Azmodes hat geschrieben:Eine Aufschlüsselung und Beschreibung der einzelnen Lieder gibt's morgen
Erstaunlich, wie lange so ein Tag dauern kann. Sorry for the delay.
01 - 4:17
Ein sehr schickes atmosphärisches, instrumental-ish-es Intro läutet den Sampler ein. Klare Gitarren beginnen freundlich gezupft, aber sacken von ominösen Klängen und einem geröchelten Hintergrundgefasel begleitet in bösartige, verzerrte Tiefen ab. Dieses Wechselspiel wiederholt sich ein paar Mal und nudelt sich langsam in Sachen Äxte schön piesackend einem Höhepunkt entgegen, welcher dann martialisch-folkig eingeläutet wird. Wikinger auf dem Weg zum Frühshoppen. "I am the *kA*, I am the eternal power (?)" gibt der Sänger bekannt, was genau er aber verkündet, verstehe ich nur sehr schlecht. Finde ich vom Aufbau her ausgeprochen gut, zwar keine Ahnung, wer es ist, vom Stil her wohl etwas aus dem Melodic Black/Pagan/Folk- etc. Bereich.
02 - 5:14
Song Nummer zwei scheint mir vom selben Album wie das Intro zu stammen, so nahtlos ist der Übergang. Black Metal-Tremolotornado und flinkes Drumgeballer, ein Schlag ins Gesicht nach dem vergleichsweise gemütlichem Vorgänger. Klanglich dichter, schwarzer Stahl mit einem Teelöffel Melodie und effektiv rauf und runter säbelnden Gitarrenleads. In der zweiten Hälfte wird's etwas langsamer mit einem infektiösen Midtempo-Teil und kurz in den Vordergrund rückender Keyboard- sowie Saitenarbeit. Zum Schluss dann nochmals metöl up your keister. Sehr bissig, aber auch simpel gesagt sehr schön, obgleich derzeit nicht so meine Baustelle. Bin trotzdem gespannt, wer das ist.
03 - 5:01
Der Weltraum, unendliche Weiten,... gefolgt von einer dick aufgetragene Power-Metal-Melodie und einem fähigen Sänger der sich "Is this your/the victoorrraaay?" oder Ähnliches aus der Kehle presst. "There is nothing left to see, move on and don't look back. All are beaten, all have gone." geht's dann ruhiger weiter. "When the sun shines down on you, there's no matter what you do..." besagt der Refrain und ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ich diese Stimme irgendwoher kenne, sehr markant. Ansonsten ein solider, auch nicht zu käsiger Metalsong, den ich mir aber von selbst nicht einführen würde.
04 - 3:46
Fieses Moshpit-Hatebreed-Riffing, ein typischer Haudrauf-Melodeath-Shouter. "Termination! Resurrection! [..] Transmutation!" kann ich im Growlalong-Refrain ausmachen. Kenn ich auch irgendwie, das ist sicher recht bekannt. Fette Sache, rifft sich gut ins Ohr, aber an sich nichts Besonderes, der gewisse Funke fehlt noch.
05 - 8:18
Trauriges Klavier, dünn säuselt eine verzerrte Gitarre dazu und, hey, sogar ein Streichinstrument kuschelt sich erbärmlich zitternd ins melancholische Getümmel. Schick schick. In der dritten Minute dann der zu erwartende Break: Der Metalquotient wird hochgedreht, ein monströser Mühlstein-Riff, der dick und zur vorangegangenen Untermalung texturell passt ohne aber wirklich Doom zu sein. Metalcore-Gesang setzt ein, but I don't mind. Klingt für mich vokalistisch wie The Haunted, wobei ich dieser Band bzw. ihrem Genre schon lange kein Ohr mehr geschenkt habe. Gemächliches Geriffe, harsh vocals, mal klarerer Gesang, mal beides im Duett und dann auch wieder die schön passenden Streicher. Zum Ende dann subtiler Trommelwirbel und wieder zum Anfang zurück. Danach nochmal kurz den Leitmotiv-Riff hochgefahren und aus. Gefällt mir.
06 - 3:33
Mit dem ersten frenetischen Geknüppel setzte der erste Verdacht ein, die ruckzuck folgenden Growls bestätigen's: Malevolent Creation wüten hier mit 'Superior Firepower' durchs Unterholz und reißen ganz nebenbei unschuldig eine Schneise durch meinen ohreigenen Urwald. Das ist gut für Darmflora und Spermatozoidenmanufakturumfang.
07 - 4:44
Sphärisches Chuggachugga. Ohne sich dabei selbst zu durchbrechen rasselt eine Schallmauer auf den Hörer hinab. Das ist an sich schon eine unverkennbare Visitenkarte bevor überhaupt der noch eindeutigere Gesang einsetzt: Manisch-geniales Skullet-Mannequin Devin Townsend. Irgendwie sanftes, melodisches Klangbild, ultra-abgespace-te Textur und gleichzeitig brutale Dichte und eine gewisse Härte in der Musik. Die Frage bleibt nur, ob das vorliegende Stück von seinem Solozeug, seiner Band oder dem neueren Project stammt. Wäre eigentlich... soothing genug für Ersteres. Und tatsächlich stammt der Song nach kurzem Nachprüfen von der genialen "Biomech"-Platte, die anfangs unter dem Ocean Machine-Label erschien. 'Night' heißt das gute Stück. Höre ich viel zu wenig und allein für diesen Weckruf gilt mein Dank dem geschmacklich offensichtlich versierten Wichtel.
08 - 4:42
Epischer, orchestraler Beginn, dann Upbeat-Folk-Gestampfe, trollig-drollige Synths. Ist das möglicherweise etwas vom neueren Finntroll-Material (welches mir unbekannt ist)? Instrumental kleistert das geradezu den Bandnamen auf die eigene Stirn, nur den Sänger kenne ich nicht. Haben die einen neuen? Für Finntroll hatte ich immer eine Schwäche, die weiß ich für mich persönlich nicht nur als Gateway-Band zu schätzen.
09 - 5:58
Es wird älter und klassischer, aber nicht unbedingt traditioneller. Geile Gitarrenarbeit, progressiv geformt. Vom Sänger her würde ich Fates Warning sagen, aber nichts, was ich vorher schon mal gehört hätte. Leider eine weitere Band, die mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. 'The Apparition' alleine würde einen zimmereigenen Altar schon rechtfertigt. Der Sänger ist etwas begraben unter dem restlichen Instrumentarium, sodass ich mir schwer tue, brauchbare Textfetzen herauszupulen. "Thunder clouds close the skies, he opened up his eyes..." vielleicht? In der zweiten Hälfte gibt's ein paar lecker harmonisierte Leadmelodien. Geiler Song, kann man nichts meckern.
10 - 4:39
Monumentaler midtempo Melodic Death Metal, erinnert mich an Amon Amarth, aber wenn mich meine Erinnerungen nicht täuschen, klingt deren Sänger doch bulliger. Ansonsten keine Ahnung, das Lied ist gut, aber genremäßig schon seit langer Zeit nicht mehr mein Fokus, kann also keine Mutmaßungen maßgeschneidert muten.
11 - 3:51
Mastodon mit 'Hunters Of The Sky', keine Frage. Das urzeitliche Rüsseltier zieht in bester Megafauna-Manier sein ganz eigenes brachial-technisches Ding durch. "Blood Mountain" könnte ich mal wieder in den Player pfeffern.
12 - 3:01
Vader mit dem nuancenreich betitelten 'Helleluyah!!! (God Is Dead)'. Die Polen spielen genau meine Art von leicht groovigem Meat-and-potatoe-Deathrash. Lock up your children and fasten your nutsacks. Simpel, zünftig, HELLELUYAH!
13 - 4:15
Kross-leichter Power Metal. Der Gitarrensound ist so knackig, dass er praktisch wie von selbst gallopiert. "In the chill of the night, when the moon starts to wane, and shadows shift and silence falls as the darkness awaits", ein recht unscheinbarer Sänger, dreht er aber im Refrain mit "Black Riiiiider!" auf, so geht mir das überraschend gut rein. Hookig und ein ganz cooles Solo zum Schluss.
14 - 7:08
Überdrüber-Gothic-Synths und verdrehte Geisterhausmelodien. Da wird stimmlich pöse bearbeitet irgendwas auf Französisch geplaudert, dann gekreischt "*somethingsomething* dark side...", äh, "...of evil". Diabolischer symphonischer Black Metal. Ist mir anfangs ein bisschen zu dick aufgetragen und überladen. In der zweiten Halbzeit gibt's eine Tempoänderung mit fetten Gitarren und Doublebass, die ein niedliches Klavier gegensätzlich pointiert. Schon besser.
15 - 9:45
BÄM! Ein Soundsample wie ein raketengetriebener Sportwagen, der in eine Ziegelwand knallt. Schwere Äxte sausen auf meinen Hals hinab, spaciges Keyboard, das an Ayreon erinnert. Yup, ziemlich sicher was von Herrn Lucassen. Wuchtige Trommeln, bedrohlicher Bass, "Lies, fictitious dreams, false illusions. Living life with nothing to gaaaaaaiiiin.". Wow, das zaubert sogar Gänsehaut auf meine Fußsohlen, sehr gutes Wechselspiel. Weibliche Unterstützung gibt's auch noch. Sehr dunkel und episch von der Atmosphäre her und in bester Arjen-Tradition epochal und melodisch as fudge. Ab Minute 6 ein schlichtes, aber wundervoll phrasiertes Gitarrensolo. Toll.
Wie gesagt, ein ziemlich leckerer Sampler von einem Wichtel mit sattelfestem Geschmack, der zwar nur ansatzweise mit dem meinigen deckungsgleich ist, aber doch eine Reihe von Überschneidungen bietet.
Whodunit? Not sure, bei vielen Usern hier bin ich immer noch nicht versiert, was geschmackliche Einschätzungen betrifft. Anfangs hätte ich spontan Julian gedacht wegen der Aufmachung und so, aber der ist ja schon vergeben. Außerdem wäre das musikalische Spektrum -ohne meinen Wichtel schimpfen zu wollen- dann auch breiter gewesen, glaube ich. Frozen? Revan? Reggy? Hm.