Der Gruppentherapie Thread

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Re: Der Gruppentherapie Thread

Beitragvon Chris Schantzen » Montag 10. März 2025, 20:54

Da hat sich aber jemand die MANTAR-GT sehr zu Herzen genommen. ^^

Um da mal Licht ins Dunkel zu bringen; ich habe MANTAR tatsächlich nur ein einziges Mal durchgehört und ich erlaube mir die Einschätzung, dass das mehr als reicht um wohlwollende 3 Punkte zu vergeben. Ich brauche keine 5+ Spins um zu merken, dass mir etwas gar nicht gefällt. Weder bei Musik, noch bei Essen, noch bei Filmen.
Natürlich gibt es viele Situationen, in denen man mehrere Durchläuft braucht um sich ein vollständiges Bild einer komplexen Materie zu machen. Bei einem guten Wein vielleicht, einem Rezept welches lecker aber doch ungewohnt ist, oder bei einem Film wie Interstellar. Aber wenn ich mir bei der Pommesbude ums Eck 5+ Mal eine Lebensmittelvergiftung holen muss, um zu merken, dass ich das Essen dort nicht vertrage, dann stellen sich mir ganz andere Fragen.
Hätte ich MANTAR noch mehrmals hören können? Sicher. Hätte ich dann auch noch 3 Punkte vergeben? Da ein Großteil dieser 3 Punkte auf eine wohlige Erinnerung an "The Crow" basieren, welche bei jedem Spin mehr und mehr zerflädert geworden wäre, wäre die Note noch deutlich gesunken.

Die KSE-Platte läuft übrigens seit Monaten rauf und runter. Weil sie gut ist und ich sie gerne höre. Dann gibt es auch viele Punkte.
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Re: Der Gruppentherapie Thread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Montag 10. März 2025, 21:28

kingdiamond hat geschrieben:Ok, eine GT die beide Extreme auslotet. Ja, ich müsste eigentlich derjenige sein, der sich hier bei Thomas, Chris und Julian einsortiert, da ich ja mit solcher Musik eher weniger anfangen kann.


Chris Schantzen hat geschrieben:Die KSE-Platte läuft übrigens seit Monaten rauf und runter. Weil sie gut ist und ich sie gerne höre. Dann gibt es auch viele Punkte.


Salisbury hat geschrieben:Bei VENOM vernehme ich zumindest einen gewissen Rumpelcharme, den man theoretisch anziehend finden könnte, was für mich aber nicht gilt. Fragt mich deshalb also bitte nicht, wo diese drei Zähler letztendlich herkommen.


Freunde, wir müssen hier mal an den Grundlagen arbeiten:

1. "Rumpeln" ist ein positives Qualitätsmerkmal.
2. "Ballern" ist ein negatives Qualitätsmerkmal.

:grins:


Nein, ernsthaft:

Ich denke durchaus, dass man ein Album in manchen Fällen nach einem Durchlauf bewerten kann. Eine ausführliche Einzelrezension wäre eher nicht angezeigt, aber eine Soundchecknote, oder einen kurzen Gruppentherapiebeitrag nach einem Durchlauf finde ich völlig okay, wenn einem in dem Moment klar ist, dass das Urteil sich nicht mehr groß ändern wird. Letztlich ist vor allem die Note ja nicht eine Bewertung des Albums an sich, sondern eine Versinnbildlichung der Kongruenz zwischen Musik und persönlichem Geschmack, und es gibt einfach Fälle, da ist dir beim ersten Hören völlig klar, dass das mit dir und dieser Platte nichts wird. Dann soll man das auch genauso schreiben, finde ich. Das ist auch aus meiner Sicht mit der Zweck der Gruppentherapie, dass der eine schreibt: "Das hat mich schon bei ersten Hören so genervt, dass ich es nie mehr versuchen will." und der andere: "Ich hab's echt zehnmal probiert, aber es wollte nicht zünden." - Damit haben wir ein breites Spektrum der Eindrücke, der Herangehensweisen usw...
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Re: Der Gruppentherapie Thread

Beitragvon kingdiamond » Montag 10. März 2025, 23:46

Chris Schantzen hat geschrieben:Da hat sich aber jemand die MANTAR-GT sehr zu Herzen genommen. ^^


Herzlich Willkommen im Forum, da hat doch das Ganze einen Sinn gehabt, oder?! ;-)

Hat sich die GT jemand zu sehr zu Herzen genommen? Ich denke nicht. Denn ich bin weder MANTAR-Fanboy, noch sehe ich hier ein Meisterwerk, sondern lediglich ein „gutes“ Album einer guten Band. Nicht mehr und nicht weniger.

Da die Bewertungsbandbreite von 0 bis 10 reicht, ist es an sich auch ok, diese mal etwas weiter auszureizen. Und bei den Erklärungen gehe ich mit - ich verstehe schon deinen Ansatz. Meinetwegen auch, dass man sich für ein GT-Urteil 1 Spin nimmt und merkt, dass es einfach nicht passt. Alles i.O.! Das ist alles nicht mein Punkt.

In der Erklärung kamen allerdings 0,5/10 Punkte (ab Lied 2) raus und das fand ich schon extrem mies bewertet. Es mag ja subjektiv sein, dass dir die Musik nicht zusagt, aber etwas objektiver sollte einem schon auffallen, dass zumindest die Instrumente beherrscht werden und auch sowas wie Songstrukturen erkennbar sind. Ok, da kann immer noch miese Musik bei rauskommen, ICH PERSÖNLICH bräuchte dann aber wohl 2-3 Spins um so tief in meiner endgültigen und öffentlichen Bewertung zu bleiben.

Übrigens braucht man beim Essen für die Erkundung eines neuen Geschmackes schon auch öfters auch mehrere Proben. Rosenkohl oder Zwiebeln kamen bei mir ziemlich spät. ;-)
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Re: Der Gruppentherapie Thread

Beitragvon kingdiamond » Dienstag 11. März 2025, 00:20

kingdiamond hat geschrieben:
Rüdiger Stehle hat geschrieben:Du brauchst keine 35 Minuten zum Lesen.


:grins:

Nein, das Album dauert 35 Minuten. Genau wie vorher die MANTAR. ;-)

Ich hab grad abgewogen, ob ich sie mal durchlaufen lasse oder nicht. Bei 60-70 Minuten hätte ich es gelassen. Bei 35 verschaffe ich mir mal nen Eindruck.



Ich habe mir gestern die 35 Minuten KILLSWITCH ENGAGE gegönnt.
Ja, was kommt jetzt wohl von mir?! Haha,….

3/10?!

Nein, natürlich nicht. Denn ich hab die Band zu Zeiten der „Heartache“ ja auch mal gerne gehört. Kommt sie da ran? Nö. Nicht nach 1x hören. Leider wollen meine 20 Jahre älteren Ohren aber auch gerade nicht mehr an diese Art Metal(core) ran, sodass ich hier beim Ersteindruck sage: Fans der Band bekommen sicher erwartbare Musik, die mich aber nicht zu weiteren Spins bewogen hat. Daher ist eine 6,5-7/10 schonmal gegeben. Alles weitere (+ oder -) würden mehr Spins zeigen. Ansonsten ist die Soundcheck-Wertung erstmal völlig ok.


Die andere Frage in der GT war ja: ist der SC abschreckend für „modernen Metal“? Auch da: klares nein. Hier investiert das Team ja Zeit und scheinbar auch mehrere Spins pro Album. Wenn da was richtig gutes dabei ist, sollte sich das auch in den entsprechenden Noten zeigen.
Der eine legt mehr Wert auf den Sound, der andere auf das Songwriting.

Ich bringe nur als Gegenbeispiel: TIMES OF GRACE - „The Hymn Of A Broken Man“ (2011). Da ich ja erst letztens die alten Sound-Check-Gewinner gehört habe, fällt mir natürlich direkt ein, dass da auch scheinbar ex-KILLSWITCH-Musiker einen SC gewinnen können. Und da waren auch Redakteure dabei, die sonst gar nichts für diese Musik übrig haben. Ja, ist nun auch schon einige Jahre her, aber scheinbar geht es mit entsprechender Qualität ja. ;-)
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Re: Der Gruppentherapie Thread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 11. März 2025, 00:27

Ich habe tatsächlich kein generelles Problem (mehr) mit modernem "Metal", aber gegen komprimierten, lauten Sound habe ich in den letzten paar Jahren eine ziemliche Allergie entwickelt. Ich schau mir die von mir so empfundenen Alben sogar zur Verifizierung stets nochmal in Audacity an, weil ich das nicht einfach völlig subjektiv behaupten will, doch in 90% der Fälle bestätigt die Software meine Ohren.
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Re: Der Gruppentherapie Thread

Beitragvon kingdiamond » Dienstag 11. März 2025, 00:40

Nein, es kam ja aus deinem Text raus, dass du absolut ein Problem explizit mit dem Sound hast.
Das stört mich ggf. eher nur teilweise bzw. kann ich bei tollem Songwriting auch voll darüber hinweg hören.

Hast ja damals immerhin auch 7,5 vergeben. Da war ja der gleiche „Brüllwürfel“ am Werk.
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Re: Der Gruppentherapie Thread

Beitragvon Martin van der Laan » Dienstag 11. März 2025, 00:49

Na, es wird doch kaum zu bestreiten sein, dass TIME OF GRACE mit einem deutlichen wärmeren und organischerem Klangbild operieren und auch sonst weniger "Dicke Hose" in den Vordergrund stellen als KILLSWITCH... zudem steht das Songwriting mehr im Mittelpunkt als die Kraftmeierei.
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Re: Der Gruppentherapie Thread

Beitragvon Holger Andrae » Dienstag 11. März 2025, 00:51

Spannende Diskussionen.

Vorweg: Ich habe weder Mantar noch Killswitch Engage angehört. Allerdings möchte ich gern etwas zu den allgemeinen Dingen hier äußern.

Ich denke, es gibt per se kein Subgenre, welches bei unserem breit aufgestellten SC-Team keine Chance hat. Natürlich variiert es je nachdem, wer im SC jeweiligen Monat mit am Start ist, aber so eine grundsätzliche Aussage ist schon mal schwierig. Ich stutze ja immer wieder mal bei niedrigen Noten für Underground-, Thrash- oder Kauz-Metal und würde daher subjektiv eher schreiben, dass gerade modernere Klänge besser abschneiden. Alles völlig subjektiv.

Eine höhere Note, weil die angestrebte Zielgruppe damit zufrieden sein kann, würde ich wohl auch eher nicht geben, weil meine Note, MEIN Gefallen an der Musik ausdrückt. So subjektiv wie es eben geht. Jegliche Objektivität ist hier ziemlich konstruiert.

Ob ich nach nir einem Durchlauf bereits so eine Note vergeben würde, kann ich nicht sagen, verstehe aber den Gedanken dahinter. Gerade in einem GT-Beitrag. Diese Artukel sollen ja möglichst ein paar unterschiedliche Meinungen darstellen und obendrein auch kurzweilig zu lesen sein. Die Hauptinformationen sollte ja das Hauptreview liefern. Von daher ist es intern manchmal schon etwas schwerer, Kollegen mit negativen meinungen zu finden, weil diese nicht so gern weitere Hörzeit in so ein Album investieren wollen. Von daher freue ich mich über jeden weniger positiven Beitrag in so einem Artikel.
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Re: Der Gruppentherapie Thread

Beitragvon Rüdiger Stehle » Dienstag 11. März 2025, 00:56

kingdiamond hat geschrieben:Nein, es kam ja aus deinem Text raus, dass du absolut ein Problem explizit mit dem Sound hast.
Das stört mich ggf. eher nur teilweise bzw. kann ich bei tollem Songwriting auch voll darüber hinweg hören.

Hast ja damals immerhin auch 7,5 vergeben. Da war ja der gleiche „Brüllwürfel“ am Werk.


Jupp, das ist aber 16 Jahre her. Zuletzt waren es 5,5 und 5,0. Wie gesagt, die Abscheu gegen dieses Klangbild hat in den letzten Jahren immer mehr zugenommen, und seit der JUDAS PRIEST-Tour letztes Jahr ist es völlig vorbei. Ich mag das nimmer haben.

Ich kann das bei meinen Lieblingsbands und Lieblingssängern noch ein Stück weit ausblenden, wenn die Scheiben dafür was anderes haben, das mich voll abholt. Ich habe grundsätzlich ein Talent, mich an den Sachen hochzuziehen, die ich toll finde, und dann rücken die Schwächen auch in den Hintergrund. Aber einen kleinen Malus für den Sound hat z.B. auch FLOTSAM & JETSAM abbekommen, und die Band und den Sänger verehre ich. Das hat so viel, was ich toll finde, da kann es auch mit Ballersound eben noch zu 8,5 Punkten reichen, aber eben nicht auf 9+, weil man das mit weniger Kompression und mehr Transparenz halt nochmal einiges besser machen könnte, für meine Ohren.

Killswitch Engage hat aber halt für mich subjektiv einfach gar nichts, was mich abholen könnte, außer vielleicht das eine oder andere Riff, dass an Slayer erinnert.
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Re: Der Gruppentherapie Thread

Beitragvon Martin van der Laan » Dienstag 11. März 2025, 01:01

Holger stellt hier einige wichtige und richtige Gedanken in den Raum. Allerdings muss ich gestehen, dass es mir mit den Jahren immer schwerer fällt Begeisterung zu entwickeln, wenn eine renomierte Band - polarisiert gesprochen - einfach nur Erwartungen bedient. Das gilt natürlich nicht für meine ganz persönlichen abgedreht-individuellen Underground-Liebschaften. Aber die kennt ja eh sonst keiner. Mir ist meine Lebenszeit irgendwie zu kostbar inzwischen für die dröfzigste Scheibe einer mehr oder weniger bekannten Band, die halt dasselbe macht wie immer. Da empfinde ich dann halt auch tatsächlich nicht mehr viel.. Ausnahmen bestätigen die Regel, wie zuletzt BRAINSTORM ;-)
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