Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Holger Andrae » Donnerstag 9. Oktober 2025, 21:58

Hier kennst Du ja meine Meinung. AUch ich vertrete die Meinung, dass die Alben nach der Reunion stärker, weil spritziger, als "Court In the Act" sind. Da stört mich tatsächlich "nur" der müffelige Sound. Für mich geht natürlich nichts über die vier Songs mit Trev, aber Satan ist für mich eine absolute Herzensband. In allen Belangen. Aber das ist hier ja ein offenes Geheimnis.
Wenn ich vier Ohren hätte, könnte ich länger schlafen.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Rüdiger Stehle » Donnerstag 9. Oktober 2025, 22:01

Ich bin tatsächlich Oberfan der "Court..." aber alle Post-Reunion-Alben, und die Parias und die Blindwütige sind Hammer!

Brian Ross ist für mich auch einer meiner ewigen Lieblingssänger, auch bei seiner Stammband.
alias Hugin der Rabe.
Ravnen fra steinfjellet.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Freitag 10. Oktober 2025, 11:28

Platz 16

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Thin Lizzy | Chinatown
Genre: Hard Rock
VÖ: 1980


Das war nach der „Black Rose: A Rock Legend“ sicher nicht einfach, den warteten Gesichtern gerecht zu werden. Gary Moore war nach der einen Platte schon wieder raus. Aber Phil und seine Mitstreiter wirken, als wäre es ihnen mächtig egal und gehen mit einer Stange an Selbstvertrauen zu Werke.

„Chinatown“ gefällt mir deswegen so gut, weil es weniger auf sofortige Effekte setzt, sondern seine Eingängigkeit auf subtilere Weise entfaltet, die von einer stilistisch gereifteren Komposition zeugt, aber nichts an der bekannten Lizzy-Coolness einbüßt. Beweisen muss die Band niemanden mehr etwas und trotzdem tun sie das auf ganz natürliche Art und Weise und machen damit einiges richtig. Es möchte doch wohl keiner behaupten, dass Songs wie „Killer On The Loose“, „Sweetheart“, „Chinatown“ oder „Genocide“ keine großartigen Songs sind?

Aber für mich stellt vor allem der Opener „We Will Be Strong“ einer der herausragenden Momente dar. Ein in Musik gegossener Motivationssong, ein immenser Stimmungsaufheller, der seine Kraft vor allem über die Sprache und seiner Klangästhetik auszudrücken weiß. Selten klang Phil so eindringlich und nahbar. Wie ein verlängerter schulterklopfender Arm, der ohne großen Pathos auskommt, aber wahnsinnig nachhallt.

Daneben muss ich auch die kernige Produktion erwähnen, die in der Gesamtheit nicht unbedingt reduziert, aber doch angenehm basisch klingen lässt. Das verleiht dem Album einen wirklich großartigen Schub. Vielleicht ist es gerade diese Natürlichkeit im Zusammenspiel mit der Herangehensweise der Songs, die „Chinatown“ so ausdrucksstark macht und ihm eine bemerkenswerte Langzeitwirkung verleiht – noch immer!

Hörbeispiele:
We Will Be Strong
Sweetheart
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Freitag 17. Oktober 2025, 12:04

Platz 15

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Black Sabbath | Master Of Reality
Genre: Heavy Metal
VÖ: 1971

Während ich diese Zeilen tippe, habe ich gerade die neue Doku über Ozzy gesehen und bin sichtlich ergriffen davon. Dass der Mann nicht richtig zur Ruhe gekommen ist, nachdem er zurück nach England gezogen ist und seinen Bühnenabschied absolut gemeistert hat, tut mir mit am meisten leid. Was Ozzy und natürlich die Band im Gesamten für unsere alles geliebte Musik getan hat, kann man kaum gezielt an einem Album festmachen. Verschiedenste Alben gelten als Blaupause für so viele verschieden Stilrichtungen. In der Breite bekommt man so viele verschiedene Antworten auf die Frage, welches das Lieblingsalbum ist.

Ich habe mich für meine Top 100 Liste für „Master Of Reality“ entschieden. Das liegt mitunter an dem prägenden Anfangsriff von „Sweet Leaf“. Kennt ihr das? Immer wenn dieser Song irgendwo ertönt, breche ich auch mal Gespräche ab nur um das Riff zu frönen und um mit Ozzy die ersten Worte zu singen: „All Right Now!“. Da geht es einfach mit mir durch. Da ist so eine Vertrautheit im Spiel, dass es schwer in Worte zu verpacken ist. Die Ganzkörpergänsehaut übermannt mich und mir wird bewusst, warum ich diese Musik so sehr liebe.

Das Iommi zum Teil seine Gitarren tiefer stimmte, hatte den großartigen Nebeneffekt, dieses Album so wunderbar heavy und dunkel klingen zu lassen. Diese heaviness spürt man dann auch im Riffing des großartigen „Children Of The Grave“ oder dem tollen Abschluss von „Into The Void“. Irgendwo las ich einmal, dass die Aufnahmen eine Katastrophe gewesen sein sollen, obwohl die Band endlich einmal Zeit hatte in Ruhe an ihre Songs zu feilen. Ozzy kam wohl bei den Aufnahmen zu „After Forever“ nicht hinterher, weil er da ziemlich viele Wörter in kurzer Zeit umzusetzen hatte. Ich schätze aber, dass die Band sich den Druck auch selber machen musste.

Man kann sich bei der Band gar nicht oft genug für diese essentielle und musikhistorisch wichtige Alben bedanken und diese Dankbarkeit strömt durch jede Faser, wenn ich die Musik höre. Diese Stundenlange Zufriedenheit während des Hörens. Es macht die Welt um einiges besser…

Deshalb bleibt nur noch zu sagen:
Danke Ozzy, Tony, Geezer und Bill!!!

Hörbeispiele:
Sweet Leaf
Into The Void
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon lenbert » Freitag 17. Oktober 2025, 13:34

Schöner Text zu einem wirklich tollen Album. "Children Of The Grave" ist für mich einer der besten Songs von BLACK SABBATH. Das Riff und das seltsame Drumming kriegen mich immer.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Freitag 17. Oktober 2025, 19:06

lenbert hat geschrieben:Schöner Text zu einem wirklich tollen Album.


Hei, Danke. Sowas freut mich ja immer.
bei dem Rest bin ich natürlich bei dir :)
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 28. Oktober 2025, 11:44

Platz 14

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Uriah Heep | Very 'Eavy...Very 'Umble
Genre: Hard Rock
VÖ: 1970

Im Laufe ihrer mehr als 50 Jahre bestehenden Karriere hat die Band einen ganzen Pool an bahnbrechender Musik veröffentlicht. Auch in späteren Jahren der Karriere kamen da wunderschöne Alben zustande. Der nie enden wollende Herbst erlebt die Band auch heute, in all den starken Veröffentlichungen der letzten Jahren. Und trotzdem ist die frühe Karriere der Band stets mit einem Ausrufezeichen zu versehen und kaum wegzudiskutieren.

Das Debüt startet gleich mit einem der härtesten Songs in der gesamten Karriere. „Gypsy“ ist ein von doomigen Elementen durchzogener, melodischer harter Rocker. Prägnante Riffs treffen auf einprägsamen Gesang. Ausgedehnt in knapp 7 Minuten ist der Song so kurzweilig, wie nur möglich. Das immer wieder zurückkehrende Riff bereitet unglaubliche Freude.

Für eine Hard Rock Gruppe wirkt die Band manchmal richtig ruppig. Ist sich aber nicht zu schade die Ursprünge miteinfließen zu lassen. Es schwingt immer wieder ein in whiskeygetränkter vernebelter Dickicht an Blues mit. Wird manchmal sogar recht kitschig wie in „Come Away Melinda“. Den Höhepunkt dessen ist mit Sicherheit der „Lucy Blues“.

„Dreammare“ führt wieder zurück zu diesem Gefühl, dass das Album insgesamt einen sehr harten Eindruck macht. Wenn ich das bedenke und wann das Album das Licht der Welt erblickt hat, dann komme ich nicht daran vorbei zu sagen, dass sich allein musikhistorisch das Album nicht hinter einem Album wie „Black Sabbath“ zu verstecken braucht. Ich rechne auch diesem Album einen hohen Anteil daran an, wie sich unsere Musik entwickelt hat. Da kommt es mir etwas unter. Aber wenn die Band keinen Einfluss auf die frühen JUDAS PRIEST Alben hatte und das hier besprochene Album keine Weiterentwicklung des bis dato handvollen Proto Metal im Gesamten war, dann weiß ich auch nicht.

„I’ll Keep On Trying“ schlägt in die gleiche Kerbe wie „Gypsy“ und untermauert den Eindruck nochmal in seiner ganzen Ausstrahlkraft.

Wie ich finde ein nicht zu unterschlagenes Album. Man kann es gar nicht genug ansprechen, da ich es wirklich so empfinde, als würde dieses Album immer den Kürzeren ziehen.


Hörbeispiele:
Gypsy
I'll Keep On Trying
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon frankjaeger » Dienstag 28. Oktober 2025, 13:44

Interessant. Bei URIAH HEEP würde ich mich sehr schwer tun, ein Album zu wählen, aber ich glaube, das hier hätte ich trotz der bekannten Klasse, nicht ausgesucht. Einfach weil die Band in den letzten zwei Dekaden nochmal einen draufgesetzt hat. Ich hätte wohl "Wake The Sleeper" genommen.
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Martin van der Laan » Dienstag 28. Oktober 2025, 14:10

[Häretiker-Modus ein:]

Bei den ganzen alten 1970er Hardrock-Bands reichen mir die etwas umfangreicheren Best of-Releases.

[Häretiker-Modus aus und wegduck...]


8-)
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Re: Einhundert Umarmungen sind es mir wert! - Pilles Top 100

Beitragvon Pillamyd » Dienstag 28. Oktober 2025, 20:27

frankjaeger hat geschrieben:Interessant. Bei URIAH HEEP würde ich mich sehr schwer tun, ein Album zu wählen, aber ich glaube, das hier hätte ich trotz der bekannten Klasse, nicht ausgesucht. Einfach weil die Band in den letzten zwei Dekaden nochmal einen draufgesetzt hat. Ich hätte wohl "Wake The Sleeper" genommen.


Deswegen auch die Erwähnung, dass auch in der fortgeschrittenen Karriere durchaus Alben zur Wahl hätten stehen können. Bei mir sind das von dir erwähnte "Walk The Sleeper" als auch die "Sonic Origami" Kandidaten in der Auswahl und Überlegung gewesen.
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