oder man beschreibt es halt auf eine andere Art und Weise wie hier geschehen.
So wie z.B. Matthias Ehlert...ich zitiere "der Gesang des Meisters ist allerdings wie immer gequetscht und gewöhnungsbedürftig, aber das ist ja sein Markenzeichen".
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Re: Megadeth

Beitragvon Pillamyd » Sonntag 1. Februar 2026, 19:43

Kritik – auch scharfe – finde ich völlig legitim, gerade in diesem Format. Man muss nicht einer Meinung sein.

Was mich hier gestört hat, war der Ton und die geringe inhaltliche Tiefe: Der Albuminhalt selbst wird schnell abgehandelt, während sich vieles auf Gesang und Vergleiche konzentriert.

So entsteht für mich eher ein Text über persönliche Abneigung als über das Album – auch das ist legitim, für meinen Geschmack hier aber einfach drüber. Andere im selben Artikel haben das deutlich besser im Griff – um das Kind mal beim Namen zu nennen.
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Re: Megadeth

Beitragvon Rüdiger Stehle » Sonntag 1. Februar 2026, 21:06

Ich bin da in der Sache weitestgehend bei dir.

Das Album finde ich toll (9 Punkte im Soundcheck), die Produktion grandios, und... ich finde auch Mustaines Gesang toll. Er mag im technischen Sinne nicht gut sein, aber er bringt das mit, was für mich immer das Entscheidende an "meinen" Sängern war: Er ist völlig unverkennbar, individuell und er transportiert Emotionen, die bei mir ankommen. Und ich mag sogar das Metallica-Cover. So!

Ferner finde ich es auch super, dass du die Kritik in der Weise aufgreifst und sagst, was dir daran nicht passt, denn genau diesem Zweck dienen die Gruppentherapien. Sie sollen die in der Redaktion vertrenen Meinungen abbilden, gerne völlig subjektiv, pointiert und - wenn es dem Schreiber ernsthaft danach ist - gerne auch auf den einen Punkt fokussiert, der ihn einfach so sehr nervt, dass ihm der Rest des Albums sonstwo vorbei geht. Die Gruppentherapie soll nicht zuletzt Leserbindung mit den Redakteuren erzielen, deren Meinung oder Darstellung man überzeugend findet, aber auch Leserbindung durch Abgrenzung von der Meinung der Kollegen, deren Wertung man nicht versteht, ablehnt oder kritisiert. Wenn eine Gruppentherapie beides bietet: Meinungen, die der Leser teilt und überzeugend findet, wie auch Meinungen, an denen der Leser sich reiben kann, dann hat sie ihren Zweck erfüllt.

Und am meisten freuen wir uns, wenn ihr uns das auch genauso sagt: Sei es, weil ihr findet, dass Kollege X perfekt das eingefangen hat, was ihr auch so seht, oder sei es, weil ihr die Meinung und Darstellung von Kollege Y voll daneben findet.

Daher danke fürs Feedback... vielleicht will ja der angesprochene Kollege sich auch dazu äußern... :grins:
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Re: Megadeth

Beitragvon Chris Schantzen » Sonntag 1. Februar 2026, 22:46

Heyho, ich mische mich hier auch mal ein – primär weil ich grad eh nichts besseres zu tun hab. :D

Vorweg sei erstmal gesagt, dass ich mich Rüdigers Worten komplett anschließe – was den Zweck der Gruppentherapien betrifft, nicht unbedingt der Bewertung des Albums. ;)
Und so find ich es super, wenn eine GT dann zu einer Diskussion und tieferen Auseinandersetzung mit einem Album führt. Und wenn dann die Meinung von Kolleg*innen oder mir einen Diskurs anstößt, ist das ja umso besser.
Gleichzeitig finde ich es dann aber auch wichtig, bei so einer Diskussion bei den Fakten zu bleiben, denn der Kollege hat z.B. nicht gesagt, dass er nur 2 Alben von Megadeth kennt, sondern besitzt. Genauso wird nicht das Album als „Vollkatastrophe“ bezeichnet, sondern Mustaines Gesang. Beides, meiner Meinung nach, durchaus nicht unwichtige Entscheidungen.

Wo ich euch aber ganz energisch widersprechen möchte, sind die Aussagen, dass Mustaines Gesang keine Abwertung rechtfertigt, weil Megadeth nunmal keine Gesangsband ist, und, dass „wenn man eine Band doof findet und auch keine Ahnung von der Band hat“, sich am besten gar nicht erst an einer GT beteiligt.

Denn eine GT ist ja nicht nur für die Leser*innen da, die die entsprechende Band eh bereits in- und auswendig kennen, sondern auch für Neuentdecker*innen und Ersthörer*innen.
Wenn jetzt jemand daher kommt und mit Megadeth bisher noch keine großen Berührungen hatte, dieser Person aber der Gesang bei einer Band durchaus wichtig ist, ist es absolut relevant, auch mal anzusprechen, dass dieser nunmal nicht das Gelbe vom Ei ist. Und da Megadeth keinen „Warning: contains bad vocals“-Sticker auf die CD klebt, ist es doch super, dass das mal angesprochen wird.
Klar, für langjährige Megadeth-Fans ist das bestenfalls irrelevant und schlimmstenfalls nervig – aber nicht jede*r ist langjähriger Megadeth-Fan.

Und weiterhin bin ich auch absolut der Meinung, dass man sich eine Meinung zu einem Album bilden und diese auch äußern(!) darf, wenn man die Band nicht so pralle findet, oder überhaupt nicht kennt. Genau dafür sollten GTs ja da sein;
„was sagt denn die Person, die eigentlich ne andere Musikrichtung bevorzugt, zu diesem Album?“
„Person X mochte die letzten Alben nicht, hat dieses ihre Meinung geändert?“
„was sagt denn Metalcorehörer*in Y zu diesem 40 Jahre alten Juwel, welches in der Ecke verstaubt? gibt es einen Zugang zu dieser Musik?“

Klar, dies führt wahrscheinlich öfters mal zu einem Verriss (welcher i.d.R. dann durch die anderen Meinungen ausgeglichen wird), manchmal aber auch zu einer überraschenden Erkenntnis, dass jemand unerwarteter Weise ein Album doch ganz dufte findet. Ich hätte z.B. nicht gedacht, dass ich Heir Apparent gar nicht mal so schlecht finden würde...

Genau diese Aspekte machen eine GT doch erst für Schreiberlinge und Leser*innen interessant, oder? Ich behaupte zumindest mal, dass es uns allen ziemlich schnell langweilig werden würde, wenn sich nur noch Personen zu Alben äußern würden, die auf jeden Fall mindestens 9 Punkte vergeben würden.
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Re: Megadeth

Beitragvon Chris Schantzen » Sonntag 1. Februar 2026, 22:49

Und ob man den Zugang zu einer Band via J.B.O., Weird Al oder Bravo Hits gefunden hat, ist doch komplett irrelevant, oder?
Ich behaupte mal, dass die wenigsten von uns bereits im Kinderbett nur mit der Crème de la Crème des Metals beschallt wurden ^^
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Re: Megadeth

Beitragvon Eike » Montag 2. Februar 2026, 00:41

Pillamyd hat geschrieben:Wenn von einem „unnötigen“ Cover des METALLICA-Songs die Rede ist und im gleichen Atemzug der Weg über JBO zu möglichem Interesse an der Band beschrieben wird, während er dann nur die Alben von 1992 und 1994 kennt – frage ich mich: „Was darf Satire?“ Das ist wie wenn ich sage, ich sei über WEIRD AL zu MICHAEL JACKSON gekommen – und jetzt bewerte „Thriller“.
Nö. 'Thriller' ist keine Coverversion. Es ist eher als bewerte man das ZODIAC MINDWARP-"Cover" von 'Feed My Frankenstein', das von ZODIAC MINDWARP geschrieben wurde, aber von ALICE COOPER zuerst veröffentlicht. Und dafür ist egal, ob man über eine covernde Dorfband zu ZODIAC MINDWARP gekommen ist oder über ALICE COOPER, oder über einen Metalsampler, oder weil man einen Artikel über den durchgeknallten Leadsänger gelesen hat und wissen wollte, wie dessen Band wohl klingt, oder ob man als Kind mit der Nichte des Produzenten zusammen "Mein kleines Pony" gespielt hat und dann irgendwann eine CD im Briefkasten oder in der Schultüte hatte. Es geht einfach nur um den Vergleich von zwei Einspielungen eines Songs.
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