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von Holger Andrae » Montag 26. Januar 2026, 23:55
So ganz langsam häufen sich in letzter Zeit wieder die komplett unsinnigen Vermischungen der Begriffe "Mainstream" und "Nicht-Gefallen"/"Stilwechsel". Mir, als einer dieser regressiven Alten-Mist-Abfeierer ist es zumeist relativ egal, ob eine Band Mainstream ist oder nicht, denn das sagt in der Regel wenig aus. Ist progressiver Death Metal mit Schlaghosen jetzt Mainstream, weil Opeth so angesagt ist? Um hier beim konkreten Beispiel Kraetor zu bleiben: Ich bin ja sogar schon mit "Coma Of Souls" nicht mehr an Bord gewesen und da hat die Band noch mächtig RambaZamba gemacht. Mein völlig banaler Grund, wie bei vielen Helden bis dahin, ich wollte einfach neue Bands entdecken und nicht die drölfte Scheibe mit minimalen Änderungen einer Band kaufen, die ich schon drei bis fünf Mal im Regal stehen hatte. Dieser Gier nach neue Musik, die halt oftmals im Underground stattfand, hat bei mir dazu geführt, alte Bands irgendwann kauftechnisch zu kappen und lieber andere Facetten in meine Lauscher zu lassen. Bei Bads wie Voivod zum Beispiel hatte ich das Problem nicht, denn die hat sich ja andauernd selbst neu erfunden und war mit "Angel Rat" ja sogar radio-friendly. Daher finde ich dieses wiederholte Von-Oben-Herab "wenn die alten Thrasher winseln", war ich an Bord, etwas ermüdend.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 27. Januar 2026, 00:38
In meiner Rabenbrust schlagen irgendwie beide Herzen zugleich. Der winselnde alte Thrasher, der gerne mehr vom Alten hätte, aber auch der interessierte Forscher, der es mag, wenn Bands sich neu erfinden. Daher ist wohl auch Darkthrone eine perfekte Band für mich. Sie erfindet sich immer wieder neu, auf noch regressivere Weise. Die Mainstreamigkeit spielt dabei weder zum Guten noch zum Bösen eine signifikante Rolle. Es war mir stets egal, ob eine Band erfolgreich ist oder nicht. Selbst eine Anbiederung an einen Trend, kann, wenn die Vorzeichen stimmen, Großes erschaffen.
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von salisbury » Dienstag 27. Januar 2026, 14:25
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von salisbury » Dienstag 27. Januar 2026, 14:32
Holger Andrae hat geschrieben:Daher finde ich dieses wiederholte Von-Oben-Herab "wenn die alten Thrasher winseln", war ich an Bord, etwas ermüdend.
Vielleicht ist es ja eher von der Seite betrachtet also von oben herab, und du erläuterst ja ohnehin sehr schlüssig, dass du dich hier gar nicht angesprochen fühlen solltest. Als die "Renewal" rauskam, kannte ich dich ja noch nicht einmal. Was schade ist...
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 27. Januar 2026, 15:56
Ich hab's ja immer wieder gesagt, dass die Renewal meine liebste Kreator ist. Das allerdings weder weil, noch obwohl sie vermeintlich (zu) modern wäre und mit den Thrash Roots bräche, sondern einfach weil sie herrlich finster und angepisst ist, und weil sie ein paar der größten KREATOR-Hits aller Zeiten enthält (Titelsong, Winter Martyrium, Karmic Wheel, Europe After The Rain). Und weil ich den Videoclip zum Titelsong liebe.
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von salisbury » Dienstag 27. Januar 2026, 16:08
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Ich hab's ja immer wieder gesagt, dass die Renewal meine liebste Kreator ist. Das allerdings weder weil, noch obwohl sie vermeintlich (zu) modern wäre und mit den Thrash Roots bräche, sondern einfach weil sie herrlich finster und angepisst ist, und weil sie ein paar der größten KREATOR-Hits aller Zeiten enthält (Titelsong, Winter Martyrium, Karmic Wheel, Europe After The Rain). Und weil ich den Videoclip zum Titelsong liebe.
Da geh ich voll mit und wir sind da sicher nicht allein. Aber ich erinnere mich, dass es auch viele Stimmen gab, die kritisierten, dass sich das Album dem Zeitgeist des 90er-Metals (weg vom klassischen Thrash, Industrial-Einflüsse, etc) anbiederte. Da ist dann schon die Parallele zur Kritik an "Krushers", mit den Unterschied, dass der heutige Zeitgeist natürlich ein ganz anderer ist. Ich habe am Wochenende meine alten Rock Hards durchstöbert, aber leider leider die Belege dafür nicht mehr gefunden, auch die Ausgabe mit der Hauptrezi fehlt mir, wobei ich mich dunkel erinner, dass die eigentlich ziemlich gut war.
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von Rüdiger Stehle » Dienstag 27. Januar 2026, 16:43
Jo, das stimmt schon, dass die Kritik aufkam. Brauchst keine Beleg suchen.
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von Pillamyd » Dienstag 27. Januar 2026, 16:58
Ich habe die Gruppentherapie gelesen und ich bin da wohl näher an Matthias und Björn als ich dachte. Wären die Zeilen zu Thrash, METALLICA und TESTAMENT nicht mit dem Augenzwinkern im nächsten Absatz gemeint, hätte es von meiner Seite locker zu einem weiteren rant gereicht - Außer ich missverstehe da etwas, dann zieht euch warm an, hahahaha! 
Zuletzt geändert von Pillamyd am Mittwoch 28. Januar 2026, 13:45, insgesamt 1-mal geändert.
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von Pillamyd » Dienstag 27. Januar 2026, 17:20
Hey, mag denn niemand ein bisschen etwas zu meinem Text auf Seite 44, Beitrag Nr. 7 sagen? Hat mich auf spannende Gedankengänge gebracht, die über das kurze Intermezzo zu Mainstream, Gefälligkeit oder Stilwechsel hinausgehen. Nur ein vorsichtiges Nachhaken in die Runde- kein Muss, einfach aus Neugier.
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von Rüdiger Stehle » Mittwoch 28. Januar 2026, 02:33
Ich sinniere noch über die Antworten auf die aufgeworfenen Fragen, die mir gerade nicht so leicht fallen.
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