Die Weihnachtsgeschichte 20.10

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Die Weihnachtsgeschichte 20.10

Beitragvon firestarter » Donnerstag 16. Dezember 2010, 20:15

... in 16 benamten Kapiteln, befindet sich auf meinem Wichtelsampler. Der erste Durchlauf war hochinteressant, da es sich um eine sehr abwechslungsreiche Geschichte, mit mir fast ausschliesslich unbekannten Kapiteln (sprich Songs) handelt. Erkannt habe ich nur Nr. 8 ("über Kimm` und Korn"), dabei handelt es sich um "Combat", von der aktuellen HEAVEN SHALL BURN CD "Invictus".

Na, das wird eine wilde Raterei werden... :)
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Re: Die Weihnachtsgeschichte 20.10

Beitragvon firestarter » Freitag 17. Dezember 2010, 14:21

Dann mal los...

1. "Es blaut die Nacht..." - angenehmes Akustikgitarren-Instrumental. Klingt spanisch. 1:58

2. "... dort durchbricht den tunklen Tann ein warmes Licht..." - mehrstimmiges, ruhiges Gitarren-Intro, einsetzende Percussion und eine schöne Frauen-Stimme. Ein kräftiger Bass und eine männliche Stimme gesellen sich dazu. Die Instrumentierung ist richtig aufwendig. Folk-softrockige Atmosphäre, teilweise keltisch angehaucht, aber auch mit recht orientalisch klingenden Flöten. "Hear the voice of the seventh..." Der Basseinsatz bei 1:27 ist Putenpelle pur! "See the shade of the seventh spirit..." Ich hab nicht die geringste Ahnung, was das ist, es ist aber wunderschön! 3:32

3. "... Im Forsthaus kniet die Försterin im Herrenzimmer..." - Klavier - ich dachte spontan "DIDO", dann kommt auch eine Frauenstimme, aber nicht Dido... Mann, das Lied haut mich aus den Socken!! Supergefühlvoll gesungen und am Piano begleitet, sehr ruhig, aber mit thrillenden Spannungsbögen. Puh, wahrscheinlich ist das jetzt eine Sängerin, über die ich hier schon abgeläster hab... egal, das Lied ist wunderwunderwunderschön, zugleich ergreifend-traurig und würdevoll-erhaben! Augen-Pippi-Gefahr. 12 von 10 Punkten! 3:40

4. "... sie hat den Förster umgebracht..." - und das hört man auch, denn jetzt bricht die Hölle los! Wildestes Gekeife und eine moderne Extreme Metal-Instrumentierung, die ich allerdings stilistisch kaum einordenen kann - Deathcore? Mathcore? Modern Black Metal?... keinen Plan. Der Song lässt nicht locker, es wird permanent Gas gegeben, eine einzige Raserei. Zum Ende hin gibt es irres Gelächter. Puh, das war heftige Kost, die aber thematisch perfekt zum Abgesang des Försterburschen passt. 3:25

5. "... seit langer Zeit schon sehr im Wege..." - das scheint jetzt die Aftermath zum Jägergeschnetzelten zu sein - Tremolo-Picking, dezentes Blasting und Gekeife - hier herrscht die "Farbe" Schwarz. Unaufdringlicher, zwischenzeitlich leicht symphonisch angehauchter Black Metal mit sehr guter Produktion und einem hübschen Gitarrensolo. Ich habe keinen Schimmer wer das ist, die Aufnahme wird aber noch recht neu sein und stilistisch ist das moderater, authentisch klingender BM. Kann ich mir sehr gut anhören, ohne in Begeisterung zu verfallen. 3:37

Da die beiden nächsten Songs einer aufwendigeren Beschreibung bedürfen, mache ich hier erst mal eine Zäsur. Superspannender Auftakt dieser etwas anderen Weihnachtsgeschichte. Track 3 ist göttlich!

tbc
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Re: Die Weihnachtsgeschichte 20.10

Beitragvon Mr. Know-It-All » Freitag 17. Dezember 2010, 15:28

Loriot! Jawoll!
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Re: Die Weihnachtsgeschichte 20.10

Beitragvon firestarter » Freitag 17. Dezember 2010, 15:48

6. "... Am Nikolausabend muss es sein..." - Manchmal steht man aber auch aufem Schlauch... das sind KORN mit "Are you ready to live?". Sehr geiler Song, der groovt wie Firnschnee!

7. "... das Rehlein ging zur Ruh`das Häslein tat die Augen zu..." - Grillengezirpe oder Froschgequake am Bach, dann setzt ein sehr schleppender Rhythmus mit sehr lauten Drums (besonders die sehr knallige Snare) und fließender Gitarrenbegleitung ein. Sphärische Bassläufe und hypnotischer Gesang "No one catches you when you fall...". Der Song bleibt sehr gleichförmig, hält dabei aber ständig die Spannung hoch. Wirkt irgendwie wie ein Intermezzo. Stilistisch kann ich das gar nicht einordnen, aber irgendwie erinnert es mich an "Voices" von RUSS BALLARD. Angenehmer Song. 3:56

8. "... über Kimm´und Korn..." - jetzt wird tatsächlich geballert - HEAVEN SHALL BURN mit "Combat". Feinster Modern Extrem Metal made in Teutoland!

9. "... und ruhet weiter süß im Dunkeln..." - ruhige Halbballade mit schönem Frauengesang. Ab 2:11 setzt ein tolles Power Metal-Riff ein, ohne das sich an der ruhigen Atmosphäre etwas ändert. Zum Refrain hin steigert sich das Ganze und bekommt leicht dramatische Züge. Hups, ein kurzes Geigen-Solo... Der Chorus ist sehr getragen und klingt bedeutungsschwer. Leider verstehe ich den Text nicht. Feines Lied. 4:40

10. "... da läuft des Förster Blut von hinnen..." - nach einem sehr amtlichen Power Metal-Einstieg mit Adrenalin-Riff und pfundweise Doublebass erzählt mir ein alter Bekannter aus Gladbeck eine Geschichte von Blut, Stolz und Victory... Boltendahls Chris und seine Totengräber mit "Paid in blood". Euro Power Metal der besseren Art, auch wenn ich mit den ursprünglichen GRAVE DIGGER deutlich mehr anfangen kann. Thematisch aber voll ins Schwarze. ich überlege die ganze Zeit, wer das Anfangsriff in den 80ern populär gemacht hat... waren es ACCEPT? http://www.youtube.com/watch?v=SfSNxj6Vk7o

Ok, ich hatte recht schnell den Julian im Verdacht und durch den DIGGER Song rückt er noch mehr in den Fokus. Das wäre aber dann schon der zweite Sampler, den ich von ihm bekommen hätte. Ist das möglich?
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Re: Die Weihnachtsgeschichte 20.10

Beitragvon firestarter » Freitag 17. Dezember 2010, 15:54

Mr. Know-It-All hat geschrieben:Loriot! Jawoll!


yep!

Advent


Es blaut die Nacht, die Sternlein blinken,
Schneeflöcklein leis hernieder sinken
Auf Edeltännleins grünem Wipfel
Häuft sich ein kleiner weiser Zipfel
Und dort, vom Fenster her durchbricht
den dunklen Tann ein warmes Licht.

Im Forsthaus kniet bei Kerzenschimmer
die Försterin im Herrenzimmer
In dieser wunderschönen Nacht
Hat sie den Förster umgebracht.

Er war ihr bei des Heimes Pflege
Seit langer Zeit schon sehr im Wege.
So kam sie mit sich überein,
Am Niklas Abend mus es sein.

Und als das Rehlein ging zur Ruh
Das Häslein tat die Augen zu
Erlegte sie - direkt von vorn -
den Gatten über Kimm' und Korn.

Vom Knall geweckt rümpft nur der Hase
Zwei drei vier mal die Schnuppernase
Und ruhet weiter süs im Dunkeln
Derweil die Sternlein traulich funkeln.

Und in der guten Stube drinnen
Da läuft des Försters Blut von hinnen.
Nun mus die Försterin sich eilen,
Den Gatten sauber zu zerteilen.
Schnell hat sie ihn bis auf die Knochen
nach Weidmanns Sitte aufgebrochen.

Voll Sorgfalt legt sie Glied auf Glied
Was der Gemahl bisher vermied
Behält ein Teil Filet zurück
als Festtägliches Bratenstück
Und packt zum Schlus - es geht auf vier -
Die Reste in Geschenkpapier.

Da tönt's von Fern wie Silberschellen
Im Dorfe hört man Hunde bellen
Wer ist's, der in so tiefer Nacht
Im Schnee noch seine Runde macht?

Knecht Ruprecht kommt mit goldnem Schlitten
auf einem Hirsch herangeritten:
He, gute Frau! Habt Ihr noch Sachen,
die armen Menschen Freude machen?

Des Försters Haus ist tief verschneit
Doch seine Frau steht schon bereit:
Die sechs Packete heil'ger Mann
's ist alles was ich geben kann!

Die Silberschellen klingen leise
Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise
Im Försterhaus die Kerze brennt
Ein Sternlein blinkt - Es ist Advent.

Loriot
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Re: Die Weihnachtsgeschichte 20.10

Beitragvon Julian Rohrer » Freitag 17. Dezember 2010, 16:22

GRAAAAAAAAAVE DIGGER! Wenigstens einer denkt an mich :D
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Re: Die Weihnachtsgeschichte 20.10

Beitragvon firestarter » Freitag 17. Dezember 2010, 19:37

11: "... den Gatten sauber zu zerteilen..." - hier müssten ja jetzt eigentlich MACABRE kommen und tatsächlich, der Gesang ist ähnlich wahnsinnig wie bei den Chicagoern. Musikalisch bietet der Song eher unspektakulären Metal-Hard Rock-Rock, den ich gar nicht richtig zuordnen kann (am ehesten fühle ich mich noch hin und wieder an THE SISTERS OF MERCY erinnert). Dominierend ist eine fließende Bass-Schleife. Für mein Empfinden dient die Musik aber auch "nur" als Teppich für die schier dissoziativ-psychopathisch anmutenden Gesangspassagen, die mit mehreren Stimmen aufwarten und eine dominierende Leadstimme beinhalten, die dermaßen over the top ist, dass es eine wahre Wonne ist. Wenn man die Stimmen von Dani Filth und MACABREs Corporate Death kreuzt und noch ne Prise Wahnsinn einstreut, kommts ungefähr hin. Das klingt teilweise nach kleinem KInd, teilweise nach Frau und teilweise einfach psychotisch. Der melodische Chorus hat zudem einen ganz eigenen Stil, der mir total bekannt vorkommt. Ich komme aber nicht drauf.... Faszinierende Vocals! 4:14

12: "... behält ein Teil Filet zurück als festtägliches Bratenstück..." - sehr moderner, furztrockener Sound. Abgehackte, schnelle Riffs und abgestoppte Rhythmen. Dazu ein Sänger, der zwischen Geschrei und melodisch-powervollem Gesang variiert. Der Songaufbau verwirrt und es werden immer wieder kurze Gitarren-, Synthie- und Bass-Soli eingestreut. Zwischendurch scheint der Song in melodischen Gefilde zu driften, aber nur um dann wieder abgehackt und vertrackt weiter zu gehen. Das ist zweifellos musikalisch versiert, extrem und interessant. Wer mag das sein? 3:54

13: "... im Dorfe hört man Hunde bellen..." - harte Groove-Gitarre und angepisster Sprechgesang. :? 2:33

Die letzten 3 dann später.
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Re: Die Weihnachtsgeschichte 20.10

Beitragvon firestarter » Samstag 18. Dezember 2010, 12:30

14: "... sechs Pakete, heilger Mann, `s alles, was ich geben kann..." - dramatisch aufgebauter, moderner Metalsong. Zunächst melodischer Beginn "I live here forever", dann Steigerung mit Blast-Einschüben und schöner Lead-Gitarre, dann Double-Bass, harte Gitarren und moderat gegrowlte Vocals. Heftige und melodische Parts wechseln sich ab, teilweise recht vertrackt. Klingt insgesamt sehr skandinavisch. Hübsches, melodisches Solo mit Keyboard-Unterstützung. Der Song endet eigentlich bei 5:49, bei 7:06 gehts dann mit Meeresgeplätcher und akustischer Gitarre bis 9:20 weiter. Bin da absolut kein Fachmann, aber ich würde das in die OPETH-Ecke stecken...

15: "Die Silberschellen klingen leise, Knecht Ruprecht macht sich auf die Reise..." - Beginn mit Flanger auf der Gitarre. Psychedelisch-sphärischer Rock-Song mit viel Hall und anderen Effekten auf Stimme und Gitarre. Klingt älter als es wahrscheinlich ist. Ich hab keinen blassen Schimmer. 6:00

16: "... Im Försterhaus die Kerze brennt, ein Sternlein blinkt - es ist ADVENT!" - Klavier, Banjo, Mundharmonika, Bläser und eine heiser-rauchige Stimme. Ruhiger Südstaaten-Blues. Der Beginn erinnert mich an das Thema von Cheyenne in "Spiel mir das Lied vom Tod". 7:11

Erkannt hab ich somit:

6. KORN - Are you ready to live?
8. HEAVEN SHALL BURN - Combat
10. GRAVE DIGGER - Paid in blood

Vielen Dank an meinen Wichtel. Das war eine schöne Idee mit der Loriot-Geschichte (und dem Beiblatt dazu) und eine sehr interessante Zusammenstellung. Neben den tollen Songs von KORN und HSB haben mich die Tracks Nr. 2 und 9 begeistert. Den Vogel schießen aber die unfassbaren Vocals in Song 11 und die Mega-Ballade namens "Nr. 3" ab. Bin sehr gespannt auf die Auflösung! :)
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Re: Die Weihnachtsgeschichte 20.10

Beitragvon Eike » Samstag 18. Dezember 2010, 17:35

12 liest sich so, als könnte ich das kennen, aber trotzdem klingelt da nichts.
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(Frank Zappa * 21.12.1940 - 4.12.1993)
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Re: Die Weihnachtsgeschichte 20.10

Beitragvon firestarter » Sonntag 19. Dezember 2010, 16:38

Hat hier keiner ne Idee?
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