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Brot und Spiele für den Powermetal.de-User: große Projekte der Community und umfassende Forenspiele finden hier ihren Platz
von Eike » Samstag 6. Dezember 2025, 17:07
Die stärkste der ersten vier Gruppen! 1) AGENT FRESCO - Howls (2015); LinkKompositorisch finde ich das hoch ansprechend, wie da alles kontrastreich und doch harmonisch ineinandergreift: Das knackige und dichte Schlagzeugspiel, Der hymnisch luftige Gesang, das glitzernd flirrende Gitarrenspiel. Von der Produktion hätte ich mir noch etwas mehr Lautstärkendynamik, Differenziertheit, Raum zum Atmen erhofft. Aber auch so klingt das nicht schlecht. Bloß etwas zu verdichtet, zusammengeschnurrt, dauerfeuernd, hektisch in der Produktion, was dieser Art von schwelgerischer Musik in meinem Empfinden nicht ganz so gut steht. Als stilistische Eckpunkte würde ich mal BARONESS, DREDG, GENEVA, MUSE in den Klangraum werfen wollen, und damit spannt sich das musikalische Spektrum angenehm weit auf. Frisch! 2) 3 SUNS OF ABERRAN - Adam's Ale (2017); LinkEs sabbt gewaltig. Instrumental spannend verschleppt, beschwörerischer Gesang dazu. We all float down here. Ja, es heavymetalt schön finster im modrigen Klangkeller. Oldschool! 3) EVI VINE - I Am The Waves (2019); LinkDas ist dieser hallig wabernde Samt-Sound, der mir an und für sich nahe liegt, irgendwo im emotional und sonisch magischen Dreieck zwischen ANTIMATTER, PORTISHEAD und BETH GIBBONS solo. Allein momentan klingt mir das in meiner gegenwärtigen Stimmungslage doch ein wenig zu trist, obschon es auch etwas Geborgenheit ausstrahlt, allerdings eine zurück haltend bis latent lähmende Art solcher. Zu schluffig schlurfig? Opium! 4) KING GOAT - Debt Of Aeons (2018); LinkBeginnt wie eine eigenwillige HeavyMetal/PowerRock-Ballade, um Dann schleichend immer doomiger, epischer, schroffelnder, schweflig-verrauchter zu werden. Kauzig wie ein finsterer Forst, schwer wie globale Plattentektonik. Mächtig! 5) FLORENCE + THE MACHINE - Delilah (2015); LinkSehr harter Sound, etwas spröde auch, irgendwie glatt und kalt, schwer zu fassen, ich kann da nicht so recht eintauchen. Aber das ist eben auch die Faszination daran: Glasklar und doch mysteriös. Ich fühle es nicht so, wie ich gerne würde, aber es klingt wirklich elegant und auf seine eigene Art auch intensiv. Das geht mir oft so bei dieser Band, ins Regal ist daher auch noch nichts gewandert, aber aus der Ferne lausche ich immer mal wieder und stets mit Respekt. Obsidian! 6) TABERAH - Child Of Storm (2017); LinkRein, bang, raus. Vollbedienung zwischen Doom und Speed Metal. Das ist spritzig, bleibt aber nicht hängen. Klassisch metallisch! 7) HEAVEN SHALL BURN - Godiva (2013); LinkKeine Ahnung, warum mein komischer Kopf die Achse ARCH ENEMY, FEAR FACTORY, HEAVEN SHALL BURN zieht. Unterversorgung? Seltsame Ohren drumherum? Schubladiesierungszwang? Ablegedrang? Undisziplinierte Ablenkbarkeit? Innerer Widerstand? Hörverwirrung? Doch was dran? Jedenfalls blieb ich beim Hören nicht ganz bei der Sache. Sperriges Zeug, ordentlich gemacht. Kernbrocken! 8) WUTHERING HEIGHTS - The Desperate Poet (2010); LinkPowermetal. Generisch aber spritzig. Rasant! 9) GHOST - Dance Macabre (2018); LinkBreitbeiniger aber hüftsteifer Stadionrock aus dem Labor. Zu clean, zu statisch, zu abgezirkelt, zu sehr nach mood aus den keyboard pre-settings klingend. Fake plastic trees mit einem Set billig produzierter Christbaumkugeln aus dem fan merch store. Ich weiß nicht, ob früher (KISS) wirklich mehr Lametta war, aber damals wirkte das alles größer und neuer. So überragend finde ich das jetzt nicht mehr. Kommerz!
Music is the only religion that delivers the goods. (Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Eike
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von Jens Wilkens » Sonntag 7. Dezember 2025, 13:06
Eine durchgehend recht starke Gruppe ohne einen Überflieger. 01. GHOST - Dance Macabre "Prequelle" ist mein Lieblingsalbum von GHOST. 'Dance Macabre' gefällt mir eigentlich am wenigsten, aber der muss dennoch auf die Nr. 1.
02. EVI VINE - I Am The Waves Kannte ich vorher gar nicht. Wie Eike höre ich hier PORTISHEAD-Vibes. Feine Sache!
03. AGENT FRESCO - Howls Hier gefällt mir das ungewöhnliche Schlagzeugspiel. Eine interessante Nominierung.
04. FLORENCE + THE MACHINE - Delilah Einer der wenigen Titel in dieser Gruppe, die ich vorher bereits kannte. Für einen Pop-Song wirklich sehr gut gemacht.
05. TABERAH - Child Of Storm Schon recht klassisch. Das geht immer.
06. KING GOAT - Debt Of Aeons Finde ich besser, als die Platzierung es vermuten lässt. Die Ausbrüche sind hörenswert. Der leicht düstere Klang passt auch.
07. WUTHERING HEIGHTS - The Desperate Poet Geht zu Beginn ein wenig in Richtung Unterhaltungsmetal, aber klanglich glücklicherweise nicht überzogen. Der langsame Teil sagt mir am meisten zu. Ich will nicht auszuschließen, dass ich den beim nächsten Mal höher bewerte. Die Dramaturgie stimmt.
08. 3 SUNS OF ABERRAN - Adam's Ale Gefiel mir als Start in die Gruppe eigentlich gut, aber irgendwie zogen die meisten anderen Titel dann doch daran vorbei.
09. HEAVEN SHALL BURN - Godiva Gitarren toll, Gesang für mich nicht genießbar.
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von Eike » Mittwoch 10. Dezember 2025, 23:58
Ich glaube, mein längster Parallellauf aus den TenForTheTens bislang ist mit Jule: Jule hat geschrieben:01. AGENT FRESCO - Howls 02. 3 SUNS OF ABERRAN - Adam's Ale 03. EVI VINE - I Am The Waves 04. KING GOAT - Debt Of Aeons 05. FLORENCE + THE MACHINE - Delilah
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von salisbury » Montag 15. Dezember 2025, 19:19
So, jetzt endlich Gruppe 4 gevotet und noch endlicher was dazu geschrieben. Die fand ich richtig toll! Es gewinnt bei mir KING GOAT, eine Band die eigentlich bekannter sein müsste. Erinnert mich ein bischen an PRIMORDIAL, hat aber auch klassischen Epic Doom drin, kombinierte mit etwas Post-Rock-Flair. Ich finde den Gesang super, manchmal wünschte ich mir aber ein paar Gitarrensoli.
3 SUNS OF ABERRAN, nun, wer schaut wo die herkommen, kann schnell auf den Nominator kommen. Ich kenne den Song natürlich sehr gut. Es fehlt noch was zum top notch, aber der Flair ist da. Danach kommt EVI VINE. Das erinnert mich sehr an DARKHER, und hiervon stand der Song 'Moths' auf meiner Nominierungsliste, auf der Ersatzbank. Jetzt habe ich aber Hoffnungen, dass DARKHER auch noch kommt. Ich mag diese geisterhafte Atmosphäre, das ätherische. Metal Me kann damit aber gar nix anfangen, fair enough.
Danach kommt ihre Nummer eins. Der GHOST-Song hat sie voll erwischt, mich ehrlich gesagt auch. So ein Ohrwurm. Ich mag auch WUTHERING HEIGHTS sehr gerne, das hat etwas sehr Eigenes, a bit weird aber irgendwie witzig und sehr hörenswert. Danach AGENT FRESCO. Gut, aber wenn ich sowas hören will, leg ich immer DREDG auf. FLORENCE & THE MACHINE mag ich auch, da müssten man mal mehr Hörzeit investieren, die Stimme ist cool. Auch TABERAH macht Spaß, ich finde es aber im Kontext fast zu gewöhnlich, neben all diesen Charismabolzen in der Gruppe. HEAVEN SHALL BURN ist leider nicht mein Ding, das ist bei mir abgeschlagen Letzter, Metal Me ist da offener.
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von Susanne Schaarschmidt » Samstag 20. Dezember 2025, 23:46
'Adam's Ale' mundet mir sehr (insbesondere musikalisch), obwohl ich gar kein Bier mag. Evi Vine springt aber mit ihrer Slowdown-Mucke auf den Siegerplatz. Ich liebe einfach alle ihre Songs. Wer Interesse hat, kann ja mal in diesen Arte Tracks Auszug lunsen, um mehr über ihre Herangehensweise zu erfahren: https://share.google/jqw5FfYuyyM7XfRu0 Bei Florence + The Machine mag ich die ersten beiden Alben. Alle späteren Werke waren mir zu amerikanisiert. Hab sie mit dem Debüt in der Schweiz bei einem Festival gesehen, bevor sie so bekannt wurden, was genial war, und später nochmal in Berlin, was ich demgegenüber schlimm fand aufgrund der großen Halle und der anderen Konzertbesucher. Musikalisch war es zwar beim zweiten Mal noch ok, aber die Darbietung auch schon recht amerikanisch angehaucht. Wusstet ihr, dass das Debüt nur aufgenommen werden konnte, weil im Studio ein Sternenhimmel an die Decke gemalt wurde? Ohne das hätte sie sich nicht ausreichend fallen lassen können, um die Songs überhaupt aufzunehmen. Diesen Fakt fand ich damals sehr sympathisch. Auch dieser Song kann was, greift sogar Momente vom Anfang auf, doch der amerikanische Einfluß schwindet wohl leider nimmer.
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von Martin van der Laan » Sonntag 21. Dezember 2025, 22:51
Gruppe 4 kann nur einen Sieger haben: die großartige Band WUTHERING HEIGHTS. Skandinavischer Melodic Power Metal mit Dampf auffem Kessel, großartigem Songwriting und einem herrlich selbstironischen Text der Meisterklasse, das ist Spannung und Raffinesse in Reinkultur. Das Album "Salt" kann ich - sie alle anderen von WUTHERING HEIGHTS auch - nur wärmstens empfehlen, all Killers, no Fillers! Ein hoch verdienter zweiter Platz geht an eine faszinierende Ausnahme-Combo aus Island, die ich durch die Arbeit für und mit POWERMETAL.DE kennen gelernt habe. Es war der Soundcheck im Juli 2015 und AGENT FRESCO war mit diesem fragil anmutendem, fantasievollen Alternative Art-Rock die positive Überraschung des Monats für mich. Nach dem bestandenen Test Of Time würde ich "Destrier", so der Albumtitel, heute noch einen halben oder sogar einen ganzen Punkt mehr geben als die 8,0 von damals. Mit deutlichem Abstand folgt dann HEAVEN SHALL BURN auf dem Bronze-Rang. Es dürfte inzwischen bekannt sein, dass ich grundsätzlich kein Freund dieser Stilrichtung bin, aber wenn schon Metalcore, dann bitte so! Eine gut gemachte BLACK SABBATH-Huldigung reicht KING GOAT zu Platz 4, denn danach kommt auch meiner Sicht nicht mehr allzu viel Bemerkenswertes. Für den Sound von 3 SUNS OF ABERRAN habe ich durchaus Sympathie, trotzdem klingt die Nummer hier eher wie eine verstaubte Demo-Aufnahme aus dem Proberaum. Bei GHOST bin ich immer hin und her gerissen, ob ich entspannt mitswingen und -wippen oder spontan Pickel kriegen soll, auch hier bleibe ich unentschlossen. FLORENCE & THE MACHINE kann ich poptheoretisch und -geschichtlich verstehen, die Stimme ist toll, aber trotzdem erreicht mich der Song emotional nicht. Und zu EVI VINE fällt mir gar nichts ein.
668 - Neighbor of the Beast
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von Joe » Montag 29. Dezember 2025, 23:34
Alles gute Songs, aber insgesamt schwächer als die anderen (hervorragenden!) Gruppen bisher. Die Vielfalt hat mir aber gefallen.
01. FLORENCE + THE MACHINE – Delilah Manchmal finde ich Florences Gesang etwas verloren und ziellos, besonders auf späteren Alben. Aber dieses Lied hat einen Kompass und findet immer nach Hause. Fantastisch und kraftvoll.
02. EVI VINE – I Am The Waves Dieser Song hat es auf Platz zwei geschafft, weil ich die Vibes einfach spüre. Vielleicht wäre ich in einer anderen Stimmung gelangweilt, aber in den letzten Monaten hat es mich gleichzeitig mit Sanftheit und Intensität erfasst. Der Sound der Musik wirkt sorgfältig komponiert, nicht nur die Melodien. Ich habe dieses Jahr viel GGGOLDDD gehört, und dieser Song erinnert mich daran, aber Evi hat die bessere Stimme.
03. KING GOAT – Debt Of Aeons Ein echt cooler Song, aber irgendwie fehlt ihm für seine Länge das gewisse Etwas für eine 10/10. Vielleicht hat Thomas recht: Mehr Solos wären gut?
04. WUTHERING HEIGHTS – The Desperate Poet Der hat mir richtig gute Laune gemacht!
05. 3 SUNS OF ABERRAN – Adam's Ale Cooler Song. Schlicht und gut.
06. AGENT FRESCO – Howls Ich mag den Song, aber irgendetwas an der Songstruktur stimmt nicht. Ich stimme Julian zu, das Ende ist zu abrupt. Aber der ganze Song könnte besser umgestaltet werden (fragt mich nicht wie!).
07. GHOST – Dance Macabre AOR im Corpse-Paint. Ich habe es nie verstanden.
08. TABERAH – Child Of Storm Ich stimme Pillamyd vollkommen zu. Der Song fängt stark an, verliert mich dann aber.
09. HEAVEN SHALL BURN – Godiva Ich kann mich damit nicht anfreunden. Ich glaube, es liegt am Gesang, der mir nicht gefällt, obwohl ich andere Lieder mit diesem Gesang mag. Muss wohl das Lied sein?
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