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Hier geht es um das alles, was den Rocker / Metaller / Goth so bewegt.
von Drumtier » Dienstag 27. Januar 2026, 18:21
2. Arkhaaik – Uihtis Arkhaaik ist eine Band aus dem früher unter Helvetic Underground Committee, heute Jünger Tumilon bekannten Kreis aus Züricher Musikern, die in wechselnden Besetzungen die für mich heute kreativste Szene im Black Metal bilden. Ungfell sind die wahrscheinlich bekannteste daraus, Arkhaaik die spannendste. Ich verwende ja oft meinen Begriff des „Höhlendeathmetal“ für Bands aus dem Death/Black/Doom-Spektrum, die alle recht ähnlich klingen und Probleme mit guten Riffs und Songwriting haben. Diese Band dagegen passt perfekt zum Begriff und schafft es trotzdem, richtig gute Musik zu machen. Bandkonzept ist die Bronzezeit, die Hingabe dazu ist 100 %. Das heißt zwangsläufig, dass sie in auch in der entsprechenden Sprache singen müssen und sich zu diesem Zweck mit einer Sprachwissenschaftlerin zusammengetan haben, um das rekonstruierte Protoindogermanisch formulieren und aussprechen zu können. Dankenswerterweise haben sie sich auf diesem Album für die Kurzversion der Titel entschieden und nicht die linguistisch korrekte Version mit einem Sammelsurium an Grammatik-/ und Aussprachezeichen (diese gibt’s nur in den Lyrics selbst). Wir hören eine Menge Soundeffekte für die Atmosphäre und eine Basis von Death/Doom Metal (2:14), der immer wieder in absolut tödliche Black Metal Riffs übergeht (4:29) und auf primitives Gehüpfe nicht verzichtet (5:10). Apropos Gehüpfe, Uihtis bedeutet Jagd und wer mir sagt, dass er bei 8:14 nicht in Fell bekleidet ums Lagerfeuer hüpfen will, um den Göttern für den erlegten Hirsch zu danken, der lügt. https://www.youtube.com/watch?v=gFZJrjwjiGg&list=RDgFZJrjwjiGg
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von Drumtier » Dienstag 27. Januar 2026, 18:22
1. Gràb – Kremess Es kommt nicht oft vor, dass Musiker in verschiedenen Formationen in meinen Top 10 landen, aber hier haben wir wieder so einen Fall. Gràb habe ich einige Plätze zuvor zu den legitimen Nachfolgern von Lunar Aurora erklärt, und jetzt stehen wir vor dem Problem, dass sie aufgrund der angeschlagenen Gesundheit des Sängers/Bandkopfs nach dem gerade erst erschienenen zweiten Album schon wieder ihr Ende bekanntgaben. Ihr Debüt fand ich sogar noch besser, obwohl dieses damals „nur“ auf Platz 2 landete, aber auch ihr Kremess (= Leichenschmaus, vielleicht von Begräbnis/Begräbnis-Messe) findet direkt in mein Herz. Herz ist ein gutes Stichwort, da man Black Metallern dieses ja nicht unbedingt als Haupteigenschaft nachsagt. Aber wenn sich die Gitarrenmelodie langsam aufbaut, sie in feinsten Black/Doom mündet (1:39) und der Sänger sein Herz ausschüttet (2:18), dann spürt man die Trauer, die in diesem Song steckt. Wunderschön eingesetzte traditionelle Instrumente wie Hackbrett (5:45) tun ihr Übriges, bis man am Ende des Songs von einem völlig transzendenten Heavy-Metal-Solo (9:28) überrascht wird. Und ja, ich behaupte, wenn jemand so singt, wie er spricht, hat das noch eine andere Dimension der Ehrlichkeit, und wenn der Empfänger auch so spricht, ermöglicht das eine Verbundenheit, die ich mit anderer Musik nur selten erreiche. Und nein, es geht hier nicht um den letzten Winter der Frau des Sängers, vielleicht Mutter, vielleicht sogar Kind. Aber wem widmete denn der Sänger dieses Lied, weil ihn sein Abschied so sehr bewegte? Seinem Hund. https://www.youtube.com/watch?v=5LNhHGuHNaM&list=RD5LNhHGuHNaM
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von Pillamyd » Dienstag 27. Januar 2026, 18:29
Letztens habe ich tatsächlich an dich gedacht und mich gefragt ob du für das Thema noch einmal zurückkehrst. Deswegen freue ich mich sehr über dein Erscheinen Ich muss mir immer noch ein paar Alben deiner vorherigen Listen zulegen. Vergessen habe ich sie. Aber A.A. WILLIAMS; FIRST FRGAMENTS; ATTEIGÄR habe ich nicht vergessen und schwirren mir immer wieder durch den Kopf. Ich bin mir sicher, auch hier fündig zu werden. Deinen Blog werde ich mir speichern. Insgeheim habe ich mir ja schon das ein oder andere Mal überlegt selbst mal einen zu veröffentlichen. Danke für das Teilen, das freut mich ganz ohne spaß, wirklich sehr! Ich werde berichten 
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von Drumtier » Dienstag 27. Januar 2026, 18:42
Wow, freut und ehrt mich! Cool, dass dir meine Listen (und ich  ) in Erinnerung geblieben sind, ich freu mich auf deine Meinung!
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von Feamorn » Dienstag 27. Januar 2026, 23:17
Das ist jetzt ja schon bittersüß! Schön dich nochmal zu lesen! Und hoffentlich kein Abschied für immer! (Wir brauchen doch mehr Death Metal hier!  ) Bin heute Nachmittag schonmal kurz über deine alten Listen geflogen...  Von deiner aktuellen kenn ich tatsächlich fast nichts. 😅
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von Pillamyd » Donnerstag 29. Januar 2026, 17:29
Drumtier hat geschrieben:Spezialerwähnung des Jahres Ungfell – De Ghörnt
Wow, echt spannende Beschreibung! Der Song wird dadurch total nahbar. Dieses „Sagenhafte“ zieht sich richtig durch die Musik, und die Rock N Roll-Vibes gefallen mir wirklich gut – das hat Charme. Textlich kann ich nach dem ersten Hören noch nicht so viel sagen, aber gerade das macht die Musik ja spannend. Ich finde es super, dass du das Album trotz der etwas späten Entdeckung mit uns teilst. Das scheint schon sehr. Früh im Jahr etwas ganz Besonderes für dich gewesen zu sein und deshalb finde ich die Erwähnung hier genau richtig. Das hat Aussagekraft. Echt cool!
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von Pillamyd » Donnerstag 29. Januar 2026, 17:33
Drumtier hat geschrieben:Top 10
Meine Top 10 des Jahres möchte ich wieder einmal unter das Thema der Danksagung stellen, weil uns heuer zwei bedeutende Musiker verlassen haben. Zum einen Tompa Lindberg von At The Gates, der für mich als alten Göteborger viel gemacht hat. Aber in einer völlig anderen Dimension ist natürlich Ozzy Osbourne, der für uns Metaller alles getan hat. Nur bei wenigen Menschen kann man wirklich sagen, dass ohne sie die Welt heute eine andere wäre. Aber vielleicht noch beeindruckender als Ozzy Osbournes Leben war sein Tod. Ein Tod, von dem er wusste, dass er kommt, und dem er noch einmal ein Schnippchen schlagen wollte, die originalen Black-Sabbath-Mitglieder zusammentrommelte, und alle Konflikte für dieses Abschiedskonzert beiseitegelegt wurden. Und dann hat er sich nur noch auf dieses letzte Konzert vorbereitet. Massiver Respekt dafür. Das gibts ja ganz oft bei alten, dem Sterben nahen Menschen, dass sie noch auf ein Ereignis hinarbeiten und dann sterben. Meistens halt ein Geburtstag, Weihnachten, Geburt von einem Enkerl etc, bei ihm wars einfach der letzte Auftritt mit der ersten Metal-Band der Geschichte. Ich hätte nicht gedacht, dass eine Legende wie Ozzy Osbourne noch legendärer hätte werden können. Ich ziehe meinen Hut. Servus Ozzy, danke!
Schöner und emotionaler Text zu den beiden Musikern. Die Nachricht über Ozzys Tod erreichte mich in der Stammkneipe. Ein guter Freund kam kurz darauf vorbei und sprach mich darauf an, was er gerade im Radio gehört hatte. Ich hatte keine Ahnung, muss wohl sehr verdutzt geschaut haben und wirkte an dem Abend in der Wahrnehmung sehr ruhig. Danach habe ich mir viel von ihm angeschaut – gelacht, geweint, gesungen, gestaunt. Er war so viel mehr als nur ein Metal-Sänger. Ein wirklich schlauer und reflektierter Mensch! Mit AT THE GATES habe ich mich leider nie so intensiv beschäftigt. Ich kenne vor allem ihr Comeback Album, das vor einigen Jahren erschienen ist. Ich habe immer mal wieder versucht, dranzubleiben. Das ist mir leider nie so recht gelungen. Aber auch die Nachricht hat mich nachdenklich gestimmt.
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von Pillamyd » Donnerstag 29. Januar 2026, 17:34
Drumtier hat geschrieben:10. Cytotoxin – Biographyte
Hui, sehr technisch, sehr präzise, sehr steril. Das letzte Attribut soll keine Abwertung sein. Die technische Versiertheit, trifft hier auf unglaubliche Fokussierung. Ganz mein Geschmack ist es nicht, mir fehlt etwas der rohe Dreck, aber weit davon entfernt, unhörbar zu sein.
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von Rüdiger Stehle » Donnerstag 29. Januar 2026, 19:12
Ave und Grüß Gott, Drumtier!
Ich komm grad nicht rum, in deine Tipps reinzuhören, aber schön, dass du nochmal reinschaust, und ich werde deinen Blog auch besichtigen kommen.
War ein netter Abend, damals im Biergarten in München.
alias Hugin der Rabe. Ravnen fra steinfjellet. Háv. 38
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von frankjaeger » Samstag 31. Januar 2026, 20:39
Hallo Drumtier, da komme ich nichtsahnend von der Messe nach Hause und lese einen neuen Thread, der von dir erstellt wurde. Nur das mit dem Abschied ist etwas doof, ich hatte sofort gedacht, du wärst zurück!
Ich werde mal in deinen Blog reinlesen, auch wenn ich wahrscheinlich nicht so viel davon kenne, du bist ja - wie du hier auch beweist - etwas kerniger unterwegs als ich.
Ich würde mich freuen, wenn wir uns mal wiedersehen würden.
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