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von Feamorn » Montag 24. Juli 2023, 09:28
Interessant. Ich hatte jetzt die Folk-Lore und die Pagan jeweils einmal gehört, dann nochmal die Morrigan's Call und vor dem ganzen Tuatha Na Gael, die beiden letztgenannten hatte ich gar nicht mehr im Kopf, und The Middle Kingdom (die ja meine Erste von Cruachan war). So aus dem Stand fand ich die beiden Nachfolger der Folk-Lore mindestens genau so stark. Alles natürlich noch sehr flüchtig, so nach einmal Hören. Tuatha Na Gael finde ich tatsächlich etwas schwächer, denke ich. The Middle Kingdom mag ich noch immer, aber sehe ich stand jetzt etwas hinter den drei Nachfolgern. Was mir jetzt auch wieder kam ist, wie sehr mir Karen Gilligan doch fehlt, und wie stark die stilistische Anpassung (Bruch ist vielleicht etwas hart) dann mit der Blood-Trilogie doch ist, die ist schon deutlich garstiger.
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von Rüdiger Stehle » Montag 24. Juli 2023, 15:09
Ein Stück weit denke ich, dass die Bluttrilogie eine Rückanknüpfung an das Debüt ist. Deutlich mehr Black Metal und Thrash Metal, weniger Folk Rock, Keith wieder als klarer Hauptsänger.
Für mich ist die "Tuatha Na Gael" ein unheimlich wichtiges Werk. Zum einen, weil es seiner Zeit wahnsinnig weit voraus war, und zum anderen halt auch aus den hier schon öfters mal angerissenen persönlichen Gründen (mein erstes Interview ever, meine erste irische Band, der Briefkontakt mit Keith damals usw...).
Aktuell würde ich die neun Alben wie folgt sortieren, wobei das morgen anders aussehen kann:
1. Folk-Lore 2. The Living and the Dead 3. Tuatha Na Gael 4. The Morrigan's Call 5. The Middle Kingdom 6. Pagan 7. Blood For The Blood God 8. Blood On The Black Robe 9. Nine Years Of Blood
Dabei aber keine unter 9 Punkten, und auch die am Ende stehende Bluttrilogie mag ich unheimlich gerne. Nur damit das nicht irgendwie missverstanden wird.
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von Feamorn » Montag 24. Juli 2023, 15:57
Ich ärgere mich tatsächlich etwas, dass ich die Band so lange aus den Augen verloren hatte. Hätte ich die Sachen nach der Middle Kingdom damals zum Release gehört, sähe das bei mir vermutlich auch ähnlich aus wie bei dir. Jetzt hab ich etwas das Problem, dass ich zu viel Stoff zum Nachholen habe, um das für sich alles so richtig wertschätzen zu können. Höre ja leider deutlich weniger Musik als noch vor zehn Jahren oder so... Wobei es mir auch jetzt schon schwer fällt, die beiden Phasen gegeneinander abzuwägen. Ich weiß, dass mir von den drei Blut-Alben auch nur die Blutgott so richtig im Kopf blieb. Dafür halt eben so _richtig_, vor allem an "Sea Queen Of Connaught" habe ich einen echten Narren gefressen, insgesamt wohl eines meiner meistgehörten Alben der letzten zehn Jahre.
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von Feamorn » Freitag 18. August 2023, 09:33
Ich habe gerade zufällig durch den Austausch von Pillamyd und Rüdiger Holgs Kommentar zum Cruachan-Sound mitbekommen, und musss jetzt tatsächlich grübeln. Frage mich, ob das der Grund ist, warum Cruachan erst mit den jüngeren Alben so richtig abgehoben haben bei mir? Ich meine, dass der Sound nicht sooo prall war, in der Frühzeit, war mir immer bewusst, aber in der Regel nehme ich das einfach hin, es sei denn, irgendwas stört wirklich massiv, so auch bei Cruachan, also ich kann die Sachen gut hören, so ist es nicht. Aber dann habe ich gerade mal nacheinander in "The Great Hunger" von der Morrigan's Call (auf den Holger kommentiert hat), meinen Liebling "Sea Queen Of Connaught" von Blood For The Blood God und abschließend in einige Stücke des neuen Albums, bspw. "The Queen", rein gehört (natürlich jetzt auf die Schnelle nur bei YouTube). Ich muss schon sagen, der Sound wurde iterativ immer angenehmer für die Ohren. (Beziehe mich insbesondere auf Gitarren und Schlagzeug, auf der Blood For The Blood God ist es schon ein großer Schritt nach vorne, aber das Schlagzeug immer noch relativ dominant, während es auf der Neuen schon fast im Hintergrund ist, finde ich, allerdings haben die Produktion auch insgesamt jeweils an Klarheit gewonnen.) Interessante Beobachtung. Die Neue mausert sich bei mir übrigens langsam zum Band-Highlight... Wenn ich zurück denke wäre das nicht das erste Album, bei dem eine drastisch verbesserte Produktion ein echt dickes Pfund ist im Bandkatalog (in der Regel, wenn ich alles, oder einen Großteil des Materials mag, da machen dann die B-Noten eben den Ausschlag), mein Paradebeispiel wären Bolt Thrower, da ist der Sound der "Those Once Loyal" sowas von erhaben gegenüber allem was davor kam... Ganz so krass finde ich es hier nicht, allerdings schon ein Bisschen, wenn man etwa eine "The Middle Kingdom" (z.B. Is Fuair an Chroí) neben die Neue legt... sind halt 23 Jahre dazwischen. Die nicht-elektrifizierten Instrumente klangen bei Cruachan allerdings schon immer top, meine ich.
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von Havoc » Freitag 18. August 2023, 09:39
Feamorn hat geschrieben:Wenn ich zurück denke wäre das nicht das erste Album, bei dem eine drastisch verbesserte Produktion ein echt dickes Pfund ist im Bandkatalog (in der Regel, wenn ich alles, oder einen Großteil des Materials mag, da machen dann die B-Noten eben den Ausschlag), mein Paradebeispiel wären Bolt Thrower, da ist der Sound der "Those Once Loyal" sowas von erhaben gegenüber allem was davor kam...
Ich habe mit "Mercenary" und eben "Those Once Loyal" ja nur zwei Alben der Band. Aber das kann ich darauf bezogen echt bestätigen. Der Sound der Loyal ist schon sehr viel geiler. Mag der Hauptgrund sein, warum ich diese deutlich häufiger auflege.
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von Rüdiger Stehle » Freitag 18. August 2023, 12:42
Ich würde dir da auch Recht geben, Feamorn. Sowohl bei den Bolzenschmeißern als auch bei Cruachan. Mir geht es in beiden Fällen auch so, dass ich die vorigen Alben trotz der weniger optimalen Produktionen sehr gerne mag und ohne Weiteres gut hören kann, dass aber der individuelle Produktionsfortschritt der Bands den neueren Alben schon einen Bonus in der B-Wertung beschert. Das ändert nichts daran, dass auch Songs von früheren Alben und die früheren Alben selbst genauso hoch in meiner Gunst stehen wie neuere Sachen, aber das ist halt durch die eigene Vita bestimmt und die Zeiten, in denen man das Material kennengelernt hat.
Im Endeffekt kann man schon sagen, dass eine differenzierte, transparente Produktion selten zum Schaden eines Albums ist, wobei es auch da halt Ausnahmen gibt, wie im Falle CRUACHAN das Debüt "Tuatha Na Gael", das eben diese ursprüngliche Rohheit brauchte, im damaligen Black-Metal-Kontext, denn mit einem transparenten Klangbild hätte die Band damals nicht zu ihrer Fanbase gefunden... allerdings vielleicht zu einer anderen, die stattdessen eben Subway To Sally oder In Extremo folgte.
Langer Rede kurzer Sinn, das neue Album ist produktionstechnisch auf allen Ebenen grandios umgesetzt, und ich bin mir sehr sicher, dass das einen guten Teil des positiven Feedbacks sehr begünstigt. Das macht alten Hits wie 'Is Fuair An Chroi' oder 'Ossian's Return' nicht schlechter, aber es öffnet sicherlich neue Ohren für die Band, aber auch alte, bandverbundene Ohren in nochmal anderer Weise.
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von Julian Rohrer » Montag 8. April 2024, 17:53
Was für ein Abriss auf dem Ragnarök-Festival: Während sie auf dem letzten Album (nach Keiths Aussage) bis zu 700 Spuren verwendet haben, war es live nicht mehr als: Gitarre/Gesang, Geige, Bass, Schlagzeug und für die zweite Hälfte des Gigs eine Gastsängerin. Damit haben die die Halle mehr zum Kochen gebracht als die meisten anderen Bands, die im Karaoke-Modus unterwegs waren. Dazu derart sympathische Menschen ... tolle Erfahrung!
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von Rüdiger Stehle » Montag 8. April 2024, 17:54
Jo, schön zu hören, dass es so gut war.
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